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    Wasabi (Wasabia japonica (Miq.) Matsum.)

    Synonyme

    botWasabia pungens, Eutrema wasabi, Cochlearia wasabi, Alliaria wasabi
    BulgarischУасаби, Уосаби
    Wasabi, Wosabi, Uasabi, Uosobi
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    山葵 [sāan kwai]
    Saan kwai
    Chinesisch
    (Mandarin)
    山葵 [shān kuí]
    Shan kui
    DänischJapansk Peberrod
    DeutschBergstockrose, Japanischer Kren
    EnglischJapanese horseradish
    EsperantoJapana kreno, Vasabio
    FinnischJapaninpiparjuuri
    FranzösischRaifort du Japon
    Hebräischווסאבי
    Vasabi
    Japanisch山葵, ,
    わさび, なみだ
    ワサビ, ナミダ
    Wasabi, Namida
    Koreanisch고추냉이, 겨자냉이, 와사비
    Gochu-naengi, Kyoja-naengi, Gyeoja-naengi, Gyoja-naengi, Wasabi
    LitauischJaponinis pipirkrienis
    NiederländischBergstokroos, Japanse mierikswortel
    PolnischWasabi
    PortugiesischRabanete-japonês
    RumänischRidiche japoneză
    RussischВасаби, Японский хрен
    Vasabi, Yaponskij khren
    SchwedischJapansk pepparrot
    SlowakischJaponský chren
    Thaiวาซาบิ
    Wasabi
    TschechischJaponský zelený křen, Wasabi
    UngarischZöldtorma, Wasabi, Japán torma
    Wasabia japonica: Wasabiwurzel
    Ein Korb voller Wasabiwurzeln

    www.utougi.com

    Verwendeter Pflanzenteil

    Wurzel und untere Teile des Stengels. In Japan wird dieses Gewürz oft frisch verwendet, aber außerhalb Japans ist Wasabi nur getrocknet (als blaßgrünes Pulver) oder als grüne Paste erhältlich.

    Viele, wenn nicht die meisten, der im Handel erhältlichen Wasabiprodukte sind allerdings Fälschungen und bestehen im wesentlichen aus gefärbtem Kren. Beim Einkauf sollte man immer bedenken, daß Wasabi niemals billig sein kann.

    In Japan verwendet man frische Wasabiblätter auch als aromatische Dekoration.

    Pflanzenfamilie

    Brassicaceae (Kreuzblütengewächse).

    Geruch und Geschmack

    Sehr scharf und tränenreizend, wie Kren, aber mit einem frischeren Beigeschmack. Für eine Zusammenfassung scharfer Gewürze siehe Mohrenpfeffer.
    Es muß festgehalten werden, daß sich der scharfe Geschmack des Wasabipulvers erst bei Kontakt mit Wasser im Verlauf einiger Minuten entwickelt; probiert man das trockene Pulver, so schmeckt es unangenehm bitter (siehe Zitwer).
    Wasabia japonica: Wasabiblüte
    Wasabi-Blüte

    www.utougi.com

    Inhaltsstoffe

    Auch Wasabi verdankt sein Aroma stechend riechenden Isothiocyanaten. In der Wasabiwurzel wurden zwei Glucosinolate gefunden (Glucocochlearin und Sinigrin), aus denen enzymatisch freies sec-Butylisothiocyanat (CH3–CH2–CH(CH3)–NCS) bzw. freies Allylisothiocyanat (CH2=CH–CH2–NCS) freigesetzt werden. Sinigrin ist auch im schwarzen Senf und im Kren die geschmacksgebende Komponente.

    Als weitere Spurenverbindungen sind das 6-Methylthiohexyl-isothiocyanat, 7-Methylthioheptyl-isothiocyanat und das 8-Methylthioocytl-isothiocyanat zu erwähnen. Diese ω-Methylthioalkyl-isothiocyanate sind für Wasabi spezifisch und werden oft für das charakteristische Aroma verantwortlich gemacht, das japanische Feinschmecker so lieben. Allerdings treten ähnlich gebaute, aber kurzkettigere Verbindungen auch im italienischen Kraut Rauke auf.

    Herkunft

    Japan. Die Pflanze ist sehr schwierig zu kultivieren, weil sie nur in fließendem Wasser gut gedeiht; ein gewisser Teil stammt auch heute noch aus Wildsammlung. Neuerdings versucht man sich in Neuseeland und im Westen der USA ebenfalls an der Wasabizucht.

    Etymologie

    Auf Chinesisch heißt Wasabi shan kui [山葵] (wörtlich „Berg-Sonnenblume“). Der Name wasabi, der Eingang in die meisten westlichen Sprachen gefunden hat, stammt aus dem Japanischen. In Japan schrieb man wasabi ursprünglich in Kanji als 和佐比, was in moderner Aussprache als wasahi gelesen würde; diese Schreibung wird aber heute nicht mehr verwendet. Stattdessen verwendet man zumeist Hiragana [わさび] oder auch Katakana [ワサビ]. Die moderne Schreibung in Kanji (Logogrammen) erfolgt entsprechend dem chinesischen Vorbild [山葵], ist aber wegen ihrer Irregularität wenig gebräuchlich: Im Japanischen bedeuten die Einzelkanji yama [] „Berg“ und aoi [] „Stockrose“ (damit ist die Zierpflanze Althea rosea gemeint, die mit Eibisch und Hibiscus verwandt ist, aber in keiner näheren Beziehung zu Wasabi steht). Somit schreibt man den Namen als „yama aoi“, spricht aber immer als wasabi! Siehe Szechuanpfeffer für eine genauere Erklärung von Kanji-Lesarten.

    Trotzdem gibt es einige europäische Namen, die die japanischen Kanji wörtlich als „Bergstockrose“ übertragen, z.B. niederländisch bergstokroos und englisch mountain hollyhock. Der letztere Name steht allerdings häufiger für einen echten Eibischverwandten, Iliamna rivularis (Malvaceae/Malvales/Dilleniidae).

    In den meisten Sprachen bezeichnet man Wasabi, sofern er überhaupt bekannt ist, mit dem japanischen Namen, der gegebenenfalls in der Schreibung dem einheimischen Lautbestand angepaßt wird. In einigen Sprachen sind auch Umschreibungen üblich, die Wasabi aus eine Variante des bekannten Krens auffassen, z.B. französisch raifort du Japon, niederländisch Japanse mierikswortel, russisch Yaponskij khren [Японский хрен] oder finnisch japaninpiparjuuri, die alle „Japanischer Kren“ bedeuten. Ein anderes Benennungsmotiv finden wir bei ungarisch zöldtorma „grüner Kren“.

    Japanisch namida [, , なみだ] bedeutet alltagssprachlich „Träne“; in einer Sushi-Bar ausgesprochen, wird es jedoch als Aufforderung an den Sushi-Meister verstanden, etwas mehr von dem tränenreizenden Wasabi bereitzustellen.

    Ausgewählte Links

    Sorting Wasabia names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Wasabi information (member.nifty.ne.jp) Pacific Farms: About Wasabi Urban Agriculture Notes: Wasabi Pacific Coast Wasabi Ltd: Wasabi – The Background Story New Zealand Wasabi Ltd: Meet Wasabi Wasabi – The Best Accompanist of Sushi Sushi Vocabulary (bento.com) Sushi History (eatsushi.com) Making Sushi – a Complete Guide


    Wasabia japonica: Wasabikultur
    Wasabipflanzen in Kultur

    www.utougi.com

    Wasabi ist ein ausschließlich in Japan bekanntes Gewürz; man serviert es vor allem zu verschiedenen Versionen von rohem Fisch, wie er in Japan beliebt ist und auch im Westen immer mehr Freunde findet. Die blaßgrüne Paste aus Wasabipulver und Wasser schmeckt, eventuell mit etwas Sojasauce verfeinert, aber auch zu dem auf portugiesische Vorbilder zurückgehenden japanischen tempura, Gemüse im Ausbackteig (siehe Perilla).

    In der japanischen Küche wird die Frische aller Zutaten extrem hoch bewertet. Das ist besonders verständlich im Fall von rohem Fisch, der sehr rasch geschmackliche Veränderungen durchmacht und bald von gesundheitsschädlichen Mikroben besiedelt wird. Für japanische Speisen muß der Fisch so frisch sein, daß er den typischen Fischgeruch nicht aufweist. Dafür legen die Köche weniger Wert auf geschmacksintensive Gewürze; man läßt die Aromen der Zutaten lieber für sich selbst sprechen. Die reine und klare Schärfe des Wasabi paßt sehr gut zu diesem spartanischen Geschmackskonzept.

    Die Leidenschaft der Japaner für rohen Fisch ist sogar in Europa wohlbekannt; allerdings kennt man rohen Fisch in anderer Zubereitung auch anderswo (siehe Limette über mexicanische ceviche). In Japan heißt die einfachste Form dieser Speise sashimi [刺身, さしみ]: Darunter versteht man einfach dünne Scheiben von absolut frischem Fisch, die in Wasabipaste und Sojasauce getunkt und gegessen werden. Im Westen bekannter ist sushi, das häufig, jedoch keineswegs zwingend, rohen Fisch enthält.
    Wasabia japonica: Wasabipflanze
    Wasabipflanze

    Sushi (in Zusammensetzungen korrekterweise zushi geschrieben) [, 寿司, すし, スシ] ist grundsätzlich Rundkornreis, der mit ein wenig Zucker und Essig gekocht wird und daher einen ganz leicht süßsauren Geschmack aufweist. Nach dem Erkalten wird dieser Reis in eine flache, längliche Form gepreßt und mit irgendwelchen Zutaten belegt (nigiri-sushi, nigiri-zushi [握り寿司, 握り鮨, 握鮨, 握りずし, にぎりずし]). Oft rollt man das sushi auch auf einem Blatt Seetang (nori [海苔, のり]) zusammen und erhält dann die im Westen bekannten cylindrischen Reisbissen (maki-sushi, maki-zushi [巻鮨, 巻寿司, まきずし]). Eine eher westliche Erfindung ist das inside-out, wobei der Reis auf der Außenseite des nori-Blattes angebracht wird. Manche maki-Arten, besonders die mit rohem Thunfisch, werden auch mit etwas Sesamöl als zusätzlicher Würze zubereitet; oft wälzt man auch die inside-out maki in gerösteten Sesamsamen, die dann die Reisoberfläche bedecken.

    Die bekanntesten sushi-Varianten enthalten rohen Fisch oder rohe Meeresfrüchte, z.B. Lachs (sake [, さけ, しゃけ]), Thunfisch (tekka [鉄火, てっか] oder maguro [, まぐろ]), Garnele (ebi [, , 海老, えび]) oder Tintenfisch (ika [烏賊, 墨魚, いか]), aber es gibt auch viele fischfreie sushi, z.B. mit einer Art Rührei (tamago [, 玉子, たまご] „Ei“), frischer Karotte oder Gurke (kappa [かっぱ]) und eingelegtem Gemüse, besonders Rettich (oshinko [お新香, 御新香, おしんこ]). Seltener, aber durchaus nicht unmöglich, sind dagegen sushi-Arten mit gebratenem, gekochtem oder sogar rohem Fleisch.

    Als Beilagen zu sushi serviert man üblicherweise Wasabipaste, Sojasauce und eingelegten Ingwer, von dem es zwei Arten gibt: gari [がり] ist sauer eingelegter junger Ingwer in der natürlich weißen Farbe, und beni shōga [紅生姜, べにしょうが] enthält auch Perillablätter, die ihm eine rosa Farbe verleihen. Zu sushi kann man auch aromatische Kräuter als Dekoration reichen, z.B. Perilla, Wasserpfeffer oder junge Blätter des Sichuanpfeffer-Baums (kinome).

    Durch die boomende Beliebtheit von sushi in westlichen Ländern werden immer mehr neue Varianten kreiert, darunter auch solche mit eher unjapanischen Zutaten (Avocado, Käse, Tomaten mit Basilikum). Tatsächlich ist sushi so vielseitig abwandelbar wie das westliche Sandwich, und man kann es als spezielle japanische Art von Sandwich sehen, in dem das Brot durch ein anderes Getreideprodukt, gekochten Reis, ersetzt ist. Durch diese Analogie wird auch klarer, warum so gut wie alles, was man auf eine Brotschnitte legen kann, auch schon zu sushi verarbeitet wurde – oft (aber keineswegs immer) mit erstaunlichem Erfolg.



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    Zuletzt modifiziert am 17 Dec 1999
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