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    Langer Pfeffer (Piper longum L. und Piper retrofractum Vahl)

    Synonyme

    Amharischጥምዝ
    Timiz
    AssamesischPipoli
    BengaliPipool
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    蓽撥 [bāt but], 長椒 [chèuhng jìu]
    Bat but, Cheung jiu
    Chinesisch
    (Mandarin)
    蓽撥 [bì bō], 長椒 [cháng jiāo]
    Bi bo, Chang jiao
    DeutschStangenpfeffer, Balinesischer Pfeffer*, Jaborandi-Pfeffer, Bengalischer Pfeffer
    Dhivehiވަކިފު
    Vakifu
    EnglischLong pepper, Balinese pepper*, Jaborandi pepper, Bengal pepper
    EstnischPikk pipar
    Farsiدار فلفل
    Dar felfel ?
    FranzösischPoivre long
    GriechischΜακροπιπέρι
    Makropiperi
    GujaratiPipara
    HindiPipli, Pipal, Pipar
    IndonesischCabé bali*, Cabe jawa*, Lada panjang*
    Japanischインドナガコショウ
    Indonaga-koshō, Indonaga-kosho
    Kannadaಗಜಹಿಪ್ಪಲಿ, ಹಿಪ್ಪಲಿ
    Hippali; Gajahippali (Piper retrofractum)
    KhmerMorech ansai
    Koreanisch필발
    Pilbal
    LaotischSa li pi, I lo
    LitauischIndonezinis pipiras*
    MalayalamThippali
    MalaysischBakek*, Chabai Jawa*, Kedawak*
    Marathiपिंपळी
    Pimpali
    NiederländischLangwerpige peper
    OriyaPipali
    PolnischPieprz długi
    Punjabiਪਿਪਲੀ
    Pipali, Magha, Darfilfil
    RussischДлинный перец; Колосковый перец (Piper officinarum)
    Dlinnyj perets; Koloskovyj perets (Piper officinarum)
    SanskritChanchala, Pippali, Magandi, Kana, Ushana
    SchwedischLångpeppar
    SinghalesischThippli
    SlovenischPodolgovati poper
    SlowakischDlhé korenie, Piepor dlhý
    TagalogLitlit*
    Tamilதிப்பலி, வனபிப்பிலி
    Tippali, Vanapippili
    Teluguపిప్పళ్ళు
    Pippallu
    Thaiดอกดีปลี, ดีปลี
    Dok dipli, Dipli, Dee plee, Phrik-hang, Dipli-chuak*
    TschechischPepř dlouhý
    TürkischUzun biber, Dar fulful†, Dari fülfül†
    UkrainischПерець довгий
    Perets dovhyj
    UngarischBengáli bors, Bali (szigeti) bors*
    UrduPipul
    VietnamesischTắt bạt, Tat phắt, Tiêu lôt, Tiêu dội*
    Tat bat, Tat phat, Tieu doi*, Tieu lot

    Hinweis

    In der obigen Liste sind Namen, die sich auf die südostasiatische Art P. retrofractum beziehen, mit einem Stern gekennzeichnet. Namen ohne Stern sind entweder generisch oder beziehen sich auf die südasiatische Art P. longum.
    Piper longum: Langer Pfeffer
    Langer Pfeffer (getrockneter Fruchtstand)

    Verwendeter Pflanzenteil

    Die winzigen Beeren, die mit ihren Fruchtstielen und der Spindel zu einer einzigen stangenartigen Struktur verwachsen sind; das ganze erinnert ein bißchen an ein Haselkätzchen.

    Pflanzenfamilie

    Piperaceae (Pfeffergewächse).

    Geruch und Geschmack

    Scharf und warm, mit süßlichen Obertönen. Siehe auch Mohrenpfeffer über Schärfe und Süßholz über Süße.

    Inhaltsstoffe

    In P. retrofractum wurden Piperin, Piperlongumin, Sylvatin, Guinesin, Filfilin, Sitosterol, Methylpiperat und eine ganze Reihe piperinanaloger Verbindungen (Retrofractamide) gefunden. (Phytochemistry, 24, 279, 1985)

    Der Gehalt an Piperin (6%) ist höher als in schwarzem Pfeffer.
    Piper retrofractum: Langer Pfefferstrauch
    Langer Pfeffer (P. retrofractum), Pflanze mit Früchten

    kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

    Langer Pfeffer enthält mit nur 1% deutlich weniger ätherisches Öl als seine Verwandten. In diesem Öl wurden Sesquiterpen-Kohlenwasserstoffe und Ether (Bisabolen, β-Caryophyllenn, β-Caryophyllenoxid, jeweils 10 bis 20%; α-Zingiberen, 5%) und überraschenderweise gesättigte aliphatische Kohlenwasserstoffe (18% Pentadecan, 7% Tridecan, 6% Heptadecan) nachgewiesen.

    Herkunft

    Die Art Piper longum stammt aus Südasien (Dekkan-Halbinsel in Indien), während Piper retrofractum aus Südostasien (Indonesien, Thailand) zu stammen scheint. Die beiden Arten werden im Handel nicht unterschieden.

    Etymologie

    Das Wort Pfeffer und seine Analoga in den meisten europäischen Sprachen kommen vom Sanskrit-Namen des langen Pfeffers, pippali [पिप्पलि, पिप्पली], dessen weitere Herkunft unbekannt ist. Möglicherweise handelt es sich um eine Entlehnung aus einer dravidischen Sprache oder sogar einer austroasiatischen Sprache (Munda-Sprache). Langer Pfeffer erreichte Europa vor dem heute bedeutenderen schwarzen Pfeffer, und so nahm zweiterer den Namen des ersten an.

    Die ersten pfefferverzehrenden Europäer waren die Griechen. Sie nannten das Gewürz peperi [πέπερι], eine ziemlich lautgetreue Adaption des Sanskrit-Namens. Nachdem die Herrschaft über das Mittelmeer an die Römer übergegangen waren, übernahmen diese auch die Rolle als Pfefferkonsumenten; tatsächlich wurde in der späten römischen Küche Pfeffer in großem Ausmaß verwendet (siehe auch Silphion). Der lateinische Namen des Pfeffers war piper, heute noch der botanische Gattungsname.
    Piper retrofractum: Langer Pfeffer
    Früchte des südostasiatischen langen Pfeffers, P. retrofractum

    kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

    Das lateinische piper ist Vorläufer für die Namen von Pfeffer in den meisten heutigen Sprachen Europas. Siehe schwarzer Pfeffer für weitere Informationen.

    Da die von lateinisch piper abgeleiteten Wörter in den modernen europäischen Sprachen alle den schwarzen Pfeffer bezeichnen, wird der Name des langen Pfeffers üblicherweise mit einem beschreibenden Adjektiv „lang“ gebildet, z.B. türkisch uzun biber, russisch dlinnyj perets [длинный перец], schwedisch långpeppar, französisch poivre long „langer Pfeffer“; vgl. auch slowakisch dlhé korenie „langes Gewürz“ und griechisch makropeperi [μακροπιπέρι] „Großpfeffer“.

    In den indischen Sprachen hat sich z.T. ein individueller Name für langen Pfeffer erhalten. In Urdu heißt langer Pfeffer beispielsweise pipal [پیپل], während man den schwarzen Pfeffer mit dem arabischen Lehnwort filfil [فلفل] bezeichnen kann. Natürlich stammen sowohl pipal als auch filfil letztlich vom selben Sanskrit-Wort pippali ab. Darüberhinaus bietet Urdu noch weitere Namen für schwarzen Pfeffer an, die sich von einer nicht verwandten indoarischen Wurzel herleiten; siehe schwarzer Pfeffer für Details. Ein anderes Beispiel ist Marathi pimpali [पिंपळी] „langer Pfeffer“ im Gegensatz zu mire [मिरे] „schwarzer Pfeffer“.

    Alte europäische Quellen verwechseln den langen Pfeffer oft mit Chili, da beide scharf schmecken und eine längliche Form haben. Der Name Langer Pfeffer kann in Büchern des 16.ten Jahrhunderts daher für beide Gewürze stehen. Anscheinend gilt auch der Name dar felfel [دار فلفل] im modernen Farsi für beide Pflanzen, auch wenn seine Bedeutung „Holzpfeffer“ eher dem langen Pfeffer angemessen ist.

    Ausgewählte Links

    Gewürzamt: Langer Pfeffer Dinses Culinarium: Langer bengalischer Pfeffer Sorting Piper names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Francesco Sirene: Spices & Herbs (Catalogue) Olivers and Co: Long Pepper Recipe: Ethiopian Lentils and Berebere [በርበሬ] (jewish-food.org) Recipe: Berbere [በርበሬ] Powder (hometalkers.com) Recipe: Berebere [በርበሬ] Powder (globalgarden.com) Recipe: Berebere [በርበሬ] Paste and More Ethiopian Recipes (indiajoze.com) INDU-Versand Aromates, épices et condiments du monde entier The Periplus of the Erythraean Sea Recipe: Doro wot [ዶሮ ወጥ] (Ethiopian Chicken Stew) (recipes.chef2chef.net) Recipe: Doro wat [ዶሮ ወጥ] (Ethiopian Chicken Stew) (fooddownunder.com) Traditional Ethiopian Wat Recipes (www.hotpaste.com) Eritrean Recipes (geocities.com) Wuerzmich.com: Langer Pfeffer Eritreische Gewürze (asmarino.de)


    Piper longum: Langer Pfeffer
    Langer Pfeffer, blühende Pflanze, P. longum
    Piper longum: Langer Pfeffer: Blüte
    Blüte des indischen langen Pfeffers, P. longum
    Langer Pfeffer kam wahrscheinlich noch vor dem heute dominierenden schwarzen Pfeffer nach Europa. Bereits bei den Römern wurde er sehr geschätzt und auch teuer bezahlt – etwa dreimal soviel wie für gewöhnlichen schwarzen Pfeffer, der schon selbst keineswegs billig war. Mit seinem süßlich-scharfen Geschmack paßte langer Pfeffer tatsächlich sehr gut zu den pikant-süßen Kompositionen der altrömischen Küche (siehe auch Silphion). Heutzutage ist dieses Gewürz aber fast unbekannt und mitunter schwer zu bekommen.

    Da Terpenkomponenten im Aroma fehlen, kann man langen und schwarzen Pfeffer nicht füreinander austauschen; als (unzureichenden) Ersatz kann man allenfalls weißen Pfeffer mit einer Spur Muskatblüte versuchen. Der süßlich-scharfe Geschmack des langen Pfeffers paßt besonders gut zu würzigem Käse (er ist ein „Hausgeheimnis“ in meinen Käsefonduemischungen) oder zu Weinsaucen.

    In Asien verwendet man zwei sehr nahe verwandte Pfefferarten mit fast demselben Geschmack: Piper retrofractum aus Indonesien (Balinesischer Pfeffer) hat etwas kleinere Stangen als P. longum aus Indien (Bengalischer Pfeffer). Im Westen bekommt man zumeist den letzteren.

    Da langer Pfeffer schärfer ist als schwarzer, empfiehlt sich sparsamer Umgang damit, außer, man liebt es scharf. Die Stangen sollten erst vor der Verwendung zerbrochen und zerstoßen oder gemahlen werden. In Indien verwendet man den langen Pfeffer vor allem zu pikantem eingelegtem Gemüse (pickles, in Hindi achar [अचार]).

    Interessanterweise ist langer Pfeffer auch in Afrika bekannt und beliebt, und zwar in den islâmisch dominierten Regionen Nord- und Ostafrikas, wo arabische Händler ihn aus Indien einführten. Deshalb findet man langen Pfeffer mitunter auch in der marokkanischen Mischung ras el hanout (siehe Kubebenpfeffer); er spielt aber auch eine gewisse Rolle in Äthiopien, wo man ihn oft den typischen Eintöpfen (wat [ወጥ]) zusetzt, sehr häufig in Kombination mit schwarzem Pfeffer, Muskat, Gewürznelken und Curcuma; in letzterer Zutat manifestiert sich die Verwandtschaft zur indischen Küche. Bekannte Beispiele sind siga wat [ስጋ ወጥ], mageres Rindfleischstücke in einer dicken, würzigen Sauce aus Chilies, Zwiebeln und Knoblauch, sowie doro wat [ዶሮ ወጥ], ein Eintopf aus Hühnerfleisch und hartgekochtem Ei in einer ähnlichen Sauce. Als Beilage wird neben Reis in ganz Ostafrika ein fladenartiges gesäuertes Brot (injera [እንጀራ]) gegessen, das aus der lokalen Getreideart Teff [ጤፍ] (Eragrostis tef) hergestellt wird.

    In der äthiopischen Küche finden sich noch weitere Parallelen zur indischen Kochtradition: So erinnert das Rezept zur traditionellen Gewürzmischung berbere (auch berebere geschrieben) stark an indische masalas (siehe Kreuzkümmel), und zwar sowohl in der Liste der Zutaten als auch in der Herstellung, bei der die Gewürze z.T. trocken geröstet werden. In Äthiopien bezeichnet das Wort berbere [በርበሬ] sowohl ein mittelscharfes bis scharfes, meist grobes Chilipulver als auch eine auf diesem Pulver basierende Gewürzmischung („gewürztes berbere“).

    Die Berbere-Mischung ist ziemlich scharf und wird besonders zum Würzen von Lammfleisch verwendet; man stellt sie her, indem man getrocknete rote Chilies in einer trockenen Pfanne einige Minuten röstet und sodann langen und schwarzen Pfeffer, Korianderfrüchte, Ingwer, Bockshornklee und auch etwas Adiowan hinzufügt; für den aromatischen Geschmack sorgen Zimt, Nelken, Piment und Cardamomsamen. Ein weiterer Bestandteil, der jedoch in vielen Rezepten in für den westlichen Markt geschriebenen Kochbüchern fehlt, ist die Weinraute, entweder in Form frischer Blätter oder frischer oder getrockneter Früchte.

    Berbere wird nicht nur zum Kochen verwendet, sondern kann auch mit Wasser, Wein oder Met (tej [ጠጅ]) zu einer Paste namens awaze oder awazi [አዋዜ] verarbeitet werden, die man als Tischwürze reicht. Wenn man diese Paste bei erhöhter Temperatur trocknet, erhält man ein noch aromatischeres Gewürz. Manche Berbere-Rezepte schreiben wiederholtes Befeuchten und Trocknen vor, um den Geschmack zu optimieren; gewisse empfindliche Zutaten, wie Rautenblätter oder Basilikum, kommen erst im letzten Arbeitsschritt dazu.

    Im Nachbaarstaat Eritrea findet man eine ähnliche Küche; ihr eigenständiger Charakter resultiert aus der Verwendung mediterraner Zutaten (z.B. pasta) und Kräuter, die in der italienischen Kolonialzeit bekannt wurden. Die Grundwürze ist eine Berbere-Paste, die ähnlich wie die äthiopische Version hergestellt wird, aber weniger Chili enthält und den typisch eritreischen Geschmack durch getrocknete Zwiebeln erhält. Bekannte eritreische Rezepte sind der Hühnereintopf tsebhi dorho [ጸብሒ ደርሆ] und das geschmorte Rindfleisch signi oder zigni [ዝግኒ]. Das eritreische Fladenbrot ingera [እንጌራ] besteht, wie sein äthipisches Gegenstück, aus Teff oder einer Teff-Weizen-Mischung, wird aber weniger fermentiert und schmeckt dadurch wesentlich milder.



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    Zuletzt modifiziert am 25 May 2004
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