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    Vanille (Vanilla planifolia Andrews)

    Synonyme

    Vanilla planifolia: Sterile Vanillepflanze
    Sterile Vanillepflanze

    pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

    Vanilla planifolia, tahitensis: Vanilleschoten: Bourbon und Tahiti
    Vanilleschoten: Links gewöhnliche Bourbon-Vanille, rechts Tahiti-Vanille
    botVanilla fragrans
    pharmFructus Vanillae
    Amharischቫኒላ
    Vanila
    Arabischفانيليا
    فانِيليَا
    Fanilya
    ArmenischՎանիլ
    Vanil
    BaskischBainila
    BulgarischВанилия
    Vaniliya
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    雲呢哪 [wàhn nēi lá], 香莢蘭 [hēung gaahp làahn], 香蘭 [hēung lán], 香子蘭 [hēung jí lán]
    Wahn nei la, Heung gaahp laahn, Heung lan, Heung ji lan
    Chinesisch
    (Mandarin)
    梵尼蘭 [fàn ní lán], 香莢蘭 [xiāng jiá lán], 香蘭 [xiāng lán], 香子蘭 [xiāng zǐ lán], 香草兰 [xiāng cǎo lán], 香草 [xiāng cǎo]
    Fan ni lan, Xiang jia lan, Hsiang ts'ao lan, Xiang lan, Xiang zi lan, Xiang cao lan, Xiang cao
    DänischVanilje
    EnglischVanilla
    EsperantoVanilo
    EstnischHarilik vanill, Vanillikaun
    Farsiوانیل
    Vanil
    FinnischVanilja
    FranzösischVanille
    FriesischFanylje, Fanille
    Georgischვანილი
    Vanili
    GriechischΒανίλλια
    Vanillia
    Hebräischוניל
    Vanil
    IndonesischPanili
    IsländischVanilla
    ItalienischVaniglia
    Japanischバニラ
    Banira
    JiddischVanil
    Kannadaವ್ಯನಿಲ್ಲ
    Vyanilla
    KasachischВаниль
    Vaniyl
    Koreanisch바닐라
    Panilla
    KroatischVanilija
    LettischSmaržīgā vaniļa
    LitauischVanilė, Kvapioji vanilė
    NiederländischVanille
    NorwegischVanilje
    PolnischWanilia płaskolistna
    PortugiesischBaunilha
    Punjabiਵਾਨਿਲੇ
    Vanile
    RumänischVanilie
    RussischВаниль
    Vanil
    SchwedischVanilj
    SlovenischVanilija
    SlowakischVanilka
    SpanischVainilla
    SwahiliLavani
    TagalogVanilia
    Tamilவனிக்கோடி
    Vanikkodi
    Thaiวนิลา, วานิลลา
    Wanila, Wanilla
    TschechischVanilka
    TürkischVanilya
    UkrainischВаніль
    Vanil
    UngarischVanília

    Vanilla tahitensis: Tahitivanille
    Tahiti-Vanille
    Vanilla planifolia: Vanilleblüte
    Vanille: Blüte und unreife Früchte

    Photo von Jim Reddekopp

    Vanilla tahitensis: Vanillebesen
    Reifende Vanillefrüchte

    www.tahiti1.com

    Verwendeter Pflanzenteil

    Die reife Frucht (botanisch eine Kapsel, aber oft fälschlich als „Schote“ bezeichnet). Das Aroma ist in den Samen und dem die Samen umgebenden Öl konzentriert.

    Pflanzenfamilie

    Orchidaceae (Orchideengewächse).

    Geruch und Geschmack

    Süß, aromatisch, weich und sehr angenehm. Für eine Zusammenstellung süßer Gewürze, siehe Süßholz.

    Vanille aus Réunion und Madagaskar (Bourbon-Vanille) hat einen intensiven, harmonischen und „dunklen“, sehr ausgewogenen Geschmack; sie wird am höchsten bewertet. Vanille aus México ist dagegen etwas weicher und zurückhaltender im Aroma.

    Die Tahiti-Vanille stammt von einer nahe verwandten Art (Vanilla tahitensis, vermutlich ein Hybrid aus V. planifolia und V. pompona) und fällt durch einen Vanilleduft mit einer ungewöhnlichen, blütenartigen Komponente auf. Im Welthandel gilt sie als minderwertig, weil der Geruch merklich von dem der Standard-Vanille abweicht.
    Vanilla pompona: Guadaloupevanille: Blüte
    Die Guadaloupe-Vanille hat besonders schöne Blüten

    www.rz.uni-karlsruhe.de

    Inhaltsstoffe

    Die fermentierte Frucht enthält je nach Herkunft etwa 2% Vanillin (México 1.75%, Sri Lanka 1.5%, Indonesien 2.75%); bei Vanille von besonders hoher Qualität kann man kristallines Vanillin in Form weißer, dünner Nadeln an der Oberfläche erkennen (givre, französisch für „Rauhreif“).

    Obwohl das Vanillin (85% aller flüchtigen Inhaltsstoffe) das Aroma dominiert, tragen doch auch andere Komponenten wesentlich zum Geschmack bei; es wurden p-Hydroxybenzaldehyd (bis zu 10%), p-Hydroxybenzylmethylether (1%) und ca. 130 weitere Verbindungen (Phenole, Phenolether, Alkohole, Carbonylverbindungen, Säuren, Ester, Lactone, aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe und Heterocyclen) identifiziert. Zwei stereoisomere Vitispirane (2,10,10-Trimethyl-1,6- und Methyliden-1-oxaspiro(4,5)dec-7-en), die nur in Spuren auftreten, werden ebenfalls als aromabeeinflussend angesehen.

    Die Tahiti-Vanille verdankt ihr abweichendes Aroma den zusätzlichen Inhaltsstoffen Piperonal (Heliotropin, 3,4-Dioxymethylenbenzaldehyd) und Diacetyl (Butandion). Der Vanillingehalt beträgt ca. 1.7%.

    Vanille enthält weiters 25% Zucker, 15% Lipide (Fett), 15 bis 30% Cellulose und 6% Mineralstoffe. Der Wassergehalt ist mit 35% ungewöhnlich hoch.
    Vanilla pompona: Antillenvanille, Guadeloupevanille
    Antillen-Vanille, sterile Pflanze

    Herkunft

    Südostméxico und Guatemala. Heute sind Madagaskar und Réunion (früher Bourbon genannt) noch vor México die Hauptproduzenten; auch die indonesischen Anbaugebiete sind von steigender Bedeutung.

    Etymologie

    Der Name Vanille stammt aus dem Spanischen: Vainilla ist ein Diminutiv von vaina „Scheide, Kapsel“; der Name könnte durch die Ähnlichkeit der Vanilleschote mit einer Schwertscheide motiviert sein. Dagegen bezieht sich der botanische Artname planifolia auf die auffällig flache Form der Blätter (lateinisch planus „flach“ und folium „Blatt“).

    Praktisch alle Sprachen der Welt haben das spanische Wort übernommen. Die Variationsbreite ist dabei innerhalb Europas relativ gering, z.B. baskisch bainila, polnisch wanilia und lettisch vaniļa. Außereuropäische Beispiele sind arabisch fanilya [فانيليا], persisch vanil [وانیل], tamilisch vanikkodi [வனிக்கோடி], indonesisch panilli, kantonesisch wahn nei la [雲呢哪] und Mandarin fan ni lan [梵尼蘭].

    Interessanterweise scheinen die amerikanischen Namen der Vanille (z.B. Náhuatl tlilxochitl „Schwarze Blume“) in keine andere Sprache übernommen worden zu sein.

    Ausgewählte Links

    A Pinch of Vanilla (www.apinchof.com) The Epicentre: Vanilla Medical Spice Exhibit: Vanilla KCJ Vanilla Product Page Transport Information Service: Vanilla The Spice House: Vanilla Beans Selection (also Tahiti) Gewürzamt: Tahiti-Vanille Dinses Culinarium: Vanille (Tahiti und Bourbon) chemikalienlexikon.de: Vanillin chemikalienlexikon.de: Heliotropin A Chocolate Timeline A History of Chocolate Schokolade und Kakao The genetic diversity of Criollo cacao and its consequence in quality breeding Product Information Vanilla (spizes.com) Spice FAQ: Vanilla (open.hr via archive.org) Tahaa – La Maison de la Vanille (online.fr) Rezepte mit Vanille


    Vanilla planifolia: Vanilleblüte
    Vanilleblüte

    www.csdl.tamu.edu

    Vanilla planifolia: Vanille (Pflanze)
    Vanille (steriler Trieb)
    Vanille ist in Mittelamerika heimisch und wurde schon lange vor Columbus verwendet. Sowohl die Mayas als auch später die Azteken benutzten Vanille, um ein spezielles Getränk zu aromatisieren, das aus Wasser, gerösteten Kakaobohnen und Gewürzen bestand: chacau haa (oder chocol haa) in der Sprache der Maya und cacahuatl auf Aztekisch (Náhuatl).

    Die Mayaschokolade, wie man sie bis heute in Südméxico, Guatemala und Belize zubereitet, ist oft scharf gewürzt und enthält Chilies und andere heimische (Piment, Annatto) oder eingeführte (schwarzer Pfeffer, Zimt) Gewürze. Süßungsmittel sind zwar möglich aber keinesfalls notwendig. Das Getränk wird heiß oder kalt genossen und in jedem Fall schaumig aufgeschlagen; der Schaum gilt als der köstlichste Teil daran.

    Die Azteken dagegen tranken ihr Schokoladegetränk meist kalt und verwendeten gerne Honig zum Süßen; heutzutage ist natürlich Rohrzucker üblich. Aztekenschokolade kann alle der im vorigen Absatz erwähnten Gewürze und noch weitere (z.B. Paprika oder mexicanische Pfefferblätter) enthalten; bei Ritualen wurde die blutrote Farbe, die sich mit Annatto erzielen läßt, besonders geschätzt. Als sich Hernán Cortés am 14. November 1519 in der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán eine Audienz beim Aztekenherrscher Moctezuma erzwang, trank er als erster Europäer vanillegewürzte Trinkschokolade; kaum drei Jahr später war Tenochtitlán eine qualmende Ruinenstadt und das Aztekenreich auf ewige Zeit vernichtet.

    Zunächst wurde Vanille in Europa überwiegend zum selben Zweck wie in Amerika verwendet: Zum Würzen der Trinkschokolade, die sich an den Adelshäusern des 17.ten Jahrhundert einer ungemeinen Beliebtheit erfreute. Europäische Trinkschokolade wurde praktisch immer süß getrunken und konnte eine ziemliche Anzahl weiterer Würzen enthalten, z.B. Anis, Zimt oder auch exotische Tierprodukte wie Moschus oder Amber. Der Hauptbeitrag der Europäer zur Schokolade war aber die Verwendung von Milch statt Wasser, die später, im ausgehenden 19.ten Jahrhundert, in der Produktion von Milchschokolade in Tafelform gipfelte.
    Vanilla planifolia: Vanillaranke mit Luftwurzel
    Steriler Vanillezweig mit Luftwurzeln

    Abgesehen von der Schokolade wird Vanille in einer Anzahl weiterer süßer Spezialitäten der westlichen Küche verwendet; ihre Verwendung zu salzigen Speisen ist sehr ungewöhnlich. Vanille braucht man für viele Keksrezepte, für Kuchen, süße Puddings und Breie, und sogar für süße Getränke auf Milchbasis; außerdem werden trockene Backwaren (z.B. die Strudel der österreichischen, deutschen oder tschechischen Küche) oft mit warmen süßen Saucen mit Vanillegeschmack serviert. Die mengenmäßig bedeutsamste und schon fast sprichwörtliche Anwendung ist aber das Vanilleeis. Der größte Teil industriell gefertigter „vanillehaltiger“ Produkte enthält jedoch keine echte Vanille, sondern das wesentlich billigere synthetische Vanillin, der Hauptkomponente (aber eben nicht der einzigen Komponente) des Vanillearomas.

    Vanillin läßt sich relativ leicht aus Holzabfällen der Papierindustrie herstellen; dieselbe Reaktion ist auch für den manchmal deutlichen Vanilleduft von in Holzfässern gereiften Weinen (barrique) verantwortlich. Reines Vanillin riecht zwar erkennbar vanilleähnlich, andererseits fehlt ihm aber der feine und vielschichtige Geschmack der echten Vanille; deshalb kann es Vanille in Qualitätsprodukten nicht ersetzen. Nirgendwo merkt man das schmerzlicher als beim Vanille-Eis, das (von einzelnen Ausnahmen abgesehen) zumeist enttäuschend schmeckt. Vanilleeis mit echtem Vanilleextrakt oder Vanillemark (an den winzigen schwarzen Samen erkennbar) bekommt man vergleichsweise selten angeboten.

    Speiseeis erscheint auf den ersten Blick als ein typisches Produkt des industrialisierten Westens, da zu seiner Herstellung und seinem Transport erheblicher technischer Aufwand nötig ist. Allerdings ließ sich bereits Alexander der Große mit eisgekühlten Desserts verwöhnen, und von einigen römischen Kaisern wird dasselbe berichtet. Die chinesischen Kaiser der Tang-Dynastie genossen an heißen Sommertagen mit Kampfer aromatisierte Eis-Gerichte auf Milchbasis, und ähnliche Rezepte (kulfi) wurden fast ein Jahrtausend später von der indischen Moghul-Dynastie perfektioniert. Zur Kühlung diente aus den Bergen herangeschaffter Schnee, eine erhebliche logistische Leistung!
    Vanilla planifolia: Vanilleblüte, Vanillefrüchte
    Blüten und Früchte der Vanille

    www.rz.uni-karlsruhe.de

    Die heute produzierten Eis-Crèmes verdanken ihre geschmeidige Konsistenz nicht nur verschiedenen Emulgatoren, sondern vor allem winzigen Gasblasen, die bei der Herstellung eingearbeitet werden. Diese Entwicklung unterscheidet das Speiseeis von heute von den halbgefrorenen, sorbet-artigen Produkten eines Nero oder Jehan Gir.

    Speiseeis wird heute in einer Unzahl verschiedener Geschmacksrichtungen angeboten; beliebt sind vor allem Schokolade, Fruchtaromen (von den auf dieser Seite erwähnten Pflanzen Zitrone, Orange, Mango und Granatapfel), Pfefferminz, Vanille, Tonka und nussige Geschmacksrichtungen wie Haselnuß, Mandel oder Kokos. Ausgezeichnetes Eis kann man aber auch aus verschiedenen Kräutern (Zitronenverbene, Lavendel) oder Gewürzen wie Zimt, Cardamom und Muskat herstellen. In manchen Ländern werden blumige Düfte, etwa Rose in Iran oder Pandanusblüten in Indien, zu Eis verarbeitet; in Thailand und Indonesien bekommt man dagegen Eis aus Pandanusblättern. Das Safraneis, das ich in einigen indischen Ferienorten angeboten bekam, kann geradezu süchtig machen (am besten war Safran–Pistazie, für alle, die einen Urlaub in Mount Abu/Rajasthan planen). Andere Eissorten erwähne ich dagegen nur der Vollständigkeit halber: Von Knoblauch- und Chilieis wird gelegentlich berichtet, aber mir ist es noch nicht untergekommen.

    Anders als bei den meisten anderen Gewürze ist die Verarbeitung der Vanille nach dem Pflücken ziemlich kompliziert, da die frischen Schoten so gut wie keinen Geschmack haben; das Vanillin ist nämlich glycosidisch gebunden und muß erst durch eine enzymatische Reaktion freigesetzt werden. Dazu werden die frischgeernteten Früchte einer Folge von Heißwasser- (Bourbon) oder Wasserdampfbehandlungen (México) unterzogen. Diese aufwendige Verarbeitung und außerhalb Méxicos auch die Notwendigkeit künstlicher Bestäubung machen Vanille zu einem der teuersten Gewürze.

    Vanille wird nicht oft mit anderen Gewürzen kombiniert, allenfalls wären Safran oder Zimt einen Versuch wert. Wer Vanille der Abwechslung halber einmal durch ein anderes Gewürz ersetzen möchte, dem bieten sich mit Tonkabohnen oder Pandanusblättern potentiell interessante Alternativen. Auch Blütenwässer kommen in Frage (Rose, Kewra).

    Alles Teure wird verfälscht oder nachgemacht – Vanille ist dabei keine Ausnahme. Synthetisches Vanillin ist ein offensichtlicher Kandidat, um minderwertige oder teilextrahierte Vanilleschoten „aufzuwerten“; es kann auch dem teuren Vanilleextrakt (den man durch Auslaugen der Schoten in Wasser-Alkohol-Mischungen gewinnt) zugesetzt sein. Besonders in México findet man oft Tonkabohnenextrakt als Verfälschung in Vanilleprodukten. Siehe auch bei Tonkabohnen über aromatisierten Tabak.

    Zwei verwandte Arten, V. pompona, die Guadaloupe- oder Antillen-Vanille aus den Westindischen Inseln sowie V. tahitensis aus Tahiti, werden als minderwertige Arten gehandelt; gelegentlich werden sie zur Verfälschung von Vanilleprodukten mißbraucht. Ihr Aroma unterscheidet sich deutlich von dem der „echten“ Vanille, dies muß aber nicht unbedingt als Nachteil angesehen werden.



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    Zuletzt modifiziert am 24 Aug 2003
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