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    [ Pflanzenteil | Familie | Aroma | Inhaltsstoffe | Herkunft | Etymologie | Diskussion | Bottom ]

    Sesam (Sesamum indicum L.)

    Synonyme

    Sesamum radiatum: Sesamfrüchte
    Reife Fruchtkapseln (S. radiatum)
    pharmSemen Sesami
    AlbanischSuzami
    Arabischجلجلان, سمسم
    جُلْجُلَان, سِمْسِم, سُمْسُم
    Juljulan, Zelzlane, Sumsum, Simsim
    ArmenischՇուշմա, Շուշմայի Կուտ
    Shooshma, Shushma; Shooshmayi good, Shushmayi kut (Samen)
    AssamesischTisi
    AzeriKüncüt
    Күнҹүт
    BengaliTil
    BulgarischСусам
    Susam
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    芝麻 [jì màh], 胡麻 [wùh màh]
    Ji mah, Wuh ma
    Chinesisch
    (Mandarin)
    芝麻 [zhī má], 胡麻 [hú má]
    Zhi ma, Zi ma, Zi Moa, Hu ma
    DeutschVanglo
    Dhivehiތިލޭއޮ
    Thileyo
    EnglischSesame, Gingelly, Semsem, Benne
    EsperantoSezamo
    EstnischHarilik seesam, Kunžuut
    Farsiکنجد
    Konjed
    FinnischSeesami
    FranzösischSésame, Teel, Till
    GalizischSésamo
    GriechischΣουσάμι, Σησάμι
    Sesami, Sousami
    GujaratiTal, Mittho-tel
    Hebräischשומשום
    Shumshum, Sumsum
    HindiTil, Gingli
    IndonesischWijen
    IsländischSesamfræ
    ItalienischSesamo
    Japanisch胡麻
    ごま
    ゴマ, シマ
    Goma, Sima
    Kannadaಅಚ್ಚೆಳ್ಳು, ಎಳ್ಳು, ತಿಲ
    Acchellu, Ellu, Tila
    KasachischКүнжіт
    Künjit
    KatalanischSèsam
    Koreanisch참깨, 깨씨, 씨샘,
    Chamggae, Cham-kkae, Ggaessi, Kkaessi, Ssisaem, Ggae, Kkae
    KroatischSezam
    LaotischNga, Man nga
    LettischSēzama sēklas
    LitauischSezamas, Indinis sezamas
    MalayalamChitelu, Ellu
    MalaysischBijan
    Marathiतीळ
    Til, Ashadital, Bariktil
    Nepaliतिल
    Til
    NiederländischSesamzaad
    OriyaRashi
    PolnischSezam indyjski
    PortugiesischSésamo, Gergelim (Brasilien)
    Punjabiਤਿਲ
    Til
    RumänischSusan
    RussischКунжут, Сезам
    Kunzhut, Sezam
    SanskritTila
    SchwedischSesam
    SlovenischSezama
    SlowakischSezam indický, Sezam
    SpanischAjonjolí, Sésamo
    SwahiliUfuta
    TagalogLinga
    Tamilஎள்ளு
    Ellu, Yellu
    Teluguనువ్వులు, తిలలు
    Nuvvulu, Tillu
    Thaiงา
    Ngaa, Dee la
    TschechischSezam, Sezamové semínko
    TürkischSusam
    UkrainischСезам
    Sezam
    UngarischSzézámmag, Szézámfű
    UrduTil
    VietnamesischCây vừng, Mè, Vừng, Hắc chi ma
    Cay vung, Me, Vung, Hac chi ma
    Sesamum indicum: Sesamsamen
    Sesamsamen

    Verwendeter Pflanzenteil

    Samen. Neben einfach getrockneten Samen werden oft auch geröstete Samen gebraucht.

    Meinem Wissen nach haben die Blätter der Sesampflanze keine Verwendung in der Küche. Trotzdem nennen in koreanische Kochbücher gelegentlich „Sesamblätter“ oder „Wilde Sesamblätter“. Das ist auf fehlerhafte Übersetzungen zurückzuführen; gemeint sind Perillablätter.

    Pflanzenfamilie

    Pedaliaceae.

    Geruch und Geschmack

    Der getrocknete Same schmeckt leicht nussig; das Aroma verstärkt sich beim Rösten auf ein Vielfaches. Dunkles Sesamöl weist einen sehr starken und durchaus aufdringlichen nussigen Geruch auf.
    Sesamum indicum: Sesam-Samen (schwarz und weiß)
    Weiße und schwarze Sesamsamen

    Inhaltsstoffe

    Die Samen enthalten 50 bis 60% fettes Öl, das durch die Lignane Sesamolin und Sesamin (jeweils ca. 300 ppm, bezogen auf das Öl) charakterisiert ist; bei der Raffination entstehen dabei die antioxidativ wirkenden Phenole Sesamol (3,4-Methylendioxyphenol) und Sesaminol.

    Sesamöl besteht größtenteils aus Trigylyceriden der einfach ungesättigten Ölsäure (40%) und der zweifach ungesättigten Linolsäure (45%), daneben etwa 10% gesättigte Fette (Iodzahl 110). Durch die fehlenden dreifach ungesättigten Fettsäuren und durch die Antioxidantien ist Sesamöl ausgezeichnet lagerbeständig.

    Seinen charakteristischen Geschmack verdankt das orientalische (aus gerösteten Sesamsamen gepreßte) Sesamöl einer Vielzahl von Verbindungen, die sich beim Rösten der Samen aus geruchlosen Vorstufen bilden: Am wichtigsten sind dabei 2-Furyl-methanthiol, das auch im Aroma von Kaffee oder gebratenem Fleisch eine bedeutende Rolle spielt, Guajacol (2-Methoxyphenol), 2-Phenylethanthiol und Furaneol (4-Hydroxy-2,5-dimethyl-3(2H)furanon); daneben werden noch 4-Vinylguacol, 2,4-Decandienal, 2-Pentylpyridin und weitere sauerstoff- und stickstoffhaltige Heterocyclen angegeben (2-Acetylpyrrolin, 2-Pentylpyridin, alkylierte und acylierte Pyrazine). 2-Acetylpyrrolin gilt als de Hauptaromakomponente in Pandanusblättern.

    Andere Quellen wiederum sprechen von Pyrazinen als den Hauptkomponenten des Aromas von geröstetem Sesam. Untersuchungen ergaben, daß bei hohen Rösttemperaturen (200 °C) mehr Furane und bei niedrigen (160 °C) mehr Pyrazine gebildet werden.
    Sesamum indicum: Sesamblüten
    Blühende Sesampflanze

    www.csdl.tamu.edu

    Herkunft

    Sesam eine uralte Nutzpflanze. Er wird heute größtenteils in Indien und dem Fernen Osten (China, Korea) angebaut, stammt möglicherweise aber aus dem tropischen Afrika (andere Quellen geben Indien an).

    Etymologie

    Der Name Sesam und seine Pendants in praktisch allen modernen europäischen Sprachen gehen auf griechisch sesamon [σήσαμον] zurück, das seinerseits aus einer unbekannten Sprache des östlichen Mittelmeerraums stammt. Wahrscheinlich gehörte die Quellsprache zur semitischen Gruppe, da man in vielen alten und jungen semitischen Sprachen sehr ähnliche Namen für Sesam kennt: Akkadisch šamaššammu, phönizisch ššmn, aramäisch šumšəma, hebräisch sumsum [שומשום] und arabisch simsim [سمسم]. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine reduplizierte Form der semitischen Wurzel ŠMS „Öl, Fett“ (vgl. hebräisch shemen [שמן] „Öl“).

    In Indien, wo Sesam zumindest seit der Harappa-Periode angebaut wird, gibt es zwei unabhängige Namen für die Pflanze: Sanskrit tila [तिल] liegt den Namen in allen nordindischen und einigen südindischen Sprachen zgrunde, z.B. Gujarati tal, Bengali til [তিল], aber auch Telugu tillu [తిలలు], Sinhala tala [තල]) und Dhivehi tileyo [ތިލޭއޮ]. Einige der dravidischen Sprachen Südindiens haben aber ein anderes Wort dafür, etwa Tamil und Kannada ellu [எள்ளு, ಎಳ್ಳು]. Interessanterweise erinnert letzterer Name sehr an das griechische elaia [ἐλαία] „Olive“; möglicherweise besteht hier ein Zusammenhang zwischen den Namen zweier lokal überaus wichtiger Ölpflanzen.

    Von beiden indischen Wurzeln sind auch Worte mit der generellen Bedeutung „flüssiges (Speise)fett“ abgeleitet, z.B. Sanskrit taila [तैल] und Dhivehi theyo [ތޭއޮ] bzw. Tamil ennai [என்னெய்], wobei das letztere aus ellu [எள்ளு] „Sesam“ und ney [நெய்] „Fett“ gebildet ist; siehe auch Kokosnuß für den zweiten Wortbestandteil. Eine wahrscheinlich gleichartige Konstruktion liegt bei Kannada enne [ಎಣ್ಣೆ] „Öl“ vor. Ähnliche Bedeutungsentwicklungen von dm Namen einer Ölfrucht zu einem generischen Begriff „Fett“ kennt man in anderen Sprachen: So ist „Olive“ mit deutsch „Öl“ verwandt.

    English gingelly (nun veraltet) und Portugiesisch gergelim (nur in Brasilien gebräuchlich) stammen aus der Frühzeit des europäischen Kolonialismus und gehen auf Arabisch juljulan [جلجلان] zurück, das sich angeblich von einem Wort jaljala [جلجلة] „Geräusch, Echo“, herleitet, was sich auf das Rasseln von reifen Sesamkörnen in der Kapsel bezieht; offenbar hat das arabische Wort onomatopoetischen Charakter. Denselben Ursprung haben auch einige weitere Namen, z.B. Hindi gingli und spanisch ajonjolí. Andere altertümliche Namen des Sesams im Englischen sind tilseed (von Hindi til [तिल]) und benseed oder benne (von Wolof bene).

    Ausgewählte Links

    A Pinch of Tahini (www.apinchof.com) A Pinch of Sesame Seeds (www.apinchof.com) The Epicentre: Sesame Recipe: Hummus [حمص] (veggietable.allinfo-about.com) Transport Information Service: Sesame oil Recipe: Hummus [حمص] (teachers.sduhsd.k12.ca.us) Recipe: Hummus [حمص] (hem.passagen.se) Recipe: Ma po doufu [麻婆豆腐] (www.nmt.edu) Rezept: Ma po doufu [麻婆豆腐] (www.laohu.de) Rezept: Scharf-saure Suppe (Suan-la tang [酸辣湯]) (www.laohu.de) Recipe: Hot and Sour Soup (Suan la tang [酸辣湯]) (www.recipesource.com) Recipe: Hot and Sour Soup (Suanla tang [酸辣湯]) (www.food-lists.com) Rezept: Kaji Ichim (Gajee tchim) [가지찜] (Koreanische gefüllte Auberginen) (www.webkoch.de) Recipe: Mole Poblano (The Mole Page, www.ramekins.com) Recipe: Mole Poblano (The Mole Page, www.ramekins.com) Recipe: Mole Poblano de Guajolote (recipe-chicken.com)


    Sesamum indicum: Sesamblüten
    Sesamblüten

    www.rz.uni-karlsruhe.de

    Sesam gehört zu den wichtigsten Ölpflanzen der Menschheit und ist eine ihrer ältesten. Sesamöl wird in sehr unterschiedlichen Qualitäten verkauft, und wer vernünftig damit kochen will, der muß sich über deren unterschiedliche kulinarische Eigenschaften im klaren sein.

    Grundsätzlich enthalten fast alle Samen eine gewisse Menge an energieliefernden Inhaltsstoffen, die der jungen Pflanze in ihrer ersten Lebensphase als Nahrung dienen können. Manchmal sind das Proteine, vor allem in der Familie der Schmetterlingsblütengewächse (Bohnen, Linsen, Erbsen); zumeist dienen aber Kohlehydrate (Getreide) oder Fette als Energiespeicher. Das durch Pressung aus solchen Samen gewonnene Öl enthält außer den eigentlichen Fetten (Lipiden) auch noch verschiedene weitere, geschmacksgebende Substanzen, die seinen eigentlichen Charakter ausmachen, sowie verschiedene Vitamine, Spurenelemente und ähnliches. Bei den Lipiden, im Pflanzenreich überwiegend Triglyceride, unterscheidet man weiter zwischen gesättigten und ungesättigten Fetten.

    Unter den ungesättigten Fetten gibt es einige, die für den Körper essentiell sind und deren Minderaufnahme daher Mangelkrankheiten hervorruft. Bessere Kocheigenschaften haben jedoch die gesättigten Fette, weil man sie auf höhere Temperaturen erhitzen kann und weil sie auch besser lagerbeständig sind. Auch die Geschmacksstoffe sind vielfach nicht hitzefest und hinterlassen einen „angebrannten“ Geschmack.

    Kaltgepreßte Öle (zunehmend als native Öle bezeichnet) enthalten sehr oft viele Aromastoffe und erinnern in ihrem Geruch an die Pflanze, aus der sie gewonnen sind. Sie dürfen nur vorsichtig erhitzt werden, da sich ihre Aromakomponenten sonst zersetzen und der Vorteil der kalten Pressung daher verlorengeht. Kaltgepreßte Öle eigenen sich oft sehr gut für Salate oder bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen gekochte Speisen. Extra vergine Olivenöl ist ein bekanntes Beispiel; etwas weniger traditionsreiche Öle sind Nußöl, Mohnöl und Rapsöl.

    Der Begriff Kaltpressung ist ein bißchen irreführend, denn auch bei „kalter Pressung“ kann die Temperatur des Preßgutes durch Reibung ohne weiteres auf 40 °C ansteigen. Manche Ölmühlen erhöhen die Qualität des Öls, indem sie das Preßgut während des Pressens zusätzlich kühlen. Kühlung ist besonders wichtig für die Gewinnung von hochwertigem Olivenöl.

    Manche Öle werden aus gerösteten Samen gewonnen; zumeist sind diese Produkte sehr aromatisch und charaktervoll (steirisches Kürbiskernöl, Hanföl und orientalisches Sesamöl). Da die Samen bei der Vorbehandlung bereits erhöhten Temperaturen ausgesetzt waren, entfällt hier die Notwendigkeit einer kalten Pressung, und man arbeitet bei etwa 60 bis 80 °C. Noch höhere Temperaturen verbessern zwar die Preßausbeute, würden den Geschmack negativ beeinflussen.
    Sesamum radiatum: Blühende Sesampflanze
    Blühende Sesampflanze (S. radiatum)

    Heißgepreßte Öle sind billiger, da bei hohen Temperaturen (über 100 °C) die Ausbeute beim Pressen steigt, so daß auch die Preßrückstände einer ersten kalten Pressung noch verwendet werden können. Durch Einsatz von Lösungsmitteln läßt sich die Ausbeute auf fast 100% steigern. Allerdings können sich bei sehr hohen Temperaturen viele unerwünschte Geschmacksstoffe bilden, so daß viele heißgepreßte Öle für den menschlichen Konsum nicht geeignet sind. Daher schließt ein weiterer Verfahrensschritt an, die Raffination, bei der freie Fettsäuren, Lösungsmittelrückstände und alle Aromastoffe restlos entfernt werden; es verbleibt ein Speiseöl ohne jeden Eigengeschmack.

    Raffinierte Öle sind in der westlichen Küche sehr beliebt, einerseits, weil dort starke Aromen ohnehin nicht geschätzt werden und andererseits weil sie sehr temperaturbeständig sind und sich somit ausgezeichnet zum Frittieren eignen. Aus welcher Pflanze sie gewonnen wurden, ist für den Geschmack ohne Bedeutung, Unterschiede gibt es jedoch bei der Hitzebeständigkeit und dem Gehalt an essentiellen Fettsäuren. Im Westen beliebt sind raffinierte Öle aus Sonnenblumen, Mais, Sesam und Färbersaflor sowie das feste Kokosfett.

    Durch chemische Härtung (Umwandlung ungesättigter Fette in gesättigte) kann man aus solchen Ölen Margarine herstellen; Margarine ist zwar wegen ihres Mangels an essentiellen Fetten weniger wertvoll als das Öl, ist jedoch wegen ihrer pflanzlichen Herkunft auf jeden Fall cholesterinfrei und bringt daher gegenüber tierischen Fetten (Butter, Schmalz) immer noch gewisse diätetische Vorteile. Geschmacklich kann sie der Butter natürlich nicht das Wasser reichen, auch wenn entsprechend aromatisierte Margarinen im Handel sind.

    Sesamöl wird in jeder der beschriebenen Formen gehandelt: Raffiniertes Sesamöl ist im Westen weit verbreitet und dient in großem Maßstab zur Herstellung von Margarine; kaltgepreßtes Öl dagegen ist in Gesundheitsläden zu haben. In den asiatischen Küchen werden verschiedene Formen von warmgepreßtem Sesamöl bevorzugt.

    So stellt eine heißgepreßtes Sesamöl das wichtigste Kochmedium im Südwesten Indiens (vor allem im Bundesstaat Maharashtra) und in Burma (siehe auch Zwiebel) dar. Eine besondere Spezialität ist das dunkle orientalische Sesamöl (xiang you [香油] „aromatisches Öl“, koreanisch cham girum [참기름]); es wird aus gerösteten Sesamsamen gewonnen wird und dient sowohl in Korea als auch in der chinesischen Provinz Szechuan (siehe auch Szechuanpfeffer) als Tischgewürz. Wegen des starken Geschmacks wird es nur tropfenweise verwendet, z.B. für die auch im Westen sehr beliebte scharf-saure Suppe aus Szechuan (suanla tang [酸辣湯]); in Teilen Chinas aromatisiert man dieses Sesamöl auch oft mit reifen getrockneten Chilies.

    Als Bratmedium kann dunkles Sesamöl nur nach entsprechender Verdünnung mit neutralem Öl dienen: Japanisches tempura [テンプラ] (Gemüse im Ausbackteig, siehe Perilla) wird zum Beispiel in einer Mischung aus Sesamöl und Pflanzenöl im Verhältnis 1:10 fritiert.
    Sesamum indicum: Sesamblüten
    Sesampflanze in Blüte

    users.anet.com

    Gerösteter Sesam wird im Fernen Osten auch oft als Gewürz verwendet. Er ist ein Bestandteil der exotisch schmeckenden japanischen Gewürzmischung shichimi togarashi (siehe Szechuanpfeffer) und wird in vielen koreanischen oder japanischen Rezepten vor dem Servieren über die Speisen gestreut. Chinesische Sesampaste (zhi ma jiang [芝麻酱]) besteht aus gerösteten Sesamsamen und hat daher einen sehr intensiven Geschmack nach chinesischem Sesamöl; sie wird vor allem zu Saucen für Salate und kalte Vorspeisen gebraucht.

    Ungeröstete Sesamsamen sind im Nahen Osten beliebt und tauchen beispielsweise in der jordanischen Gewürzmischung zahtar (siehe Sumach) oder im ägyptischen dukka (siehe Thymian) auf. Im ganzen Nahen Osten (Westasien) liebt man tahini [طحينية], eine aus gemahlenen Sesamsamen hergestellte Paste, mit der man Saucen andickt und verfeinert. So besteht beispielsweise das in Israel und im Libanon als Brotaufstrich sehr beliebte humus (hummus [حمص]) aus pürierten Kichererbsen, tahini, Olivenöl, etwas Zitronensaft und frischer Petersilie.

    Sesamsamen spielen in der Küche Méxicos eine bedeutende Rolle. Eine der berühmtesten mexicanischen Kreationen ist mole rojo oder mole poblano, eine raffinierte Sauce, die klassischerweise zu Truthahnbraten serviert wird; siehe Paprika über mole im allgemeinen und den mexicanischen Blattpfeffer über mole verde (grünen Mole).

    Mole Poblano lebt von einer großen Zahl von Zutaten: Hühnersuppe, gegrillte Tomaten und Tomatillos, Rosinen, drei verschiedene eher milde Paprikasorten (die „heilige Dreifaltigkeit“ von ancho, mulato und pasilla), ein Haufen tropischer Gewürze (Gewürznelken, Piment, Zimt, Muskat und Pfeffer), Sesam und Mandeln gehen eine äußerst ungewöhnliche Ehe mit Bitterschokolade bzw. gerösteten Kakaobohnen ein. Ausgiebiges Braten in Schweineschmalz als letzter Schritt einer aufwendigen Zubereitung vertieft das Aroma zu einem wahrhaft unvergeßlichen Erlebnis.

    Manche koreanischen Kochbücher erwähnen ein Gewürz namens „wilder Sesam“ (tul-kae [들깨]); dabei handelt es sich aber nicht um Sesam oder einen Verwandten, sondern um Perilla, eine ganz andere Pflanze mit duftenden Blättern.



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    Zuletzt modifiziert am 17 Dec 1999
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