<
  • English This site is also available in English
  • Kontakt

    Top   Pflanzenteil   Familie   Aroma   Inhaltsstoffe   Herkunft   Etymologie   Diskussion   Bottom

    [ Pflanzenteil | Familie | Aroma | Inhaltsstoffe | Herkunft | Etymologie | Diskussion | Bottom ]

    Felsenkirsche (Prunus mahaleb L.)

    Synonyme

    Prunus mahaleb: Reife Mahlebkirschen
    Reife Felsenkirschen
    Prunus mahaleb: Mahalebkirschenblüten
    Felsenkirschenblüten
    botCerasus mahaleb
    Arabischمحلب
    مَحْلَب
    Mahlab, Mahleb
    ArmenischՄահլապ
    Mahlab, Mahlap
    BulgarischДива череша, Махалебка
    Diva cheresha, Makhalebka
    Chinesisch
    (Mandarin)
    馬哈利櫻桃 [mǎ hā lì yīng táo], 圆叶樱桃 [yuán xié yīng táo]
    Ma ha li ying tao, Yuan xie ying tao
    DeutschSteinweichsel, Türkische Weichsel, Türkische Kirsche
    EnglischMahaleb cherry, St. Lucie cherry, Perfumed cherry, Rock cherry, English cherry
    EstnischLõhnav kirsipuu
    FarsiHabbul malan
    FinnischVeikselinkirsikka
    FranzösischCerisier de Sainte-Lucie
    GriechischΑγριοκερασιά, Μαχαλέπι, Μαχλέπι
    Agriokerasia, Machalepi
    Hebräischמהלב
    Mahalev
    ItalienischCiliegio canino, Pruno odoroso, Ciliegio di Santa Lucia
    Japanischマハリブ
    Maharibu
    KatalanischCirerer de guineu, Cirerer de santa Llúcia
    Koreanisch마하렙
    Maharep
    KroatischKrušina, Rašeljka
    LitauischKvapioji vyšnia
    NiederländischWeichsel, Weichselkers
    PolnischWiśnia wonna, Antypka
    PortugiesischAbrunheiro-bravo, Esgana-cão;
    RumänischVișin turcescVişin turcesc
    RussischВишня махалебка, Вишня магалебка, Вишня душистая, Антипка
    Vishnya makhalebka, Vishnya magalebka, Vishnya dushistaya, Antipka
    SchwedischVejksel
    SlovenischRešeljika
    SlowakischČerešňa višňová Mahalebková, Višňa turecká, Mahalebka
    SpanischCerezo de Santa Lucía
    SwahiliTunda la Mahaleb
    TschechischVišeň turecká, Mahalebka
    TürkischMahlep, İdrisağacı
    UngarischTörökmeggy, Sajmeggy
    Prunus mahaleb: Blühender Felsenkirschenbaum
    Blühende Mahalebkirsche

    Hinweis

    Für den arabischen Namen dieses Gewürzes, محلب, findet man viele verschiedenen Transkriptionen, z.B. mahlab, mahalab, mahleb und mahaleb; mit der türkischen Auslautverhärtung erhält man daraus mahlep oder mahalep. Der griechische Name lautet μαχλέπι und wird in lateinischen Buchstaben als mahlepi, machlepi oder makhlepi geschrieben.
    Prunus mahaleb: Mahlepi-Kerne (Felsenkirsche)
    Mahaleb-Kerne

    Verwendeter Pflanzenteil

    Keimling (Embryo), das weiche Innere des Kernes. Diese Keimlinge sind hellbeige, tropfenförmig und bis zu 5 mm lang (Abbildung bei Norman).

    Pflanzenfamilie

    Rosaceae (Rosengewächse), Unterfamilie Prunoidae.

    Geruch und Geschmack

    Das weiche Innere der Kerne (Keimling) schmeckt zunächst einmal nur aromatisch-bitter. Bei längerem Kauen entwickelt sich dazu ein subtiles Aroma, das an Tonkabohnen oder Bittermandeln erinnert.

    Inhaltsstoffe

    Es gibt nicht viel Informationen über die Inhaltsstoffe der Mahalebkerne. Die Literatur erwähnt keine cyanogenen Glycoside vom Amygdalin-Typ (siehe Bittermandel), aber stattdessen wurden Coumarinderivate nachgewiesen (Coumarin, Dihydrocoumarin, Herniarin), die wahrscheinlich den Geschmack bestimmen (J. Nat. Prod., 49, 721, 1986).
    Prunus mahaleb: Mahalebblüten
    Blüten der Mahalebkirsche

    www.rz.uni-karlsruhe.de

    Aus den Samen läßt sich ein fettes Öl gewinnen (30%), in dem einige ungewöhnliche konjugierte Fettsäuren gefunden wurden : 9,11,13-Octadecatriensäure (cis,trans,trans-Form: Eleostearinsäure, cis,trans,cis-Form: Punicasäure).

    Herkunft

    Die Felsenkirsche ist über Westasien weit verbreitet, findet sich aber auch vereinzelt an warmen Standorten in Mittel- und Osteuropa. Felsenkirschkerne werden in Südosteuropa (Griechenland, Armenien) und Westasien (Türkei, Syrien, Libanon) als Gewürz verwendet. Das Hauptexportland für Mahalebkerne ist Syrien.

    Wegen ihrer Unempfindlichkeit gegen Schädlinge werden Mahaleb-Kirschen oft als Stock für veredelte Sorten eingesetzt.

    Etymologie

    Die gleichlautenden Namen im Hebräischen (mahaleb [מהלב]) und Arabischen (mahlab [محلب]) deuten auf einen gemeinsamen semitischen Ursprung, möglicherweise von der Wurzel ḤLB „Milch“ (vgl. hebräisch halav [חלב] „Milch“ und arabisch halaba [حلب] „melken“). Der semantische Zusammenhang zwischen Kirsche und Milch bleibt mir verschlossen.
    Prunus mahaleb: Mahaleb-Kirschblüten
    Blüten der Felsenkirsche
    Prunus mahaleb: Mahalebblüten
    Blüten der Felsenkirsche

    Ein Pflanzenname, der sich sicher von der semitischen Wurzel ḤLB ableitet, ist galbanum, der sich auf Ferula galbaniflua bezieht, eine mit Asant verwandte Pflanze, bzw. auf den aus ihr gewonnenen aromatischen Milchsaft, der seit dem Altertum zu einem aromatischen Harz getrocknet und zu Räucherwerk verarbeitet wird.

    Möglicherweise sind auch einige Namen des Bockshornklees von der semitischen Wurzel ḤLB abgeleitet: Hebräisch hilbeh [חילבה] und arabisch hulbah [حلبه], das auch als alholva in Spanische entlehnt wurde.

    Das deutsche Kirsche hat viele Verwandte in europäischen Sprachen, z.B. englisch cherry (altenglisch cyrstrēow „Kirschbaum“), italienisch ciliegio, maltesisch ċiras, ungarisch cseresznye, estnisch kirss, griechisch kerasi [κεράσι] und armenisch geras [կեռաս]. Alle diese Namen lassen sich auf griechisch kerasos [κέρασος] „Kirschbaum“ und kerasion [κεράσιον] „Kirsche“ zurückführen, das in einigen der obigen Beispiele über lateinisch cerasus „Kirschbaum“ vermittelt wurde. Das griechische Wort stammt aus einer heute nicht mehr bekannten Sprache; es könnte sich dabei um eine semitische Sprache handeln (vgl. assyrisch karşu), aber natürlich könnte auch der assyrische Name eine Entlehnung von einer verlorengegangenen Sprache des Nahen oder Mittleren Ostens sein. Vgl. auch arabisch karaz [كرز] „Kirsche“.

    Schwedisch vejksel (oder auch das süddeutsche Weichsel für die Sauerkirsche P. cerasus = Cerasus vulgaris) ist mit russisch vishnya [вишня] „Kirsche“ verwandt und geht auf lateinisch viscum bzw. griechisch ixos [ἰξός] „Mistel, Vogelleim“ zurück, da Leimruten zum Vogelfangen mit klebrigem Kirschharz (oder Mistelbeeren) präpariert wurden (vgl. auch den deutschen Namen Vogelkirsche für die in Mitteleuropa wildwachsende Art P. avium bzw. den fachsprachlichen Begriff viskos „dickflüssig“). Zugrunde liegt indoeuropäisch WIKS- „klebrige Pflanze“, seinerseits vielleicht eine Ableitung der Verbalwurzel WEIS- „zerfließen“.

    Ausgewählte Links

    Francesco Sirene: Spices & Herbs (Catalogue) World Merchants: Mahleb Herbie's Spices: Mahlab Penzeys Spices: Mahlab The Spice House: Mahleb Le marché du Levant: Mahlab gemahlen Mysteries of a Wild Fruit: Mahlap (Ataman Hotel) Sorting Prunus names (www.plantnames.unimelb.edu.au) The Breads of Greece (Katherine R. Boulukos) Recipe: Chorak [չորեկ] (renoir.vill.edu) Photo of Armenian Choreg (braided bread) (www.angelfire.com) Recipe: Armenian Choreg crackers [չորեկ] (www.superluminal.com) Recipe: Tsoureki [τσουρέκι] (countrylife.net) Recipe: Tsoureki [τσουρέκι] (www.eatgreektonight.com) Recipe: Tsoureki [τσουρέκι] (bitsyskitchen.com) Recipe: Vasilopita [βασιλόπιτα] (www.valantine.gr) Recipe: Vassilopita [βασιλόπιτα] (graphics.stanford.edu) Recipe: Cypric Easter Cheese Pies (flaounes [φλαούνες]) (agrino.org) Recipe: Muhallebi (Turkish Rice Pudding) (www.cypnet.co.uk) Συνταγή: Φλαούνες (www.edo-akyisgranon.de) Recipe: Simit – Armenian Stick Cookie (geocities.com) Recipe: Arabic Bread kakat (groups.google.com) Some Mahaleb recipes


    Prunus mahaleb: Reife Mahlebkirschen
    Reife Felsenkirschen
    Prunus mahaleb: Mahalebkirschen
    Reife Felsenkirschen auf dem Baum
    Die Früchte der Felsenkirsche, dünnfleischig und kaum 1 cm groß, liefern ein sehr ungewöhnliches Gewürz, dessen zartes Aroma allerdings unter der ausgeprägten Bitterkeit (siehe dazu auch Zitwer) fast verschwindet. Allerdings passen sie genau deswegen gut zu Süßspeisen, solange man bei der Dosierung nicht übertreibt.

    Mahaleb wird, soviel ich weiß, nur im östlichen Mittelmeerraum und dem angrenzenden Armenien verwendet, und zwar fast ausschließlich für süße Backwaren. Vor allem in Griechenland liebt man die Kerne für Spezialitäten wie tsoureki [τσουρέκι], ein zopfförmiges süßes Brot, das traditionell nur zu Ostern gebacken wird. Als Gewürz enthält es außer Mahaleb-Kernen auch Mastix, das nur in Griechenland kulinarisch genutzte Harz von Pistacia lentiscus var. chia; heutzutage wird tsoureki auch oft mit Vanille aromatisiert. Weitere mit Mahalebkernen aromatisierte Spezialitäten sind in Griechenland Hefekuchen und Kekse (vasilopita [βασιλόπιτα]), und in Zypern ißt man zu Ostern einen mahalebgewürzten süßen Käsekuchen (flaounes [φλαούνες]).
    Prunus mahaleb: Detailaufnahme Mahalebkirsche
    Felsenkirsche
    Prunus mahaleb: Mahalebkirschenblüten
    Felsenkirschenblüten

    In Westasien sind Mahalebkerne vor allem in der libanesischen und armenischen Küche bekannt. Armenisches chorak (auch choreg oder chorek [չորեկ]) ist ein Brot ähnlich dem griechischen tsoureki, das jedoch meist keinen Mastix enthält. Es gibt auch eine Variante von chorak als trockene Kekse. Dieses Gebäck wird das ganze Jahr über gegessen wird, besonders gerne zu einer Tasse mit starkem Kaffee.

    In all diesen Rezepten werden die Mahalebkerne fein gemahlen verwendet. Das Pulver ist wegen seines hohen Fettgehaltes nicht lange haltbar, und es empfiehlt sich, ganze Kerne zu kaufen. Allerdings werden auch diese meiner Erfahrung nach in ein bis zwei Jahren ranzig (vielleicht halten sie im Tiefkühlschrank länger).

    Kerne der Felsenkirsche sind in Europa oft schwierig zu bekommen; am ehesten findet man sie in Spezialgeschäften für das östliche Mittelmeer oder in griechischen, türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäften. Eine sparsam verwendete Mischung aus Tonkabohnen und etwas Bittermandeln (wenn erhältlich) ist ein vernünftiger Ersatz.



    Unicode Encoded Mit dem WDG validator validieren Mit dem Validome Validator validieren

    Zuletzt modifiziert am 26 Sep 2002
    Rückmeldungen bitte an