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    [ Pflanzenteil | Familie | Aroma | Inhaltsstoffe | Herkunft | Etymologie | Diskussion | Bottom ]

    Pfeffer (Piper nigrum L.)

    Allgemeine Synonyme

    AlbanischPiper
    Amharischቁንዶ ብርብሪ
    Kundo berbere
    Arabischفلفل
    فُلْفُل, فِلْفِل
    Fulful, Filfil
    ArmenischՊղպեղ
    Bghbegh, Pghpegh, Plpel
    AssamesischJaluk
    AzeriBibər, İstiot
    Бибәр, Истиот
    BaskischPiper
    BengaliGolmarich, Kalomarich
    BulgarischПипер, Пиперени зърна
    Piper, Pipereni zurna
    BurmesischNayukon, Nga-youk-kuan, Ngayok-kaung
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    胡椒 [wùh jìu]
    Wuh jiu
    Chinesisch
    (Mandarin)
    胡椒 [hú jiāo]
    Hu jiao, Hu-chiao
    DänischPeber
    Dhivehiއަސޭމިރުސް
    Aseymirus
    EnglischPepper
    EsperantoPipro
    EstnischPipar
    Farsiفلفل
    Felfel
    FinnischPippuri
    FranzösischPoivre
    FriesischPiper
    GalizischPementa
    Georgischპილპილი
    Pilpili
    GriechischΠιπέρι, Κοινό πιπέρι
    Piperi, Koino piperi
    GujaratiMari
    Hebräischפלפל
    Pilpel
    HindiGol mirch, Gulki
    IndonesischMerica
    IsländischPipar
    ItalienischPepe
    Japanisch胡椒
    こしょう
    コショウ, ペッパー
    Koshō, Kosho, Peppa
    JiddischFefer
    Kannadaಮೆಣಸು
    Menasu
    KasachischБұрыш
    Burış
    KatalanischPebre
    KhmerMrech
    Koreanisch후추, 페퍼
    Huchu, Pepeo, Pepo
    KroatischBiber, Papar
    LaotischMak phik noi, Phi noi, Phik noy, Phik thai
    LettischPipari
    LitauischPipiras
    MalayalamMulagu
    MalaysischLada, Biji lada
    Marathiमिरे
    Mire
    NiederländischPeper
    NorwegischPepper
    OriyaGola maricha
    PolnischPieprz
    PortugiesischPimenta, Pimenta-do-reino, Pimenta-da-índia
    ProvençalischPebre, Peure
    Punjabiਕਲੀ ਮਿਰਚ
    Kali mirch
    RumänischPiper
    RussischПерец
    Perets
    SanskritMarica, Vella, Krishnan, Krishnadi
    SchwedischPeppar
    SinghalesischGammiris, Miris
    SlovenischPoper
    SlowakischPeprovník
    SpanischPimienta
    SrananPepre
    SwahiliPilipili manga
    TagalogPaminta
    Tamilமிளகு, யவனப்பிரிதம்
    Milagu, Yavanappiriyam
    Teluguమిరియాలు, మిరియము
    Miriyalu, Miriyamu, Savyamu
    Thaiพริกไท
    Prik thai
    TibetischFowarilbu, Pho ba ril bu
    TschechischPepř
    TürkischBiber
    UkrainischПерець
    Perets
    UngarischBors
    VietnamesischCây tiêu, Hạt-tiêu, Hồ tiêu, Tiêu
    Cay tieu, Hat-tieu, Ho tieu, Tieu

    Spezielle Synonyme für Schwarzen Pfeffer

    pharmFructus Piperis nigri
    Arabischفلفل أسود
    فُلْفُل أَسْوَد, فِلْفِل أَسْوَد
    Fulful aswad, Filfil aswad
    BulgarischПипер черен
    Piper cheren
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    黑胡椒 [hàk wùh jìu]
    Hak wuh jiu
    Chinesisch
    (Mandarin)
    黑胡椒 [hēi hú jiāo]
    Hei hu jiao
    DänischSort peber
    EnglischBlack pepper
    EsperantoNigra pipro
    EstnischMust pipar
    Farsiفلفل سیاه
    Felfel Siah
    FinnischMustapippuri
    FranzösischPoivre noir
    GalizischPementa Negra
    GriechischΠιπέρι μαύρο
    Piperi mauro
    GujaratiKalomirich
    Hebräischפלפל שחור
    Pilpel shahor
    HindiKali mirch
    IndonesischMerica hitam
    IsländischSwartur pipar
    ItalienischPepe nero
    Japanischブラックペッパー
    Burakku-peppa
    Kannadaಕರಿ ಮೆಣಸು
    Kari Menasu
    KatalanischPebre negre
    Koreanisch블랙 페퍼, 페퍼블랙
    Pullaek pepeo, Pepo-bullaek
    KroatischCrni papar
    LettischMelnie pipari
    LitauischJuodieji pipiras
    MalayalamKuru-mulagu
    MalaysischLada hitam
    Marathiकाली मिरे
    Kala mire
    NiederländischZwarte peper
    PolnischCzarny pieprz
    PortugiesischPimenta-preta, Pimenta-negra
    Punjabiਕਲੀ ਮਿਰਚ
    Kali mirch
    RumänischPiper negru
    RussischЧёрный перец, Черный перец
    Chyornyj perets, Chernyj perets
    SchwedischSvartpeppar
    SlovenischČrni poper
    SlowakischČierne korenie
    SpanischPimienta negra
    TschechischČerný pepř
    TürkischKara biber, Karabiber
    UkrainischПерець чорний
    Perets chornyj
    UngarischFeketebors
    VietnamesischTiêu đen, Hạt tiêu đen
    Tieu den, Hat tieu den

    Spezielle Synonyme für Weißen Pfeffer

    pharmFructus Piperis albi
    Arabischفلفل أبيض
    فُلْفُل أَبْيَض, فِلْفِل أَبْيَض
    Fulful abyad, Filfil abyad
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    白胡椒 [baahk wùh jìu]
    Baahk wuh jiu
    Chinesisch
    (Mandarin)
    白胡椒 [bái hú jiāo], 胡椒面 [hú jiāo miàn]
    Bai hu jiao; Hu jiao mian (weißer gemahlener Pfeffer)
    DänischHvid peber
    EnglischWhite pepper
    EsperantoBlanka pipro
    EstnischValge pipar
    Farsiفلفل سفید
    Felfel sefid
    FinnischValkopippuri
    FranzösischPoivre blanc
    GalizischPementa Branca
    GriechischΠιπέρι άσπρο
    Piperi aspro
    Hebräischפלפל לבן
    Pilpel lavan
    IndonesischMerica putih
    IsländischHvítur pipar
    ItalienischPepe bianco
    KroatischBijeli papar
    LettischBaltie pipari
    LitauischBaltieji pipiras
    MalaysischLada putih
    NiederländischWitte peper
    NorwegischHvitpepper
    PolnischBiały pieprz
    PortugiesischPimenta-branca
    Punjabiਸਫ਼ੈਦ ਮਿਰਚ
    Safaid mirch
    RumänischPiper alb
    RussischБелый перец
    Belyj perets
    SchwedischVitpeppar
    SlovenischBeli poper
    SlowakischBiele korenie
    SpanischPimienta blanca
    TschechischBílý pepř
    TürkischBeyaz biber
    UkrainischПерець білий
    Perets bila
    UngarischFehérbors
    VietnamesischTiêu trắng, Hạt tiêu trắng
    Tieu trang, Hat tieu trang

    Spezielle Synonyme für Grünen Pfeffer

    Arabisch فلفل أخضر
    فُلْفُل أَخْضَر, فِلْفِل أَخْضَر
    Fulful akhdar, Filfil akhdar
    EnglischGreen pepper
    EsperantoVerda pipro
    EstnischRoheline pipar
    FinnischViherpippuri
    FranzösischPoivre vert
    Hebräischפלפל ירוק
    Pilpel yarok
    IndonesischMerica hijau
    IsländischGrænn pipar
    ItalienischPepe verde
    KroatischZeleni papar
    LettischZaļie pipari
    LitauischŽalieji pipiras
    MalaysischLada hijau
    PortugiesischPimenta-verde
    Punjabiਹਰੀ ਮਿਰਚ
    Hari mirch
    RussischЗелёный перец, Зеленый перец
    Zelyonyj perets, Zelenyj perets
    SchwedischGrönpeppar
    SlovenischZeleni poper
    SlowakischZelené korenie
    TschechischZelený pepř
    TürkischYeşil biber
    UngarischZöldbors
    UkrainischПерець зелений
    Perets zelenyj
    Piper nigrum: Weißer, schwarzer, grüner und roter Pfeffer
    Obere Reihe: Getrocknete grüne, schwarze und weiße Pfefferkörner. Untere Reihe: Eingelegte grüne und rote Pfefferkörner

    Verwendeter Pflanzenteil

    Getrocknete Früchte.

    Pflanzenfamilie

    Piperaceae (Pfeffergewächse).

    Geruch und Geschmack

    Beißend scharf, warm und aromatisch. Die Schärfe ist am stärksten im weißen und am schwächsten im grünen Pfeffer, während grüner und schwarzer Pfeffer aromatischer als der weiße sind.

    Inhaltsstoffe

    Schwarzer Pfeffer enthält bis zu 3% ätherisches Öl, dessen Aroma von Monoterpen-Kohlenwasserstoffen (zusammen max. 80%) bestimmt wird: Sabinen, β-Pinen, Limonen, weiters α-Pinen, Terpinen, Myrcen, Δ3-Caren und Monoterpenderivate (Borneol, Carvon, Carvacrol, 1,8-Cineol und Linalool). Etwa ein Fünftel des Öls besteht aus Sesquiterpenen: β-Caryophyllen, Humulen, β-Bisabolon und Caryophyllenoxid. Phenylpropane (Eugenol, Myristicin, Safrol) treten nur in Spuren auf. Der besonders bei gemahlenem Pfeffer rasch eintretende Aromaverlust durch Ausdampfen der flüchtigen Monoterpene stellt einen ernsten Qualitätsmangel dar und muß vermieden werden.
    Piper nigrum: Pfefferspindel
    Unreife Pfefferfrüchte

    Organoleptisch am bedeutsamsten sind dabei Linalool, α-Phellandren, Limonen, Myrcen und α-Pinen; außerdem wurden verzweigtkettige Aldehyde gefunden (3-Methylbutanal, Methylpropanal). Der modrige Geruch von altem Pfeffer wird auf heterocyclische Verbindungen (2-Isopropy-3-methoxypyrazin, 2,3-Diethyl-5-methylpyrazin) zurückgeführt, die sich in Konzentrationen von ca. 1 ppb bilden. (Eur. Food Res. Technol., 209, 16, 1999)

    Das ätherische Öl von weißem Pfeffer erhielt bislang weniger Aufmerksamkeit. Der Gehalt ist deutlich niedriger (1%), und die Hauptbestandteile sind Monoterpenkohlenwasserstoffe: Limonen, β-Pinen, α-Pinen und α-Phellandren. Im organoleptischen Test erwiesen sich Linalool (ein Nebenbestandteil), Limonen, α-Pinen und Phenylpropanoide (Eugenol, Piperonal) als die bedeutsamsten Komponenten, daneben auch kurzkettige Aldehyde und Carbonsäuren. In überlagertem weißen Pfeffer findet man Skatol (2 ppm), das einen unangenehmen, fäkalen Geruch hervorruft. (Eur. Food Res. Technol., 209, 27, 1999)

    Das scharfe Prinzip des Pfeffers ist eine alkaloid-ähnliche Verbindung, Piperin; es handelt sich dabei um das Amid der 5-(2,4-Dioxymethylen-phenyl)-hexa-2,4-diensäure (Piperinsäure) mit Azinan (Piperidin); nur das trans,trans-Konformer schmeckt scharf. Man kennt auch etliche piperin-analoge Verbindungen, in denen das Kohlenstoffgerüst der Piperinsäure partiell hydriert (Piperanin) oder um zwei Kohlenstoffatome verlängert (Piperettin) ist; auch Ester der Piperinsäure mit Pyrrolidin (Piperylin) oder Isobutylamin (Piperlongumin) wurden in schwarzem Pfeffer gefunden. Der Gesamtgehalt aller piperin-analogen Verbindungen im Pfeffer liegt bei 5%.

    Herkunft

    Der schwarze Pfeffer stammt aus Malabar, einer Region an der Westküste Südindiens im heutigen Bundesstaat Kerala. Pfeffer wird seit Jahrtausenden kultiviert. Die Wildform ist bis heute nicht zweifelsfrei identifiziert; es gibt aber in Südindien und Burma einige sehr eng verwandte Arten. Während schwarzer und weißer Pfeffer seit der Antike bekannt sind, ist der grüne Pfeffer (und noch mehr der rote Pfeffer) eine neuere Erfindung.

    Pfeffer erreichte Südostasien vor mehr als zweitausend Jahren und wird seitdem in Malaysia und Indonesien angebaut. In den letzten Jahrzehnten des 20.ten Jahrhunderts stiegt die Pfefferproduktion weltweit an, weil neue Pflanzungen in Thailand, Vietnam, China und Sri Lanka begründet wurden. In der Neuen Welt erzeugt nur Brasilien erhebliche Mengen; die brasilianische Produktion geht auf die 30er-Jahre zurück.
    Piper nigrum: Schwarzer Pfeffer: Blatt und Früchte
    Pfeffer (frisches Blatt und unreife eingelegte Früchte)

    Die bedeutsamsten Anbauländer sind heute immer noch Indien vor Indonesien, die zusammen etwa 50% der Welternte einfahren.

    Im Pfefferhandel werden Sorten nach dem Herkunftsgebiet unterschieden. Die wichtigsten indischen Provenienzen sind Malabar und Tellicherry (Thalassery). Malabar-Pfeffer ist dabei gewöhnlicher schwarzer Pfeffer mit einem leichten Grünstich, während der Tellicherry-Pfeffer ein spezielles Produkt ist (siehe weiter unten). Beide indische Sorten, besonders der Tellicherry-Pfeffer, sind aromatisch und scharf. In der Vergangenheit wurde Malabar-Pfeffer auch unter den Namen Goa und Aleppi gehandelt. Das Zentrum des indischen Pfefferhandels ist Cochin.

    In Südostasien sind die geschätztesten Provenienzen für schwarzen Pfeffer Sarawak aus Insel-Malaysia und Lampong aus Sumatra/Indonesien. Beide Anbaugebiete erzeugen relativ kleinfrüchtigen schwarzen Pfeffer, der sich bei der Lagerung etwas grau färbt; diese Pfeffer haben ein weniger ausgeprägtes Aroma als die indischen Sorten. Dabei ist Lampong-Pfeffer ziemlich scharf, während Sarawak-Pfeffer als fruchtig-mild gilt.

    Schwarzer Pfeffer aus neueren Anbaugebieten, benannt nach den jeweiligen Haupthandelsplätzen (Bangkok, Saigon), erzielt geringere Preise; bei diesen Sorten variiert die Schärfe, aber das Aroma bleibt hinter den indischen und (in geringerem Ausmaß) malesischen Sorten zurück.

    Das bedeutendste Herkunftsgebiet für weißen Pfeffer ist die indonesische Insel Bangka südöstlich von Sumatra. Die Pfefferkörner tragen die Bezeichnung Muntok, nach dem Hauptausfuhrhafen. Daneben gibt es noch den besonders hellen weißen Pfeffer aus Sarawak; die beste Qualität ist als Sarawak Cream Label bekannt. Auch Brasilien stellt weißen Pfeffer her, der jedoch ein minderes Aroma aufweist und daher im internationalen Handel weniger geschätzt wird.

    Brasilien produziert schwarzen, weißen und grünen Pfeffer; die Anbaugebiete liegen entlang des Amazonas, in der Provinz Pará, die auch die Heimat der scharfen Parakresse ist. Seit dem Nachlassen der Produktion in Madagaskar hält Brasilien fast ein Monopol auf grünen Pfeffer. Brasilianischer schwarzer und weißer Pfeffer gelten als ziemlich mild. Aller brasilianischer Pfeffer wird nach dem Ausfuhrhafen Belém benannt.

    Etymologie

    Pfeffer leitet sich letztlich vom Sanskrit-Namen des langen Pfeffers, Sanskrit pippali [पिप्पलि, पिप्पली], ab. Davon kommen dann griechisch peperi [πέπερι] und lateinisch piper, die allerdings graduell ihre Bedeutung von „langer Pfeffer“ zu „schwarzer Pfeffer“ veränderten, als der letztere die größere kommerzielle Bedeutung gewann. Siehe langer Pfeffer für weitere Details.
    Piper nigrum: Schwarzer Pfeffer steril
    Steriler Pfeffersproß

    Vom lateinischen piper leiten sich, direkt oder indirekt, die Namen von Pfeffer in den meisten heutigen Sprachen Europas ab. Beispiele sind, außer Pfeffer selbst, auch noch tschechisch pepř, französisch poivre, englisch pepper (altenglisch pipor), finnisch pippuri und ukrainisch perets [перець]. Lediglich die iberischen Namen weichen z.T. ab: Während das katalanische pebre auf piper zurückgeht, haben spanisch pimienta und portugiesisch pimenta einen anderen Ursprung. Siehe dazu unter Piment.

    Auch einige Sprachen Westasiens übernahmen das griechische Wort, z.B. arabisch filfil [فلفل] und hebräisch pilpel [פלפל, manchmal auch mit Vokalen als פילפיל geschrieben]. Da der Pfeffer den Mittelmeerraum erst gegen Ende des vierten Jahrhunderts erreichte, ist er im Alten Testament nicht genannt. Auch die nichtsemitischen Sprachen Westasiens haben verwandte Bezeichnungen, die wohl ohne lateinische Vermittlung aus dem Griechischen stammen: Türkisch biber, kurdisch bibari [بیباری], georgisch pilpili [პილპილი] und armenisch plbel [պղպեղ].

    Die Namen etlicher anderer Gewürze wurden von denen für Pfeffer beeinflußt. Während Paprika von einem serbischen Wort der Bedeutung „Pfeffer“ entlehnt ist, tragen andere Gewürze Bezeichnungen, die den landessprachlichen Namen für „Pfeffer“ enthalten und werden somit als pfefferartig oder pfefferverwandt benannt. Beispiele aus verschiedenen europäischen Sprachen sind Wasserpfeffer, Pfefferminze, Mönchspfeffer, Chili („roter Pfeffer“), Bohnenkraut („Pfefferkraut“), Piment („Jamaicapfeffer“), Kresse („Pfeffergras“), Kren („Pfefferwurz“) und Ingwer (ebenfalls „Pfefferwurz“). Auf analoge Weise werden in China viele Gewürze als Varianten des einheimischen Szechuanpfeffers bezeichnet.
    Piper nigrum: Pfefferblätter
    Kriechende sterile Pfefferpflanze

    Der Standard-Name für schwarzen Pfeffer im Sanskrit ist maricha [मरिच oder मरीच], möglicherweise eine Entlehnung aus dem Dravidischen (vgl. modernes Tamil milagu [மிளகு] und Telugu miriyalu [మిరియాలు] „Pfeffer“). Ironischerweise hat dieser Name nicht nur in außerindischen Sprachen viel weniger Spuren als pippalii hinterlassen, sondern in den neuindischen Sprachen auch noch seine Bedeutung verändert: Davon abgeleitete Namen in heutigen indischen Sprachen bedeuten durchwegs Chili, z.B. Punjabi mirch [ਮਿਰਚ] oder Dhivehi mirus [މިރުސް]. Die ursprüngliche Bedeutung „Pfeffer“ tritt nur noch in Kombination mit gewissen Adjektiven zutage, z.B. Hindi/Urdu kali mirch [काली मिर्च, کالی مرچ] und gol mirch [गोल मिर्च , گول مرچ], die wörtlich „schwarzer Chili“ und „runder Chili“ bedeuten. Daß Pfeffer in indischen Sprachen nach Chili benannt wird, mutet fürwahr merkwürdig an, wenn man bedenkt, daß Pfeffer in Indien heimisch ist und Chili erst vor 500 Jahren dorthin eingeführt wurde.

    Die ursprüngliche Bedeutung von marichan hat sich jedoch im indonesischen merica erhalten; wahrscheinlich wurde der Name in malaiische Sprachen entlehnt, als die Inder vor ca. 2000 Jahren den Pfefferanbau nach Südostasien brachten.

    Marichan ist nur einer der vielen Namen des Pfeffers im (bekanntermaßen synonymreichen) Sanskrit; andere leiten sich vom Adjektiv krishna [कृष्ण] „schwarz“ ab (vgl. schwarzen Senf). Wieder ein anderer Name ist yavanapriya [यवनप्रिय], das im modernen Tamil als yavanappiriyam [யவனப்பிரிதம்] erhalten ist. Dieser Name bedeutet „wertvoll für die Griechen“, was auf den hohen Handelswert deutet; siehe Adiowan für den ersten Bestandteil dieses Kompositums.

    Der chinesische Name hu jiao [胡椒] bedeutet wörtlich „wilder Pfeffer“; siehe Szechuanpfeffer für weitere Zusammenhänge. Japanisch koshō [胡椒, こしょう] und koreanisch huchu [후추] sind lediglich die Adaptierung des chinesischen hu jiao.

    Ausgewählte Links

    Plant Cultures: Black Pepper A Pinch of Pepper (www.apinchof.com) The Epicentre: Pepper Medical Spice Exhibit: Black Pepper chemikalienlexikon.de: Linalool Transport Information Service: Pepper Spice Profile: Peppercorns (fiery-foods.com) Sorting Piper names (www.plantnames.unimelb.edu.au) The Economist: A Taste of Adventure Along the Peppertrail The Periplus of the Erythraean Sea Pepper Product Information (spizes.com) Gewürzamt: Telicherry-Pfeffer Gewürzamt: Pondicherry-Pfeffer Dried Red Peppercorns (allkoshys.com) Product Profile Pepper (sica.gov.ec) (PDF) Recipe: Tik Marij (Cambodian Pepper Sauce) (1worldrecipes.com)


    Piper nigrum: Reife Pfefferfrüchte
    Pflanze mit beinahe reifen Früchten
    Schwarzer Pfeffer, der seit über zweitausend Jahren in Südindien angebaut wird, wurde seit jeher auf der ganzen Welt geschätzt. Als sich nach dem Asienfeldzug Alexanders des Großen die Handelswege zwischen Europa und Zentralasien oder Indien öffneten, wurde auch Pfeffer erstmals nach Europa importiert. In kürzester Zeit errang dieses neue Gewürz große Beliebtheit und wurde zu einem ökonomisch außerordentlich wichtigen Handelsgut. Arabische Händler hielten seit der Antike ein Pfeffermonopol aufrecht und belieferten auf dem Handelsweg über Arabien und Ägypten ihre europäischen Kunden, denen sie keine Information über das Herkunftsland des Pfeffers zukommen ließen.

    Trotz seines astronomischen Preises war der Pfeffer bereits bei den Römern sehr beliebt (siehe auch Silphion über die Kochsitten im alten Rom) und erlangte im Frühmittelalter den Rang eines Statussymbols der guten Küche. Zu dieser Zeit hatte Venezia den Handel mit den Arabern auf ähnliche Weise monopolisiert wie diese den ihren mit Indien; als Konsequenz dieses doppelten Monopols konnten sich in Europa nur wenige Köche den Pfeffer überhaupt leisten. Als sich im 15. Jahrhundert die wirtschaftliche Lage Europas stabilisierte, führte der steigende Pfefferbedarf (und steigende Finanzkraft der potentiellen Interessenten) als Triebfeder zum Zeitalter der großen Entdeckungen. Nun suchten europäische Seefahrer einen Weg zum Ursprungsland des Pfeffers, um das Gewürz unter Umgehung des arabischen und venezianischen Doppelmonopols billig bei den Produzenten einkaufen zu können.

    Am Ende des 15. Jahrhundert veränderten portugiesische Seefahrer das mittelalterliche Weltbild: 1487 umrundete Bartholomeu Diaz das Kap der Guten Hoffnung und zeigte damit, daß Afrika kein unüberwindliches Hindernis auf dem Weg noch Osten war; nur elf Jahre später erreichte sein Landsmann Vasco da Gama schließlich Indien, gründete einige portugiesische Handelsniederlassungen und baute dauerhafte Handelsbeziehungen mit lokalen Fürsten auf. Von diesem Moment an war Lisboa, und nicht mehr Venezia, die Gewürzhauptstadt Europas; natürlich reduzierte das nicht die Preise, sondern verlagerte nur den Gewinn in ein anderes Land (100 Jahre später sollte sich dasselbe mit Amsterdam wiederholen). Die portugiesischen Kolonien in Asien bestanden bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als des Gewürzgeschäft längst an England und Holland verloren war.
    Piper nigrum: Unreife Pfefferfrüchte
    Unreife Pfefferfrüchte

    pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

    In der Zwischenzeit versuchten auch die Spanier ihr Glück in der Seefahrt: Cristoforo Colombo, ein Italiener, der am spanischen Hof Unterstützung für seine unkonventionellen Pläne fand, entdeckte 1492 das, was er nicht gesucht hatte; wieder elf Jahre später durchquerte Vasco Núñez de Balboa den amerikanischen Kontinent beim Isthmus von Panamá und gelangte damit an den Stillen Ozean. Folgerichtigerweise erkundete auch eine spanische Expedition diese neue See und umrundete dabei die Welt: Fernão de Magalhães, ein gebürtiger Portugiese, überlebte das Abenteuer aber nicht, sondern wurde auf den Philippinen in einem Konflikt mit Eingeborenen getötet. Alles in allem hatte Spanien in Asien nur wenig Erfolg (die Philippinen blieben die einzige Kolonie), und obwohl der größte Teil Amerikas rasch unter ihre Herrschaft fiel, konnten die Spanier im Gewürzhandel nie eine bedeutende Rolle übernehmen, da Piment und Vanille die einzigen kommerziell erfolgreichen Gewürze aus der neuen Welt blieben.

    Der Pfefferanbau war lange auf eine kleine Region im südlichen Teil der Westküste Indiens beschränkt (Malabar). Wegen schlechter Verkehrsmöglichkeiten, vieler Zwischenhändler und des konkurrenzlosen Monopols zuerst der Araber und Venezianer, dann der Portugiesen und schließlich der Engländer blieben die Preise in Europa lange hoch, was die europäischen Konsumenten oft zwang, andere Gewürze als Pfefferersatz zu verwenden. Von diesen sind der aus dem Mittelmeerraum stammende Mönchspfeffer und die beiden afrikanischen Gewürze Mohrenpfeffer und Paradieskörner in Vergessenheit geraten und werden heutzutage kaum noch gehandelt; auch den mediterranen Myrtenbeeren war kein Erfolg beschieden. In Mitteleuropa wurde der dort einheimische Wasserpfeffer in Zeiten wirtschaftlicher Knappheit gelegentlich als Pfefferersatz verwendet, er wird heutzutage allerdings nicht mehr angebaut oder gehandelt. Eine historische Kuriosität ist die Verwendung von Bohnenkraut als Pfefferersatz in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges, als die Köche auf Importe tropischer Spezereien weitgehend verzichten mußten.

    Zwei nahe Verwandte des schwarzen Pfeffers, langer Pfeffer aus Indien und Indonesien und Kubebenpfeffer aus Jawa, sind im Westen zwar mittlerweile auch ziemlich unbekannt, werden aber in Indien und Nordafrika immer noch viel verwendet; in der frühen Neuzeit spielten sie auch in der Küche Europas eine gewisse Rolle. Szechuanpfeffer aus China und Japan und rosa Pfeffer aus Südamerika sind in den letzten Dekaden bekannter geworden; vielleicht steht auch dem noch weithin unbekannten tasmanischen Pfeffer ein ähnliches Schicksal bevor.
    Piper nigrum: Pfefferplantage
    Pfefferplantage

    pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

    Piper nigrum: Unreife Pfefferfrüchte
    Unreife Pfefferbeeren

    www.botany.hawaii.edu   © Gerald Carr

    Piper nigrum: Eingelegter roter und grüner Pfeffer
    Eingelegte rote und grüne Pfefferkörner

    Ein mittel- und südamerikanisches Gewürz, das ebenfalls zuerst als Pfefferersatz betrachtet wurde, hat jedoch dem Pfeffer den Rang als „scharfes Gewürz“ abgelaufen: Chilis. Wegen größerer Schärfe und einfacher Kultivierbarkeit werden Chilies auch in wesentlich größerem Umfang angebaut, gebraucht und gehandelt. Siehe auch Mohrenpfeffer für einen Vergleich zwischen verschiedenen scharfen Gewürzen.

    Pfeffer ist unter den Gewürzen darin einmalig, daß seine Früchte in vier verschiedenen Farben gehandelt werden: Je nach Behandlung ergeben sie schwarze, weiße, grüne und rote Pfefferkörner. Indem man Erntezeitpunkt und Verarbeitung entsprechend wählt, könnte man im Prinzip alle vier Sorten von einer einzigen Pfefferpflanze produzieren.

    Schwarzer Pfeffer sind Pfefferfrüchte, die unreif aber recht knapp vor der Reife gepflückt und danach bei mäßiger Temperatur getrocknet werden. Eine häufig angewendete Prozedur ist es, die ganzen Pfefferspindeln zu pflücken, sobald sich die erste Beere rot färbt, und die frischgeernteten Früchte über Nacht bei Raumtemperatur zu lagern; mancherorts werden die frischgeernteten Pfefferspindeln auch kurz in kochendem Wasser einer oberflächlichen Desinfektion unterzogen. Unter diesen Bedingungen läuft eine Fermentierung ab, und die zuvor grünen Beeren färben sich schwarz; der Mechanismus ist dabei ähnlich wie in Teeblättern (Oxidation von Gerbstoffen durch Phenoloxidasen). Am nächsten Tag beginnt man dann mit dem Trocknen, auch heute noch oft einfach in der Sonne ohne künstliche Beheizung. Schwarzer Pfeffer wird in allen Pfefferanbauländern produziert.

    Je später man den Pfeffer erntet, umso besser wird sein Aroma, während die Schärfe in den letzten Tagen nicht mehr dramatisch zunimmt. Allerdings darf man nicht zu lange abwarten, da vollreife Pfefferfrüchte nicht auf die übliche Art fermentiert werden können: Ihr Zuckergehalt macht sie anfällig zum Verfaulen. Die letzte Möglichkeit, schwarzen Pfeffer zu produzieren, hat man, wenn sich die Beeren gelb-orange verfärben. Schwarzer Pfeffer aus solchen fast reifen Beeren hat ein besonders starkes und gutes Aroma. Dieser Pfeffer heißt Tellicherry-Pfeffer und wird nur in Indien produziert. Seine Körner sind etwas größer als gewöhnlicher schwarzer Pfeffer, und die Farbe ist weniger schwarz als ein dunkles, warmes Braun. Tellicherry-Pfeffer ist etwas teurer als gewöhnlicher schwarzer Pfeffer, um das erhöhte Verlustrisiko (Vogelfraß, Schlechtwetter) auszugleichen.

    Vollreife Pfefferfrüchte werden für die Produktion von weißem Pfeffer gebraucht. Dazu muß die äußere Hülle (Exocarp, Mesocarp) entfernt werden. Das Mesocarp enthält nicht nur den Zucker, sondern auch einen Teil der flüchtigen Aromastoffe; die Schärfe sitzt dagegen fast nur im Endocarp (Kern). Üblicherweise stellt man weißen Pfeffer her, indem man die frischgeernteten Beeren ca. eine Woche einweicht, und zwar am besten in langsam fließendem Wasser. Dabei zerfällt das Mesocarp und kann mechanisch von Endocarp abgetrennt werden. Der Rückstand, im wesentlichen der Same, wird dann getrocknet und als weißer Pfeffer verkauft. Weißer Pfeffer erhält sich die ganze Schärfe des schwarzen Pfeffer, aber er hat durch die teilweise Entfernung der Aromastoffe einen anderen Geschmack. Weißer Pfeffer ist erheblich teurer als schwarzer Pfeffer, einerseits wegen des Risikos, die ganze Ernte an mögliches Schlechtwetter zu verlieren, and andererseits wegen der zusätzlichen Arbeitsschritte.

    In Madagaskar wurde eine andere Art der Behandlung von Pfeffer entwickelt: Grüner Pfeffer ist frühgeernteter Pfeffer, noch weit von der Reife entfernt, der auf eine Art und Weise behandelt wird, die Fermentation unterbindet. Das erreicht man durch Einlegen der frischgeernteten Früchte in salzige oder saure Laken, oder durch rasches Trocknen bei erhöhter Temperatur oder im Vakuum (Lyophilisierung). Bedingt durch den wesentlich geringeren Reifegrad hat grüner Pfeffer eine geringe Schärfe und einen frischen, krautigen, „grünen“ Geschmack.

    Auch reife Pfefferfrüchte kann man im Prinzip derselben Einlege-Prozedur unterziehen; in diesem Fall bleibt die Farbe erhalten, und man kommt zu rotem Pfeffer. Dieser Pfeffer ist ein sehr seltenes Handelsgut; er ist erheblich schärfer als der grüne Pfeffer, und kombiniert dabei den würzigen, reifen Geschmack des schwarzen Pfeffers mit der frischen Note des grünen Pfeffers. Getrocknete rote Pfefferkörner sind noch schwerer zu finden und werden meines Wissens nach nur von einer einzigen Firma in Kerala (Südindien) hergestellt. Roter Pfeffer darf keinesfalls mit dem bekannteren rosa Pfeffer verwechselt werden, der von einer ganz anderen Pflanze stammt und geschmacklich mit Pfeffer nicht viel zu tun hat.

    Es ist bemerkenswert daß, obwohl es vier verschiedene Sorten Pfefferkörner gibt, der schwarze Pfeffer allein die Produktion und den Konsum dominiert. Roter Pfeffer hat überhaupt keine Bedeutung; er ist im wesentlichen eine exotische Kuriosität. Grüner Pfeffer wird vor allem in der westlichen Küche genutzt, wo man ihn oft zum Würzen von Senf (siehe weißer Senf) oder für Fertig-Würzsaucen gebraucht. Diesen Pfeffer ist auch die beste Wahl für ein Pfeffersteak und für eine Reihe von Saucen, die dafür gedacht sind, gegrilltes oder gebratenes Fleisch zu begleiten. Eingelegte grüne Pfefferkörner werden oft als würzige Garnitur zu kalten Aufschnitten oder ähnlichem gereicht. Getrocknete grüne Pfefferkörner sind aromatisch, haben aber nur wenig Schärfe; das macht sie nützlich für empfindliche Speisen, die die schwere Schärfe des schwarzen Pfeffers nicht vertragen. Meiner Ansicht nach werden sie unter europäischen Köchen allgemein unterschätzt.

    Frische grüne Pfefferkörner, die man in westlichen Ländern nicht immer einfach finden kann, erfreuen sich in einigen Produktionsländern steigender Beliebtheit, besonders in Thailand. Sie schmecken sehr gut in thailändischen stir fries, und sie können auch für die thailändischen Currypasten verwendet werden (siehe Kokosnuß). Eingelegter grüner Pfeffer ist zu sauer, um als Ersatz dienen zu können, aber man kann in Wasser eingeweichte getrocknete grüne Pfefferkörner verwenden, wenn die frischen nicht erhältlich sind.

    Weißer Pfeffer ist ebenfalls vor allem in der westlichen Küche daheim und wird oft für helle Saucen empfohlen, deren Farbe durch schwarzen Pfeffer verdorben würde. Ein typisches Beispiel hierzu ist die sauce Béchamel (siehe Muskat); dagegen halte ich die oft vertretene Präferenz für weißen Pfeffer in quatre épices für eine historisch gewachsene Marotte. Weiters wird weißer Pfeffer verwendet, wenn es auf Schärfe, nicht Pfefferaroma, ankommt: So ist er z.B. gut zum Abschmecken im letzten Moment geeignet, weil er Schärfe einführt, ohne am Geruch der Speise viel zu ändern; schwarzer Pfeffer weist dagegen ein kräftiges Aroma auf, das erst beim langen Mitkochen verfliegt. Die eher reine, nur wenig aromatische Schärfe von weißem Pfeffer hat auch in Japan viele Freunde gefunden; so setzt man weißen Pfeffer oft als Alternative für die in Japan einheimische Varietät von Szechuanpfeffer für verschiedene Fleischmarinaden ein. Obwohl Pfeffer in China keine besondere Rolle spielt, verdankt die scharf-saure Suppe (suanla tang [酸辣湯], siehe auch Sesam) ihre Schärfe weißem (oder in manchen Rezepten schwarzem) Pfeffer.

    Ein europäisches Gericht mit weißem Pfeffer ist gefilte fisch [געפֿילטע פֿיש], eine Spezialität der heute aussterbenden jiddischen Küche in Deutschland, Polen und der Ukraine. Das Originalrezept ist sehr arbeitsaufwendig und war daher festlichen Anlässen vorbehalten: Man bereitete eine Farce aus entgrätetem Fisch (typischerweise Karpfen), gekochten Zwiebeln und hartgekochtem Ei zu, würzte mit weißem (oder schwarzem) Pfeffer und füllte diese Fischfarce in die Fischhäute. Der solchermaßen „gefüllte Fisch“ wurde danach in einer Brühe aus Fischknochen, Karotten, Zwiebeln und Kräutern (Petersilie, Sellerie) vorsichtig gekocht. Heutzutage wird das Rezept meist vereinacht, und man formt die Fischmasse einfach zu Bällchen, die man in der Brühe gart. Gefilte Fisch wird meist kalt mit der gelierten Kochbrühe serviert, oft mit einer scharfen Sauce aus geriebenem Kren und roten Rüben.
    Piper nigrum: Pfefferblütenstand
    Pfefferblüte

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    Für alle anderen Zwecke ist schwarzer Pfeffer gewöhnlich die richtige Wahl. Er wird in fast allen Küchen der Welt verwendet. Da die Pfefferproduktion in den letzten Jahrzehnten beträchtlich zugenommen hat und ständig neue Anbaugebiete erschlossen werden, dringt der schwarze Pfeffer immer mehr in Küchen ein, in denen er zuvor aus Kostengründen keine große Rolle spielte. So entwickelte die Thai-Küche nicht nur eine Neigung zur Verwendung von frischem grünen Pfeffer, sondern auch schwarzer Pfeffer wird heute in viel größerem Ausmaß verwendet als zu Zeiten, in denen er noch teuer importiert werden mußte. Schwarzer Pfeffer ist besonders für relativ milde Schmorgerichte beliebt, wie sie etwa am königlichen thailändischen Hof zubereitet werden.

    Im selben Ausmaß, in dem sich die vietnamesische Pfefferproduktion erhöht, erfreut sich schwarzer Pfeffer auch in der vietnamesischen Küche steigender Beliebtheit. Man setzt ihn den lange gekochten Suppen zu (siehe vietnamesischen Zimt für nordvietnamesische und vietnamesischen Koriander für südvietnamesische Nudelsuppen), und er taucht auch immer öfter als Tischgewürz auf. In Kambodscha findet man Pfeffer im allgegenwärtigen Tischgewürz tik marij, einer Mischung von frischgemahlenem Pfeffer mit Limettensaft und Salz. Ironischerweise wird schwarzer Pfeffer aber in den Küchen Malaysias und Indonesiens relativ wenig verwendet, obwohl diese die ältesten Anbaugebiete außerhalb Indiens sind.

    Schwarzen Pfeffer kann man für so gut wie jedes Gericht verwenden – manche pfeffern sogar Süßspeisen! Erdbeeren mit grünem Pfeffer sind eine klassische Kombination der europäischen Küche, aber auch andere Früchte erhalten durch einen Hauch Pfeffer einen besonderen Pfiff. Besonders bei Fruchtsalaten lohnen sich Experimente mit Pfeffer; man muß ja nicht so weit gehen wie die Indonesier mit ihrem chilischarfen rujak (siehe Mango). Edelbitterschokoladen mit einem Hauch schwarzem Pfeffer sind kürzlich in den europäischen Markt eingeführt worden, und ich finde diese Kombination sehr attraktiv. Gepfefferte Süßspeisen waren in der Antike sowohl in Griechenland als auch in Rom gebräuchlich, zumindest bei denen, die es sich leisten konnten (siehe auch Mohn). Reste dieser Tradition sind noch in einigen europäischen Küchen erhalten. z.B. italienischer panforte und einigen Varianten von deutschem Lebkuchen.
    Piper nigrum: Pfefferpflanze
    Pfefferpflanze

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    Pfeffer ist auch Bestandteil vieler bekannter und nicht so bekannter Gewürzmischungen. In Westasien wird er gerne in kleineren Mengen verwendet (z.B. in georgischem khmeli-suneli, siehe Majoran), während weiter östlich die Küchen z.T. schärfer werden (als Beispiel diene die arabisch-irakische Gewürzmischung baharat, siehe Paprika). Noch mehr Pfeffer verwendet man in seiner Heimat Indien. So enthalten sowohl die anglo-indische Gewürzmischung Currypulver (siehe Curryblätter) als auch das nordindische garam masala und das südindische sambaar podi (für beide siehe Kreuzkümmel) schwarzen Pfeffer.

    Araber hatten Jahrtausende lang den Pfefferhandel monopolisiert; daher verwundert es auch nicht, daß Pfeffer in der arabischen Küche sehr beliebt und auch in vielen Gewürzmischungen vertreten ist. Aus dem Westen der arabischen Halbinsel, dem Yemen, kommt, zhoug, eine scharfe Würzpaste (siehe Koriander), und in den Staaten am Persischen Golf würzt man Reis, Lamm und Gemüse mit baharat (siehe dazu Paprika). Arabisch beeinflußte Gewürzmischungen finden sich in Marokko (ras el hanout, siehe Kubebenpfeffer), Tunesien (gâlat dagga, siehe Paradieskörner) oder Äthiopien (berbere, siehe langer Pfeffer).

    In der Neuen Welt hat der Pfeffer ebenfalls Eingang in die traditionelle Küche gefunden, so wird er etwa in México für mole, eine raffinierte Sauce, benutzt (siehe Paprika). In der kreolische Küche von New Orleans wird vor allem der weiße Pfeffer viel benutzt (siehe Sassafras über die New-Orleans-Küche allgemein und Thymian über das „blackening“).

    Pfeffer ist auch in Europa beliebt und bildet den Hauptbestandteil der französischen Kreation quatre épices (siehe Muskatnuß). Alleine und zusammen mit anderen Gewürzen verwendet man den Pfeffer für deftige Eintöpfe, Steaks, Saucen und verschiedenste Gemüsegerichte. Pfeffer kann man einige Zeit mitkochen, ohne daß große Aromaeinbußen auftreten. Sauce béarnaise ist eine berühmte französische Erfindung, die einen Teil ihres würzigen Aromas in Essig gekochten schwarzen Pfefferkörnern verdankt (siehe Estragon).

    Pfeffer verträgt sich auch sehr gut mit sauren Geschmacksnoten (siehe Mango über saure Gewürze). In Europa und den USA verwendet man oft Mischungen aus grob gemahlenem schwarzen Pfeffer und getrocknetem Zitronensaft (oder auch nur Zitronensäure) zum Würzen von Geflügel oder Fisch. Dieser sogenannte „Zitronenpfeffer“ darf nicht mit dem exotischen indonesischen Zitronenpfeffer, einer Variante des Szechuanpfeffers, verwechselt werden.

    Persönlich ziehe ich ganze Gewürze den gemahlenen ohnehin fast immer vor – aber kaum ein anderes Gewürz zeigt nach dem Mahlen einen so drastischen Verfall des Aromas wie Pfeffer (ähnlich empfindlich sind etwa Cardamom und manche Kräuter). Schwarzer und weißer Pfeffer verlieren rasch ihren Geschmack, und weißer nimmt sogar einen abgestandenen, muffigen Geschmack an, der jedes Gericht mit Leichtigkeit verderben kann. Daher empfehle ich dringend die Verwendung einer Pfeffermühle, damit man immer frisch gemahlenen und daher aromatischen Pfeffer zur Hand hat.



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    Zuletzt modifiziert am 13 Nov 2005
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