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    Pandanus (Pandanus amaryllifolius Roxb.)

    Synonyme

    Pandanus amaryllifolius: Pandanusblätter
    Frische junge Pandanusblätter
    botPandanus odorus, P. latifolius
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    斑蘭 [bàan làahn], 稱香蘭 [chàn hēung làahn], 七葉蘭 [chāt yihp làahn], 香林投 [hēung làhm tàuh]
    Baan laahn, Chan heung laahn, Chat yihp laahn, Heung lahm tauh
    Chinesisch
    (Mandarin)
    斑蘭 [bān lán], 稱香蘭 [chèn xiāng lán], 七葉蘭 [qī yè lán], 香林投 [xiāng lín tóu]
    Ban lan, Chen xiang lan, Qi ye lan, Xiang lin tou
    DänischSkruepalme
    DeutschSchraubenbaum, Schraubenpalme
    EnglischPandanus, Umbrella tree, Screw pine, Screw tree
    EstnischLõhnav pandan, Kruvipuu
    FinnischKairapalmu
    FranzösischPandanus
    Hebräischהפאנדאנוס
    Ha-pandanus (bezieht sich auf die ganze Gattung)
    HindiAmbemohor pat, Rampe
    IndonesischDaun pandan
    ItalienischPandano
    Japanisch ニオイタコノキ, ニオイアダン
    Nioi-takonoki, Nioi-adan
    KhmerTaey
    Koreanisch판다누스
    Pandanusu
    LaotischTey hom, Tey Ban
    LitauischAmarilinis pandanas
    MalaysischPandan wangi
    NiederländischSchroefpalm, Pandan
    NorwegischSkrupalme
    PortugiesischPandano
    SchwedischSkruvpalm
    SinghalesischRampe
    SpanischPandan, Pandano
    TagalogPandan, Pandan mabango
    Thaiใบเตย, เตยหอม, เตย
    Panae-wo-nging, Bai Toey, Toey-hom, Toey
    UngarischPanpung levél, Pandanusz levél, Csavarpálma levél
    VietnamesischCây cơm nếp, Dứa thơm, Lá dứa
    Cay com nep, Dua thom, La dua

    Hinweis

    In europäischen Sprachen wird zwischen blätter- bzw. blütenliefernden Pandanusarten namentlich nicht unterschieden.
    Pandanus amaryllifolius: Junge Pandanuspflanze
    Junge Pandanuspflanze
    Pandanus amaryllifolius: Schraubenbaum
    Dieselbe Pflanze eineinhalb Jahre später
    Pandanus utilissimus: Frucht
    Pandanus utilissimus, eine auf Madagaskar heimische Art, mit unreifer Frucht
    Pandanus amaryllifolius: Pandanusblatt
    Älteres Pandanusblatt

    Verwendeter Pflanzenteil

    Blätter, nur frisch bzw. etwas angewelkt. Vielfach verwenden Köche selbst im Herkunftsgebiet einen Extrakt, der zumeist mit Lebensmittelfarbe tiefgrün gefärbt ist.

    Pflanzenfamilie

    Pandanaceae (Schraubenpalmengewächse).

    Geruch und Geschmack

    Das Aroma der Blätter ist eigenartig und schwer zu beschreiben, irgendwie nussig bis heuähnlich und sehr angenehm. Manche Reissorten weisen einen ähnlichen Geruch auf, z.B. der thailändische Jasminreis. Der Duft der Pandanusblätter entwickelt sich erst beim Welken, die frische Pflanze ist fast geruchlos. Allerdings verflüchtigt sich der Geruch beim Trocknen wieder.

    Inhaltsstoffe

    Der Geruchsstoff in Pandanusblättern ist nicht zweifelsfrei bekannt. Man nimmt an, daß es sich um ein Abbauprodukt von pflanzeneigenen Carotinoiden handelt, das beim Welken durch oxidativen Abbau entsteht. Darin bestehen Parallelen zu Safran und Rose, die ebenfalls carotinoid-abgeleitete Aromastoffe entwickeln.

    Ein aussichtsreicher Kandidat ist das 2-Acetyl-1-pyrrolin, das in Pandanusblättern in Konzentrationen von ca. 1 ppm nachgewiesen wurde (Cereal Chemistry, 70, 381, 1993) und das man auch in aromatischen Reissorten antrifft; weiters wurde in welken Blättern Ethylformiat (Ameisensäureethylester) gefunden (Naturwissenschaften, 71, 215, 1984), das ebenfalls auch im Reis vorkommt.

    In einer anderen Arbeit wurde 3-Methyl-2-(5H)-furanon als Hauptbestandteil der flüchtigen Fraktion bestimmt, neben 3-Hexanol, 4-Methylpentanol, 3-Hexanon und 2-Hexanon (Flavor and Chemistry of Ethnic Foods, [Proceedings of a Meeting held during the 5th Chemical Congress of North America], Cancun, Nov. 11–15, 1997 (1999)).

    Die Blätter enthalten auch einige piperidinähnliche Alkaloide (Pandamarin, Pandamarilactone) mit vom Pyrrol abgeleiteten Strukturen (Phytochemistry, 34, 1159, 1993).

    Bei der Destillation liefern Pandanusblätter nur Spuren eines ätherischen Öls; es ist nicht klar, in welchem Ausmaß diese flüchtigen Verbindungen zum Pandanusaroma beitragen. In frischen Pandanusblättern aus Sri Lanka (Pandanus latifolius, angeblich synonym zu P. amaryllifolius) wurden die folgenden Geruchstoffe in Konzentrationen unter einem Mikrogramm pro Kilogramm Frischmaterial (ppb) gefunden: Styrol 0.62, ?Formylthiophen 0.76, Linalool 0.29, β-Caryophyllen 0.55, β-Farnesen 0.18, 1,2-Dimethoxybenzol 0.15 und β-Selinen 1.24 ppb. (Phytochemistry, 21, 1653–1657, 1982)

    Herkunft

    Anders als seine Verwandten (siehe dazu auch Pandanusblüten) ist P. amaryllifolius nur aus Kultur bekannt; das heutige Verbreitungsgebiet umfaßt Südindien, ganz Südostasien und den Westen Neuguineas.

    Männliche Blüten sind extrem selten, und eine weibliche Blüte wurde im wissenschaftlichen Schrifttum noch nie beschrieben. Weiters ist es bemerkenswert, daß P. amaryllifolius die einzige Pandanus-Art mit duftenden Blättern ist und kein Wildvorkommen bekannt ist. Diese Zeichen deuten, zusammen mit dem weiten Verbreitungsgebiet, auf eine sehr lange Tradition als Kulturpflanze. Da Blüten bisher nur auf den Molukken beobachtet wurden, erscheint es denkbar, daß die Art dort entstand.

    Etymologie

    Der Gattungsname leitet sich vom indonesischen Namen des Baums pandan ab.

    Ausgewählte Links

    Sorting Pandanus names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Recipe: Gai Hoh Bai Toey [ไก่ห่อใบเตย] (importfood.com) Recipe: Gai Hor Bai Toey [ไก่ห่อใบเตย] (northernthailand.com) Recipe: Gai hor bai toey [ไก่ห่อใบเตย] (phuketjettour.com) Recipe: Khai hoh bai toey [ไก่ห่อใบเตย] (bigpond.com)


    Pandanus amaryllifolius: Pandanuspalme
    Pandanuspalme am Naturstandort (Vietnam)
    Pandanusblätter sind im tropischen Asien, von Südindien bis nach Neuguinea, ein beliebtes Aromamittel. Man verwendet sie zu verschiedenen Zwecken, doch ganz besonders in Verbindung mit Reis, der durch den heuartig-intensiven Geruch der Pandanusblätter besonders profitiert.

    Vom indischen Subkontinent sind relativ wenige Anwendungen der Pandanusblätter bekanntgeworden. Man verwendet sie vor allem für singhalesische Curries auf Sri Lanka (oft zusammen mit Curryblättern), und vereinzelt wird auch über ihre Verwendung am südindischen Festland berichtet; allerdings erwähnen die meisten indischen Kochbücher dieses Gewürz nicht.

    Pandanusblätter haben den Schwerpunkt ihrer Verbreitung ganz klar in Südostasien: In Thailand, Malaysia und Indonesien schätzt man ihren Geruch, der das Aroma von Reis abrundet und verstärkt. Reis gekocht mit Kokosmilch und gewürzt mit Pandanusblättern ist für sich alleine schon eine delikate Mahlzeit; mit noch ein paar weiteren Gewürzen entsteht daraus nasi kuning, der gelbe indonesische Festreis (siehe Curcuma). In Pandanusblätter gewickelter und darin gedämpfter Reis ist eine besondere indonesische Spezialität. Pandanusblätter sind auf Bali sehr beliebt (siehe indonesische Lorbeerblätter).

    In der Thaiküche werden Pandanusblätter auch gelegentlich als duftende Verpackung für Fleisch verwendet. Das klassische und sehr beliebte Gericht gai ho bai toey [ไก่ห่อใบเตย], Huhn mit Pandanus, besteht aus pikant mariniertem Hühnerbissen, die in Pandanusblätter gewickelt und im Wok fritiert werden. Die Blätter werden zwar nicht mitgegessen, verleihen dem Fleisch aber ein ausgesprochen exotisches Aroma.

    Das intensiv-nussige Pandanusaroma erinnert an die besten aromatischen Reissorten Südostasiens, etwa den Jasminreis Thailands (khao hom mali [ข้าวหอมมะลิ]). Deshalb werden oft mindere Reissorten mit Pandanusblättern gekocht, um den Geschmack der teureren Sorten vorzutäuschen. Viele Bücher behaupten, Pandanusblätter würden den Reis bei dieser Gelegenheit grün färben, aber diesen Effekt habe ich noch nie beobachtet (siehe Annatto über pflanzliche Farbstoffe).

    In ganz Südostasien sind Desserts die wichtigste Anwendung der Pandanusblätter: In Thailand trinkt man gerne geeiste Getränke aus jungen Kokosnüssen mit Pandanusaroma, und in Indonesien gibt es Pandanuseis (es pandan, siehe auch Vanille über Speiseeis und verwandte Produkte). Weiters verwendet man Pandanusblätter sehr häufig zu auf Klebreis basierenden süßen Puddings, die bei Umgebungstemperatur gegessen werden. Dazu wird Klebreis mit Wasser, Palmzucker und Pandanusblättern zu einem dicken Brei gekocht, den man vor dem Servieren oft noch mit besonders dicker Kokosmilch übergießt. In solchen Rezepten kann man Pandanus oft durch Vanille oder nussige Geschmacksnoten (z.B. Haselnußessenz) ersetzen, wenn auch nicht ohne Verlust der Authentizität.

    Da man Pandanusblätter nicht ohne Aromaverlust trocknen kann, bevorzugen viele Köche Pandanusessenz (Indonesisch: pandan, Thai toey [เตย]), die überdies durch grüne Lebensmittelfarbe intensiv gefärbt ist. Das paßt gut zu dem südostasiatischen Brauch, alle Süßigkeiten knallig einzufärben, es stört aber, wenn man die Pandanusessenz zum Würzen von pikanten Speisen verwenden möchte.



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    Zuletzt modifiziert am 12 Sep 2001
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