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    Ingwer (Zingiber officinale Rosc.)

    Synonyme

    Zingiber officinale: Ingwerblütenstand
    Ingwer-Blüte

    kanchanapisek.or.th
    © Thai Junior Encyclopedia

    pharmRhizoma Zingiberis
    AlbanischXhenxhefili
    Amharischዝንጅብል
    Zinjibil
    Arabischزنجبيل
    زَنْجَبِيل
    Zanjabeel, Zanjabil
    ArmenischԿոճապղպեղ
    Gojabghbegh, Kochapghpegh, Kochaplpel
    AssamesischAda
    AzeriZəncəfil
    Зәнҹәфил
    BaskischJengibre, Zingiber
    BengaliAda
    BulgarischДжинджифил, Исиот
    Dzhindzhifil, Isiot
    BurmesischKhyen-seing, Gin, Gyin sein
    ChinesischJeung, Sang keong, Chiang, Keong, Gan jinang
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    [gēung], 生薑 [sàang gēung]
    Geung; Saang geung (frisch)
    Chinesisch
    (Mandarin)
    [jiāng], 生薑 [shēng jiāng], [jiāng]
    Jiang; Sheng jiang (frisch)
    DänischIngefær
    Dhivehiއިނގުރު
    In'guru
    EnglischGinger
    EsperantoZingibro
    EstnischHarilik ingver, Ingverijuur, Ingver
    EweNkrawusa, Nkrama, Nkrabo, Agumetakui
    FanteAkakadur, Tsintsimir, Tsintsimin
    Farsiزنجبیل
    Jamveel, Zanjabil
    FinnischInkivääri
    FranzösischGingembre
    Ga-DangmeKakaotshofa, Odzahui
    GälischDinnsear
    GalizischXenxibre
    Georgischჯანჯაფილი
    Janjapil, Jhanjhafili
    GriechischΠιπερόριζα, Τζίντζερ
    Piperoriza, Dzindzer
    GujaratiAdhu (frisch), Sunth, Shuntya (getrocknet)
    HausaChitta, Afu
    Hebräischזנגביל, זנגוויל
    Sangvil, Zangvil
    HindiAdi, Adrak (frisch), Sonth (getrocknet)
    HmongKai
    IndonesischJahé, Aliah, Jae, Lia
    IsländischEngifer
    ItalienischZenzero
    Japanisch茗荷, 生姜
    しょうが, みょうが
    ショウガ, ジンジャー, ミョウガ
    Shōga, Shoga, Jinja; Myōga, Myoga (Zingiber mioga)
    JiddischIngber
    Kannadaಶುಂಠಿ
    Shunthi, Alla
    KatalanischGingebre, Gengibre
    KhmerKhnehey, Khnhei phlung, Chnay
    Koreanisch건강, 진저, 생강
    Kon-gang, Geon-gang, Jinjeo, Chincho, Saenggang
    KroatischĐumbir, Ingver
    LaotischKhing
    LettischĀrstniecības ingvers
    LitauischImbieras, Tikrasis imbieras
    MalayalamInchi
    MalaysischHalia, Atuja, Jahi
    Marathiआले, सुंठ
    Alha, Aale (frisch); Sunth, Shuntya (getrocknet)
    Nepaliअदुवा
    Aduwa
    NiederländischGember, Djahe
    NorwegischIngefær
    NzemaSinziminli
    OriyaAda, Adraka
    PolnischImbir
    PortugiesischGengibre
    ProvençalischGengibre
    Punjabiਅਦਰਕ, ਸੂੰਤ
    Adrak, Sunt
    RumänischGhimbir
    RussischИмбирь
    Imbir
    SanskritAdraka, Shringaveran, Shunthi, Sringaaran, Nagara
    SchwedischIngefära
    SinghalesischInguru
    SlovenischIngver
    SlowakischĎumbier lekársky, Zázvor, Ďumbier
    SpanischJengibre
    SrananDyindya
    SwahiliTangawizi
    TagalogLuya
    Tamilஇஞ்சி
    Ingee, Inji
    Teluguఅల్లపు చెట్టు, అల్లము, శొంటి
    Allam, Allamu, Allamu chettu, Shonti
    Thaiขิง
    Kinkh, Khing, Khing-daen
    TibetischGamug, Sga smug, Sman-sga
    TschechischZázvor, Dumbír, Zázvor kořen
    TürkischZencefil, Zencebil
    TwiAkakaduru, Kakaduru
    UkrainischІмбир
    Imbyr
    UngarischGyömbér
    UrduAdraka
    VietnamesischGừng, Can khương, Sinh khương
    Gung, Can khuong; Sinh khuong (frisch)

    Zingiber officinale: Frisches Ingwerrhizom
    Frisches Ingwerrhizom
    Zingiber officinale: Ingwerwurzel
    Frischer Ingwerwurzelstock

    kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

    Zingiber officinale: Keimende Ingwerwurzel
    Ingwerrhizom mit frischem Trieb

    Verwendeter Pflanzenteil

    Das große, fleischige Rhizom (Wurzelstock), das auch oft „Ingwerwurzel“ genannt wird, obwohl es sich um keine Wurzel handelt. Frischer Ingwer sieht charakteristisch geweihartig aus, getrocknet wird er zumeist in Form eines hellbeigen Pulvers gehandelt.

    In ingwerproduzierenden Ländern verwendet man gelegentlich auch die frischen Blätter als Gewürz.

    Pflanzenfamilie

    Zingiberaceae (Ingwergewächse).

    Geruch und Geschmack

    Erfrischender, zitronenartiger Geruch; scharfer, warmer und beißender Geschmack. Siehe Mohrenpfeffer für eine zusammenfassende Behandlung scharfer Gewürze und Zitronenmyrte über Citrusduft.

    Inhaltsstoffe

    Das ätherische Öl (1 bis 3% im frischen Rhizom) enthält dominant Sesquiterpene; als Hauptbestandteil findet man das (-)-Zingiberen (bis zu 70%), daneben (+)-ar-Curcumen, β-Sesquiphellandren, Bisabolene und Farnesen. In Spuren treten auch Monoterpene wie β-Phellandren, Cineol und Citral auf.

    Die Schärfe des Ingwers ist auf ein nichtflüchtiges Harz zurückzuführen, das Hydroxyarylverbindungen enthält, wie man sie auch in anderen Gewürzen der Ingwergewächse findet: Zingeron, Gingerole und Shoagole. Die scharfen Gingerole wandeln sich während der Lagerung in die milderen Shoagole um; hoher Gingerolgehalt und kräftige Schärfe zeigen somit Frische und Qualität an. Siehe auch Paradieskörner.

    Herkunft

    Ingwer scheint aus dem südchinesischen Raum zu stammen. Heute wird er im ganzen tropischen und subtropischen Asien (50% der Welternte stammen alleine aus Indien), in Teilen Afrikas, Brasilien und Jamaica angebaut; Jamaica-Ingwer mit seinem besonders intensiven Aroma wird im Westen am meisten gehandelt, während das nigerianische Produkt als sehr scharf, aber aromaarm gilt.
    Zingiber officinale: Ingwer-Blütenstand (Zierform)
    Ingwerblüte (Zierform)

    perso.wanadoo.fr

    Zingiber officinale: Ingwerblüten
    Ingwer, blühende Pflanze

    www.csdl.tamu.edu

    Etymologie

    Deutsch Ingwer, englisch ginger, französisch gingembre, italienisch zenzero und praktisch alle anderen Namen des Ingwers in europäischen Sprachen gehen zunächst einmal auf lateinisch zingiber zurück, das wiederum dem Griechischen entnommen war (zingiberis [ζιγγίβερις]).

    Die weitere Spur führt nach Indien, von wo aus der Ingwer in das antike Europa exportiert wurde. Der griechische Name ziggiberis [ζιγγίβερις] ist tatsächlich eine ziemlich originalgetreue Darstellung des Namens in den indischen Sprachen derselben Zeit, etwa Pali singivera [सिंगिवेर]; das entsprechende Sanskrit-Wort ist shringavera [शृंगवेर]. Dieser Sanskrit-Name läßt sich zwar (volksetymologisch) als „geweihförmig“ deuten, ist aber letztlich eine Entlehnung aus einer alten dravidischen Sprache Südindiens, wo die Wurzel INCI auch heute noch für Ingwer steht. Beispiele sind Malayalam inchi [ഇഞ്ചി] „Ingwer“ und Tamil inji-ver (ingee-ver) [இஞ்சி வேர்] „Ingwer-Wurzel“ Vgl. auch Sinhala und Dhivehi inguru [ඉඟුරු, އިނގުރު]

    Der G-Anlaut der meisten Namen von Ingwer in europäischen Sprachen stammt von einer spätlateinischen Form gingiber, von der sie direkt oder indirekt abstammen. Im Deutschen verlor das Wort den anlautenden Konsonanten (mittelhochdeutsch ingber); die skandinavischen Namen, denen das G ebenfalls fehlt, gehen wahrscheinlich auf Entlehnungen aus dem Deutschen bzw. auf Entlehnungen untereinander zurück. Dasselbe gilt für einige nordslavische Namen, z.B. polnisch imbir, russisch imbir [имбирь] und ukrainisch imbyr [імбир].

    In einigen Sprachen des südöstlichen Mitteleuropa findet man einen stimmhaften Palatal DJ im Anlaut: Kroatisch đumbir, slowakisch ďumbier und ungarisch gyömbér. Wahrscheinlich besteht ein Zusammenhang, aber ich weiß nicht, welcher.

    Der englische Name ginger (mittelenglisch gingifer, altenglisch gingivere) läßt sich direkt auf altfranzösisch gingivie zurückführen, von dem sich natürlich auch die neufranzösische Form gingembre herleitet. Auch die holländische Form gember zeigt in ihrem Anlaut romanische Einflüsse.

    Auch das arabische zanjabil [زنجبيل] und das hebräische sangvil [זנגוויל] gehen letztlich auf die indischen Bezeichnungen zurückt. Das arabische Wort wurde als zanjabil [زنجبیل] ins Persische, als zanjafil [زةنجةفیل] ins Kurdische, als janjapili [ჯანჯაფილი] ins Georgische, als zinjibil [ዝንጅብል] ins Amharische und als zencefil ins Türkische entlehnt, von wo es sich über das osmanische Reich bis nach Südosteuropa verbreitete, z.B. albanisch xhenxhefil und bulgarisch dzhindzhifil [джинджифил].

    Obwohl das altgriechische zingiberis [ζιγγίβερις] somit der Vorläufer fast aller Namen des Ingwers in modernen europäischen Sprachen ist, weist Neugriechisch interessanterweise einen unabhängigen, damit nicht verwandten Namen auf (ein ähnliches Phänomen läßt sich auch bei Rose und Petersilie konstatieren). Stattdessen ist neugriechisch piperoriza [πιπερόριζα] einfach eine beschreibende Bezeichnung „Pfefferwurzel“ unter Bezug auf den pfefferartig scharfen Geschmack. Auch das armenische gojabghbegh [կոճապղպեղ] erscheint mir aus goj [կոճ] „Spule, (Fuß)knöchel“ und bghbegh [պղպեղ] „Pfeffer“ zusammengesetzt. Übrigens gibt es auch in einigen skandinavischen Sprachen einen Gewürznamen „Pfefferwurzel“; damit ist allerdings nicht Ingwer sondern Kren gemeint. Siehe diesen und Beifuß für die Etymologie von „Wurzel“, und langen Pfeffer über „Pfeffer“.

    Auch in den modernen nordindischen (arischen) Sprachen scheint es keine mit Sanskrit shringavera [शृंगवेर] verwandten Formen mehr zu geben. Stattdessen gehen die modernen Namen auf zwei andere Sanskrit-Namen für Ingwer zurück: ardraka [आर्द्रक] „frischer Ingwer“ und sunthi [सुंठि] „getrockneter Ingwer“. Sowohl in arischen als auch dravidischen Sprachen Indiens haben sich davon abgeleitete Namen erhalten, z.B.
    Sprachefrischgetrocknet
    Hindiadrak [अदरख] sonth [सोंठ]
    Urdu adrakh [ادرک]  
    Gujarati adu [આદું] sunth [સૂંઠ]
    Punjabi adrak [ਅਦਰਕ] sunt [ਸੂੰਤ]
    Marathi ale [आले] sunth[सुंठ]
    Bengali ada [আদা]  
    Tamil ellam [எல்லம்] sunthi [சுண்டி]
    Telugu allamu [అల్లము] shonti [శొంటి]
    Kannada alla shunthi [ಶುಂಠಿ]

    Der bulgarische Name isiot [исиот] stammt aus dem Türkischen: ısı „heiß“ und ot „Gras“. Allerdings scheint sich diese Bezeichnung weniger auf den scharfen Geschmack zu beziehen als auf die Verwendung von Ingwer in salep, einem heißen Getränk aus Orchis-Wurzeln und Gewürzen. Dieser Name findet sich auch in anderen südslavischen Sprachen, kann sich allerdings auch auf andere aromatische Wurzeln beziehen, z.B. Zitwer.

    Ausgewählte Links

    Plant Cultures: Ginger A Pinch of Ginger (www.apinchof.com) The Epicentre: Ginger Medical Spice Exhibit: Ginger Nature One Health: Ginger Floridata.com: Ginger Dreampharm.com: Ginger Transport Information Service: Dried Ginger Transport Information Service: Fresh Ginger Sorting Zingiber names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Ginger Product Information (spizes.com) A Ginger Nut (hum.ku.dk) Ginger: Your Food is your Medicine (Steve Foster) Recipe: Gong bao ji ding [宫保雞丁] (Kung pao chicken) (cdkitchen.com) Recipe: Gong bao ji ding [宫保雞丁] (Kung pao chicken) (razzledazzlerecipes.com) Chifanle meiyou? — “Have you eaten?” Cooking with Kurma: Ginger — the Miracle Herb (kurma.net) Herb Monographs: Ginger (stevenfoster.com)


    Zingiber officinale: Ausgegrabene Ingwerpflanze
    Ingwerpflanze mit Rhizom

    pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

    Ingwer ist weltweit eines der wichtigsten und geschätztesten Gewürze, wie bereits die lange Liste an Synonymen anzeigt. Die Pflanze wird heute in den tropischen Ländern aller Kontinente angebaut und spielt den Küchen aller Anbauländer eine große Rolle. Lediglich in Europa ist er noch nicht so verbreitet, obwohl er vor zweitausend Jahren recht beliebt war (siehe auch Silphion über den Geschmack des alten Rom). Frischer Ingwer, den man auch als grünen Ingwer bezeichnet, ist heutzutage im Westen leicht erhältlich.

    Viele Menschen schätzen den frischen Ingwer roh, und das ist auch die in Südostasien bevorzugte Form: Frischer Ingwer wird gerieben oder fein gehackt, manchmal auch in Wasser eingeweicht, und dann den Gerichten ohne langes Kochen beigegeben. Diese Verwendungsart bewirkt einen frischen, würzigen und scharfen Geschmack.

    Wenn frischer Ingwer lange gekocht wird, steigt seine Schärfe, aber das frische Aroma geht zurück. Thailändische Köche fügen geriebenen Ingwer zusammen mit anderen Zutaten (in Form von Currypasten, siehe Kokos) ihren cremigen Kokosnußcurries hinzu. Indonesier verwenden gerne Gewürzpasten aus frischen Chilies und Ingwer, um Fleisch oder Fisch vor dem Grillen damit einzureiben (bumbu, siehe Zitronengras und kleiner Galgant für ein Beispiel aus Bali). Ingwertee, den man durch Überbrühen oder kurzes Kochen dünner Ingwerscheiben bereitet, ist ein würziges und gesundes Getränk, das bei tropischer Hitze (Indonesien) ebensogut schmeckt wie im kalten Himalaya (Sikkim).

    Ganz anders ist der Geschmack von gebratenem Ingwer, wie in Indien und Sri Lanka bevorzugt: Brät man gehackten Ingwer in Öl oder Butterfett (meistens zusammen mit Zwiebel und Knoblauch), so weicht die Schärfe zugunsten eines feinen und milden, subtilen Aromas (siehe auch Adiowan). Besonders die nordindische Küche macht sich diese Technik zunutze und verwendet Ingwer als Basis für feinwürzige Saucen, sowohl zu vegetarischen als auch nichtvegetarischen Gerichten.

    In der chinesischen Küche wird frischer Ingwer sowohl gekocht als auch gebraten verwendet. Viele Gerichte mit langer Zubereitungszeit enthalten in Scheiben geschnittenen Ingwer, der erst bei langem Kochen seinen Geschmack völlig abgibt (siehe Orange und chinesischer Zimt für Beispiele); dagegen verwenden unter Rühren in sehr heißem Öl gebratene Speisen (englisch stir-fries, chinesisch chao oder chow []) normalerweise fein gehackten oder sogar geriebenen Ingwer.

    Ein bekanntes Gericht der letzteren Art ist gong bao (auch kung pao) [宫保]: Hühnerfleisch (oder anderes Fleisch) wird erst mit Sojasauce und Reiswein mariniert und dann unter heftigem Rühren in rotem Chiliöl gebraten; man fügt noch reichlich Ingwer, etwas Knoblauch und Erdnüsse hinzu, wodurch die Speise einen speziellen Charakter erhält. Mit der großzügigen Verwendung von Chilies und frischem Ingwer illustriert dieses Gericht den Szechuan-Kochstil, der die würzigste Regionalküche Chinas ist; siehe Chilies für ein weiteres Szechuan-Rezept.
    Zingiber officinale: Junger Ingwer-Pflanze
    Junger Ingwerpflanze mit teilweise oberirdischem Rhizom

    In der japanischen Küche hat Ingwer ebenfalls seinen Platz, allerdings wird er nur in kleinen Mengen verwendet; so wird etwa Hühnerfleisch durch Bestreichen mit etwas gepreßtem Ingwersaft gewürzt. Zu sushi (siehe Wasabi) reicht man oft eingelegten, mit Perillablättern rosa gefärbten Ingwer (beni shōga [紅生姜, べにしょうが]), der aus ganz jungen Ingwerrhizomen hergestellt wird.

    Ingwer wird heute in Afrika und Lateinamerika weithin als Exportgut angepflanzt; dabei fand er natürlich auch Eingang in die jeweiligen Lokalküchen. Einige Rezepte für jamaicanisches jerk (siehe Piment) schreiben auch Ingwer vor, was kaum verwundern kann, da der jamaicanische Ingwer für seine ausgezeichnete Qualität berühmt ist.

    Ginger ale (Ingwerbier) ist ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das sich in den USA großer Beliebtheit erfreut. Es ist, ähnlich wie root beer (siehe Sassafras), kein fermentiertes Bier, sondern lediglich ein gesüßter und kohlensäurehaltiger Pflanzenextrakt. Tatsächlich wurde Ingwer jedoch im späten Mittelalter und in der Renaissance durchaus auch zum Würzen von echtem, d.h. durch Fermentation von Malz gewonnenen, Bier verwendet; siehe dazu unter Gagel.

    Getrockneter Ingwer weist einen ganz anderen Geschmack auf und kann daher den frischen nicht gut ersetzen. Getrockneter Ingwer ist eine optionale Zutat zum Currypulver (siehe Curryblätter) und sogar zum chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver (siehe Sternanis); weiters findet man ihn in der äthiopischen Mischung berbere (siehe langer Pfeffer). Ein indonesisches Rezept mit getrocknetem Ingwer ist beim großen Galgant erwähnt.

    Man verwendet getrockneten Ingwer nur selten in den Gegenden, in denen das Gewürz auch frisch zur Verfügung steht. Der Geschmack ist eher aromatisch als scharf, und getrockneter Ingwer hat einige Anwendung für würziges Gebäck in Europa und vermag auch viele pikante Suppen und Saucen der europäischen Küche zu bereichern. Er ist allerdings ein bißchen aus der Mode gekommen und wird deshalb selten in neueren Kochbüchern erwähnt, doch hat er sich in der französischen Küche in Form der auf barocke Vorbilder zurückgehenden Gewürzmischung quatre épices bis zum heutigen Tag behaupten können (siehe Muskat).



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    Zuletzt modifiziert am 21 Dec 1999
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