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    Mexicanischer Blattpfeffer (Piper auritum Kunth)

    Synonyme

    Piper auritum: Mexikanisches Pfefferblatt
    Mexicanisches Pfefferblatt
    botPiper sanctum
    DänischMexikansk Peber-blad
    DeutschGeöhrter Pfeffer
    EnglischSacred pepper, Mexican pepper leaves, Rootbeer plant, Eared pepper
    FranzösischPoivre mexicain
    LitauischAusytasis pipiras
    SpanischHoja santa, Yerba santa, Acuyo, Anisillo
    UngarischMexikói borslevél

    Verwendeter Pflanzenteil

    Frische Blätter. Die Blätter können mehr als 30 cm groß werden.

    Frische oder auch getrocknete Blätter sind außerhalb des tropischen México sehr schwer erhältlich, und Köche sind daher oft auf Ersatz angewiesen. Als kanonischer Ersatz gelten Avocadoblätter, aber leider sind Avocadosorten mit aromatischen Blättern (Persea drymifolia) fast nur in México anzutreffen; überall sonst kultiviert man Persea americana mit geschmacklosem Laub. Weiters als Ersatz geeignet ist der ebenfalls aus México stammende Winterestragon (oder auch gewöhnlicher französischer Estragon); diese Pflanzen eignen sich aber nur für Speisen, die mit einem Püree der Blätter gewürzt werden und nicht für solche, in denen man mexicanische Pfefferblätter verwendet, um Fisch, Geflügel oder tamales darin einzuwickeln; in diesen Fällen kann man sein Glück mit thailändischem Basilikum (horapha-Typ) versuchen.

    Pflanzenfamilie

    Piperaceae (Pfeffergewächse).

    Geruch und Geschmack

    Die Blätter schmecken angenehm aromatisch, entfernt an Anis, Muskat und Pfeffer erinnernd. Der Geschmack ist in den jungen, unverholzten Stengeln und den Blattnerven noch stärker ausgeprägt und ist dort mit einer eigenartigen, wärmenden Schärfe gepaart.
    Siehe auch Süßdolde über anisartigen Geruch im allgemeinen.

    Inhaltsstoffe

    Das ätherische Öl der Pfefferblätter (0.2% in den frischen Blättern) enthält das wohlriechende Safrol (bis zu 80%); weiters wurden verschiedene Mono- und Sesquiterpene identifiziert.
    Piper auritum: Hoja Santa
    Mexicanischer Blattpfeffer (hoja santa), blühende Pflanze

    Über die mögliche Gefährdung der Gesundheit durch Safrol siehe bei Sassafras. Safrol kommt außer in P. auritum noch in einigen weiteren neuweltlichen Pfefferarten vor. Zumindest eine davon, Piper hispidinervium, wird mittlerweile in Brasilien zur Safrolgewinnung angebaut (pimenta longa). Schwarzer Pfeffer enthält dagegen nur geringe Spuren dieser toxischen Substanz.

    Herkunft

    Tropisches Mittelamerika (südliches México, Guatemala, Panamá, nördliches Kolumbien).

    Etymologie

    Siehe bei Pfeffer. Der Artname auritus leitet sich von lateinisch auris „Ohr“ ab und bedeutet soviel wie „(lang)ohrig“ oder „geöhrt“; er bezieht sich auf die an Ohren erinnernde Blattform.

    Wie die Pflanze zu ihrem spanischen Namen hoja santa „heiliges Blatt“ kommt, ist mir nicht bekannt; möglicherweise hatte die Pflanze in der aztekischen Religion kultische Bedeutung. Der englische Name root beer plant „Pflanze, die nach root beer riecht“ bezieht sich auf die olfaktorische Ähnlichkeit zum Sassafras, aus dessen Wurzel der US-amerikanische Softdrink root beer hergestellt wird.

    Ausgewählte Links

    Pacific Islands Ecosystems at Risk: Eared Pepper Safrole from Plants Sorting Piper names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Recipe: Mole Verde (groups.yahoo.com) Recipe: Mole Verde con Pollo (The Mole Page, www.ramekins.com) Recipe: Mole Verde de Oaxaca (The Mole Page, www.ramekins.com)


    Piper auritum: Blütenstand von hoja santa
    Blütenstand des mexikanischen Blattpfeffers
    Piper auritum: Blühender Zweig
    Zweig mit junger Blüte
    Der mexicanische Blattpfeffer gehört zu jenen mittelamerikanischen Gewürzen, die außerhalb ihres Verbreitungsgebietes weitgehend unbekannt sind.

    Die Pflanze wird in der Küche des tropischen México sehr vielseitig genutzt. Die Blätter sind eine wohlschmeckende Garnierung und können gefüllt und gedämpft werden. Ein sehr berühmtes Rezept mit mexicanischem Blattpfeffer ist pescado con Hoja Santa: Frischer Fisch wird in Pfefferblätter gewickelt und gegrillt. Diese Spezialität stammt aus dem Bundesstaat Veracruz, wo man noch viele andere Speisen mit diesem Gewürz zubereitet. In Zentralméxico kennt man die Pfefferblätter auch als Würze zu Schokoladengetränken („Aztekenschokolade“, siehe Vanille).

    Weiters ist die Pflanze ein essentieller Bestandteil des mole verde, einer der berühmten „sieben Saucen von Oaxaca“ (los siete moles, siehe Paprika über mole im allgemeinen und Sesam über mole Poblano).

    Der mole verde unterscheidet sich von anderen mole-Sorten durch die reichliche Verwendung frischer Kräuter; er enthält meist keine geriebenen Nüsse oder Samen (es gibt allerdings auch Varianten mit Kürbiskernen, die die grüne Farbe verstärken). Als Basis dient, wie auch bei anderen mole-Sorten, Hühnersuppe, die mit Gewürznelken, Kreuzkümmel, grünen jalapeño- oder serrano-Chilies, Knoblauch, Kräutern (Thymian, Majoran, Petersilie) und Tomatillo-Früchten gekocht und passiert wird; man dickt mit masa harina (Maismehl) an und würzt mit einem Püree aus Blattpfeffer und etwas Jesuitentee. Mole verde wird zu Geflügel serviert und sollte, anders als andere moles, immer frisch zubereitet werden.



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    Zuletzt modifiziert am 4 Jul 2000
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