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    [ Pflanzenteil | Familie | Aroma | Inhaltsstoffe | Herkunft | Etymologie | Diskussion | Bottom ]

    Perilla (Perilla frutescens [L.] Britton)

    Synonyme

    BengaliBan tulsi
    ChinesischHung sha yao, Sugeng
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    紅蘇葉 [hùhng sōu yihp], 蘇葉 [sōu yihp], 香蘇 [hèung sōu], 亦蘇 [yihk sōu], 皺紫蘇 [jau jih sōu], 紫蘇 [jih sōu]
    Huhng sou yihp, Sou yihp, Heong sou, Yihk sou, Jau jih sou, Jih sou
    Chinesisch
    (Mandarin)
    紅蘇葉 [hóng sū yè], 蘇葉 [sū yè], 香蘇 [xiāng sū], 亦蘇 [yì sū], 皺紫蘇 [zhòu zǐ sū], 紫蘇 [zǐ sū], 紫苏 [zǐ sū]
    Hong su ye, Su ye, Yeh ssu, Xiang su, Yi su, Zhou zi su, Zi su, Tyu ssu, Chi ssu, Su xie
    DänischKinesisk Mynte
    DeutschSchwarznessel, Chinesische Melisse, Wilder Sesam
    EnglischBeefsteak plant, Chinese Basil, Wild sesame
    EstnischPronks lutiklill
    FinnischVeripeippi
    FranzösischSésame sauvage
    Hebräischפרילה
    Perila
    HindiBhanjira
    IndonesischDaun shiso
    Japanisch紫蘇, 荏胡麻, 赤紫蘇, 青紫蘇, 蘇葉
    しそ, えごま, あかじそ, あおじそ, そよう
    シソ, エゴマ, アカジソ, アオジソ, ソヨウ
    Shiso, Egoma, Soyō; Aka-shiso, Akajiso (rot); Ao-shiso, Aojiso (grün)
    Koreanisch들깨, 소엽, 깻잎
    Deulggae, Tulkkae, Soyeob, Soyop, Kkaennip, Ggaesip
    LaotischNga chien chin, Nga chieng (Perilla ocymoides)
    NiederländischShiso blad
    PolnischPachnotka zwyczajna
    PortugiesischPerila
    RussischПерилла
    Perilla
    SchwedischBladmynta
    Thaiชิโช, งาขี้ม้อน
    Nag-mon, Nga-khi-mon, Chicho
    TschechischPerila křovitá
    UngarischVad szezám, Kínai bazsalikom, Fekete csalán
    VietnamesischLá tía tô, Rau tía tô, Tía tô
    La tia to, Rau tia to, Tia to
    Perilla frutescens: Perilla-Blätter
    Rote Perilla-Blätter
    Perilla frutescens: Rote und grüne Perilla
    Rote und grüne Perillapflanzen

    Verwendeter Pflanzenteil

    Von Perilla frutescens werden in Japan zwei Varietäten angebaut: Die var. crispa heißt auf Japanisch shiso und hat krause Blätter, die je nach Sorte grün (ao-jiso, [青紫蘇, あおしそ]) oder rot (aka-jiso [赤紫蘇, あかしそ]) gefärbt sind. Sie dient als Küchenkraut, wobei nur die frischen Blätter verwendet werden (sie lassen sich aber auch einfrieren).

    Eine zweite Varietät var. frutescens wird wegen ihrer Samen geschätzt, aus denen ein fettes Öl gewonnen wird. Das Öl spielt in shintoistischen Ritualen eine Rolle und dient darüberhinaus als teurer Nahrungsmittelzusatz.

    Pflanzenfamilie

    Lamiaceae (Lippenblütengewächse)

    Geruch und Geschmack

    Aromatisch und schwer zu beschreiben; das Aroma erinnert entfernt an Zimt und Anis oder Süßholz, der Geschmack hat jedoch auch eine ausgeprägt herbe Note.

    Wie bei vielen Pflanzen der Familie ist der Geschmack ziemlich variabel und hängt außer von genetischen Faktoren auch von Klima und Boden ab.

    Inhaltsstoffe

    Perillablätter enthalten ca 0.2% ätherisches Öl, das sehr variabel zusammengesetzt ist. Man kennt einige verschiedene Chemotypen, von denen jedoch nur der PA-Typ (Hauptbestandteil Perillaldehyd) kulinarische Bedeutung besitzt. Die anderen Typen sind PK (Hauptbestandteil Perillaketon, Nebenbestandteile Isoegomaketon und Perillen), EK (Hauptbestandteil Elsholziaketon, Nebenbestandteile Naginataketon), PL (Hauptbestandteil Perillen, Nebenbestandteile Citral, Perillaketon, Isoegomaketon), PP (Phenylpropane: Myristicin, Dillapiol, Elemicin, Safrol) und C (Hauptbestandteil Citral, Nebenbestandteile Perillen, Perillaketon, Isoegomaketon). Daneben wurde noch ein Typ beschrieben, der durch Rosenfuran charakterisiert ist und der in der Parfumerie vielleicht als Ersatz für das teure Rosenöl gewisse Bedeutung erlangen könnte.
    Perilla frutescens: Perillablüten
    Perillapflanzen in Vollblüte

    Im häufigst kultivierten Typ, PA, dominiert als Inhaltsstoff der Perillaldehyd (p-Menthadien-1,8(9)-al(7), 75%). Als weitere Inhaltsstoffe werden Limonen (13%), β-Caryophyllen, l-Menthol, α-Pinen, Perillen (2-Methyl-5-(3-oxolanyl)-2-penten) und Elemicin angegeben. Perillaldehyd weist ein beträchtliches allergenes Potential auf.

    Der C-Typ ist potentiell interessant als Quelle von Citral, einer angenehm zitronenartig riechenden Substanz, die viel der der Geschmacks- und Parfumindustrie gebraucht wird (siehe auch Zitronenmyrte über Citral und Zitronenduft).

    Der PP-Typ kann vielleicht einmal als Quelle einfacher Phenylpropane für die pharmazeutische Industrie Interesse erlangen. Durch den hohen Myristicingehalt zeigt er eine beträchtliche Giftigkeit. Siehe auch Muskat über die halluzinogene Wirkung von Myristicin.

    Die verbleibenden Typen enthalten als Hauptbestandteile Monoterpenketone mit Furanring, von denen manche (z.B. Isoegomaketon) starke Pneumotoxizität zeigen. Daher ist vor allem der PK-Typ eine gefährliche Giftpflanze, die schon wiederholt zum Tod von Weidevieh geführt hat. In der Küche hat dieser Perilla-Typ nichts zu suchen.

    Perillaldehydoxim (Perillartin) ist 2000-mal süßer als Rohrzucker und wird, vor allem in Japan, als künstlicher Süßstoff verwendet.
    Perilla frutescens: Koreanisches Kkaennip (Wilder Sesam)
    Grünblättriger koreanischer Typ von Perilla

    www.flickr.com

    Aus den Perillasamen läßt sich ein fettes Öl gewinnen (40%), das einen sehr hohen Prozentsatz an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweist (60% α-Linolensäure, je 15% Linol- und Ölsäure) und deshalb gelegentlich als Wundermittel angepriesen wird.

    Perilla enthält auch die für die Familie der Lippenblütengewächse typischen phenolischen Gerbstoffe und Antioxidantien (siehe Ysop). Die rote bis purpurne Blattfarbe einiger Kultivare ist durch einen Farbstoff der Anthocyan-Reihe namens Perillanin-chlorid bedingt.

    Herkunft

    Die Pflanze ist in Ost- und Südostasien heimisch.

    Etymologie

    Über den Namen perilla konnte ich nichts in Erfahrung bringen; vielleicht existiert jedoch ein Zusammenhang mit Perle.

    In Korea, wo Perilla ein bedeutendes Gewürz ist, heißt die Pflanze tul-kkae [들깨]. Diese Name bedeutet wörtlich „wilder Sesam“, obwohl Perilla mit Sesam nicht besonders eng verwandt ist. Eine andere häufige Bezeichnung für Perilla im Koreanischen lautet kkaennip [깻잎] („Sesamblatt“). Ich weiß nicht genau, welche Motivation hinter diesen eigenartigen Namen steckt; vielleicht beziehen sie sich darauf, daß aus Perillasamen wie aus Sesamsamen ein fettes Öl gewonnen werden kann. Gelegentlich findet man Namen à la „wilder Sesam“ auch in deutsch- oder englischsprachigen koreanischen Kochbüchern, wo sie sich aller Wahrscheinlichkeit nach auf Perilla und nicht auf eine wilde Sesamart beziehen.

    Auch der japanische Name egoma [荏胡麻, えごま] für Perillasamen leitet sich von „Sesam“ (goma) ab und bedeutet „Sesambohne“.

    In einigen ostasiatischen Ländern führen Perilla und Reisfeldpflanze zum Verwechseln ähnliche Namen; siehe dort für Details.

    Ausgewählte Links

    Chinese Herb Database: Perilla chemikalienlexikon.de: Myristicin Crop and Food Research: Perilla (crop.cri.nz) Perilla: Botany, Uses and Genetic Resources (purdue.edu) Sorting Perilla names (www.plantnames.unimelb.edu.au)


    Perilla frutescens: Perilla
    Perilla (rotblättrige Sorte, blühende Pflanze)
    Perilla frutescens: Perillablüte
    Perillablüte, Nahaufnahme
    Die aromatischen Blätter der Perillapflanze werden in Teilen des Fernen Ostens, besonders in Vietnam, geschätzt. Zusammen mit vielen anderen duftenden Blättern werden sie zu Nudelsuppen und Frühlingsrollen serviert (siehe vietnamesischer Koriander). Auch die koreanische Küche verwendet sie zu ähnlichen Zwecken.

    Perilla gehört zu den wenigen Gewürzpflanzen, die in der Küche Japans einen festen Platz haben (shiso [紫蘇, しそ, シソ]). Neben den in den folgenden Absätzen aufgezählten Pflanzen spielen lediglich noch Szechuanpfeffer, Mohn und Wasserpfeffer im Land der aufgehenden Sonne eine Rolle.

    In Japan werden Perillablätter beispielsweise zur Garnierung von rohem Fisch (sashimi, siehe Wasabi) und für die portugiesisch-japanische Spezialität tempura [テンプラ] verwendet. Tempura sind Gemüsestücke (Karotten, Kartoffeln), die in einen einzigartig leichten, fast transparenten Ausbackteig getaucht und in verdünntem Sesamöl fritiert werden. Das Geheimnis liegt dabei im Teig, der mit Eiswasser zubereitet und sofort verwendet werden muß. Perillablätter können sowohl zur Dekoration verwendet als auch, wie ein Gemüse, selbst im Teig herausgebacken werden.

    Besonders beliebt sind in Japan die rotblättrigen Kulturformen: In beni shoga (eingelegtem Ingwer, der zu sushi serviert wird, siehe Wasabi) und umeboshi (einem aus unreifen pflaumenartigen Früchten [Prunus mume] herstellten Pickle) übernehmen sie gleichzeitig die Rolle eines Gewürzes und eines Färbemittels. Siehe auch Annatto über farbgebende Gewürze.

    In der westlichen Küche ist Perilla noch nicht besonders beliebt. Der sanfte, unaufdringliche Geschmack der Blätter eröffnet einige Perspektiven, aber die Pflanze ist wahrscheinlich als Färbemittel wertvoller. Mit roten Perilla-Blättern kann man Farben von einem blassen Rosa bis zu einem tiefen Rotweinton erzielen.



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    Zuletzt modifiziert am 2 Sep 2001
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