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    Basilikum (Ocimum basilicum L.)

    Synonyme

    pharmHerba Basilici
    AfrikaansBasilikum
    AlbanischBozilok i mermë, Borziloku
    Amharischበሶቢለ
    Besobila
    Arabischحبق, ريحان
    حَبَق, رَيْحَان
    Habaq, Rihaan, Rihan, Raihan
    ArmenischՇահասպրամ
    Shahasbram, Shahaspram
    AssamesischTulasi*
    AzeriReyxan, Bostan reyhanı
    Рејхан, Бостан реєханы
    BaskischAlbaraka, Brazilla
    BengaliBabui tulsi, Kalotulsi*
    BulgarischБосилек
    Bosilek
    BurmesischLaun*, Pinzainpinzin
    Chinesisch
    (Kantonesisch)
    九層塔 [gáu chàhng taap], 羅勒 [lòh lahk], 薰尊 [fàn jyūn], 魚香菜 [yú hēung choi]
    Gau chahng taap, Loh lahk, Fan jyun, Yu heung choi
    Chinesisch
    (Mandarin)
    九層塔 [jiǔ céng tǎ], 羅勒 [luó lè], 薰尊 [xūn zūn], 魚香菜 [yú xiāng cài], 罗勒 [luó lè]
    Jiu ceng ta, Lou le, Xun sun, Yu xiang cai
    DänischBasilikum
    DeutschBasilienkraut, Königskraut
    Dhivehiކުކުޅު ފައިޔްޕިލާ, ގައިކެހެންބުޅި, ގަނދަކޯޅި, ގަނދަ
    Kukulhu faiypilaa, Gaikehenbulhi, Gan'dhakoalhi, Gan'dha
    EnglischBasilie, Sweet Basil, Basil
    EsperantoBazilio
    EstnischVürtsbasiilik, Basiilik
    EweBebusui (O. gratissimum)
    FanteNunum, Onunum (O. gratissimum)
    Farsiریحان
    Reihan
    FinnischBasilika
    FranzösischBasilic, Basilic commun, Herbe royale
    Ga-DangmeSuru, Sulu, Sru, Gbekono (O. gratissimum)
    GalizischAlbahaca
    Georgischრეჰანი
    Rehani
    GriechischΒασιλικός
    Vasilikos
    GujaratiSabje
    HausaDai'doya ta gida (O. gratissimum)
    Hebräischבזיליקום, ריחן
    Bazilikum, Rehan
    HindiBarbar, Tulsi*
    HmongTchow ze Tang
    IndonesischIndring, Kermangi, Selasih; Lampes*, Ruku-ruku*; Kemangi hutan, Ruku-ruku rimba, Selaseh mekah (Ocimum gratissimum)
    IsländischBasilíka
    ItalienischBasilico
    Japanischバジル, メボウキ, カミメボウキ
    Bajiru, Mebōki, Meboki, Kami-mebōki*
    Kannadaಕಾಮ ಕಸ್ತೂರಿ, ತುಳಸಿಯ ಸಸ್ಯಜಾತಿ, ಶ್ರೀತುಳಸಿ, ತುಳಸಿ, ವಿಷ್ಣುತುಳಸಿ
    Kama kasturi, Ramkasturi, Tulasiya sasyajati; Shri-tulasi*, Tulasi*, Vishnu-tulasi*, Tulasigidda*
    KasachischНасыбайгүл
    Nasıbaygül
    KatalanischAlfàbrega
    KhmerChi neang vong; Mrea preu*, Chi korhom
    Koreanisch바실, 베이질, 베질, 나륵, 나륵풀, 양가죽
    Pasil, Peijil, Pejil, Naruk, Naruk-pul, Yanggajuk
    KroatischBosiljak
    LaotischPhak i tou, Saphaa*
    LettischBaziliks
    LitauischBazilikas, Kvapusis bazilikas, Siauralapis bazilikas*
    MalayalamPachcha, Sivatulasi*
    MalaysischKemangi, Daun selaseh, Selasi jantan; Oku*, Ruku-ruku*, Sulasi*; Selaseh besar, Ruku-ruku hitam (Ocimum gratissimum)
    MaltesischĦabaq
    Marathiसब्जा, तुळस
    Sabja, Tulasa*
    Nepaliतुल्सी पत्ता
    Tulsi patta
    NiederländischBasilicum, Bazielkruid, Baziel, Koningskruid
    NorwegischBasilikum
    NzemaAmaloko, Ameloko, Amaliko (O. gratissimum)
    OriyaDhalatulasi
    PahlawiShaahesprahm
    PolnischBazylia wonna
    PortugiesischManjericão, Alfavaca
    ProvençalischBasièli, Balicot, Baricot, Basali, Belicot, Baseli
    Punjabiਤੁਲਸੀ
    Tulsi*
    QuenyaAsea aranion
    RumänischBusuioc
    RussischБазилик, Душки, Душистые васильки
    Bazilik, Dushki, Dushistye vasilki
    SanskritKrishnamula*, Manjari*, Tulasii*
    SchwedischBasilika, Basilkaört
    SinghalesischMadurutala*, Suwndutala
    SlovenischBazilika
    SlowakischBazalka pravá, Bazalka, Basilika, Bazalienka
    SpanischAlfábega, Albahaca, Albacar
    SwahiliMrihani
    TagalogSulasi, Balanoi; Loko-loko*
    Tamilதீவிரகந்தம், திருநீற்றுப்பச்சை, துளசி, திருத்திழாய்
    Tiviragandam, Tirunirrippachai, Tulasi*, Tiruttizhai*, Tiruttilai*
    Teluguతుళసిచెట్టు
    Oddhi*, Rudrajada, Tulsi-chettu
    Thaiโหระพา, กะเพรา, กะเพา, ผักอีตู่, แมงลัก, กะเพราช้าง
    Horapa, Horapha; Kaprao, Krapau, Kapao (Ocimum tenuiflorum); Phak iotu, Manglak (Ocimum citriodorum); Kaprao-chang (Ocimum gratissimum)
    TschechischBazalka
    TürkischFesleğen, Reyhan, Fesliğen, Peslen
    TwiNunum, Onunum (O. gratissimum)
    UkrainischБазилік, Васильки лікарські, Васильки справжні
    Bazylik, Vasylky likarski, Vasylky spravzhni
    UngarischBazsalikom, Kerti bazsalikom, Közönséges bazsalikom
    UrduJanglitulshi*
    VietnamesischÉ dỏ*, É tía, É trắng, Cây húng quế, Cây rau é, Húng, Húng giỏi, Húng quế, Lá quế, Nhu tía*, Rau quế
    E do*, E tia, E trang, Cay hung que, Cay rau e, Hung, Hung gioi, Hung que, La que, Nhu tia*, Rau que
    Ocimum tenuiflorum/sanctum: Bai gra pao (bai kra pao)
    Thailändisches heiliges Basilikum (krapao [กะเพรา])

    Hinweis

    Indische und südostasiatische Namen, die sich auf das sogenannte heilige Basilikum beziehen, sind in der obigen Aufzählung mit einem Stern markiert. Es handelt sich dabei um einen besonders intensiv süß-kampferartig riechenden Kultivar (Ocimum sanctum = O. tenuiflorum), der in Indien nur wenig zu kulinarischen Zwecken (wie gelegentlich berichtet) dient, aber eine starke religiöse Bedeutung hat. Es ist dem Vishnu [विष्णु] geweiht und symbolisiert entweder seine Frau Lakshmi [लक्ष्मी] oder die Frauen seiner Avatare.

    Verwendeter Pflanzenteil

    Blätter; oft wird das ganze Kraut geerntet und geschnitten verwendet; die beste Erntezeit ist kurz vor der Blüte. Basilikumblätter sollten, wenn immer möglich, frisch verwendet werden, das sie getrocknet im Lauf weniger Wochen alles Aroma verlieren. Allerdings kommt getrocknetes Basilikum in der bekanntesten Gewürzmischung aus Georgien, khmeli-suneli, vor (siehe Majoran).

    Basilikumsamen finden als Verdickungsmittel in Thailand gewisse Anwendung, weisen aber kein eigenes Aroma auf.

    Ocimum basilicum: Basilkumblätter
    Blätter von verschiedenen Basilikumsorten: Von links nach rechts Mittelmeertyp (Genovese), African Blue, Zitronenbasilikum (O. americanum), Gewürzbasilikum, Siam Queen, Wildes Basilikum (Baumbasilikum, O. gratissimum), jeweils Ober- und Unterseite.
    Ocimum basilicum: Mexikanisches Gewürzbasikum
    Mexicanisches Gewürzbasikum, blühende Pflanze
    Ocimum basilicum: Mexikanisches Gewürzbasikum
    Blüte des mexicanischen Gewürzbasikums

    Pflanzenfamilie

    Lamiaceae (Lippenblütengewächse).

    Geruch und Geschmack

    Frische Basilikumblätter haben ein starkes und charakteristisches, sehr angenehmes Aroma, das sich mit keinem anderen Gewürz vergleichen läßt; allerdings schwingt ein Hauch von Gewürznelken mit.

    Daneben gibt es eine unübersehbare Anzahl weiterer Sorten oder Arten mit abweichendem Geruch; viele davon sind Hybride. So gibt es in Indien das intensiv, aber etwas strenger riechende Heilige Basilikum (O. sanctum = O. tenuiflorum), weiters das Thai-Basilikum mit einem süßen Anisgeruch und (siehe auch Süßdolde) Sorten mit aussagekräftigen Namen wie Zimtbasilikum, Kampferbasilikum, Anisbasilikum und das „mexicanische Gewürzbasilikum“; letzteres hat einen ausgesprochen komplexen, warmen Geruch mit einer wunderbar süßen, eher zimt- als anisartigen Note.
    Ocimum kilimandscharicum x basilicum: African Blue Basilikum
    African Blue Basilikum (O. kilimandscharicum x O. basilicum)

    Darüberhinaus gibt es eine Anzahl von zitronenduftenden Sorten, wie z.B. das melissenähnlich riechende thailändische Zitronenbasilikum (O. citriodorum), das Limettenbasilikum oder die besonders wohlriechende Art O. americanum (Zitronenbasilikum). Siehe auch Zitronenmyrte über weitere zitronenduftende Pflanzen.

    In neuerer Zeit werden vermehrt mehrjährige afrikanische (Ocimum kilimandscharicum) und asiatische (Ocimum canum) Basilikum-Arten am europäischen Kräutermarkt angeboten. Diese Pflanzen riechen sehr stark, aber strenger, herber und weniger angenehm als der Mittelmeertyp. Hybriden zwischen diesen Sorten und Mittelmeerbasilikum mit neuartigem Aroma und exotischem Aussehen sind eine ziemlich neue Entwicklung und erfreuen sich steigender Beliebtheit.

    Merkwürdigerweise wird das in den Mittelmeerländern gezogene Basilikum im Englischen oft als sweet basil bezeichnet, obwohl dieser Name für das thailändische Basilikum treffender wäre.

    Die Blätter aller Basilikumsorten vertragen das Trocknen nur unter großen Aromaeinbußen; die beste Konservierung erreicht man durch Einfrieren.
    Ocimum gratissimum: Nelkenbasilikum Blüte
    Blütenstand des Ostindischen Baumbasilikums
    Ocimum canum x basilicum: Basilikum 'Wildes Purpur'
    Basilikum „Wildes Purpur“ (rotblättrig, O. canum x O. basilicum)

    Inhaltsstoffe

    Das ätherische Öl (weniger als 1%) ist von komplexer und sehr variabler Zusammensetzung. Innerhalb der Art gibt es verschiedene chemische Rassen, und außerdem üben Klima, Boden und Erntezeitpunkt sowohl auf Qualität als auch auf Quantität des ätherischen Öls einen großen Einfluß aus. Die wichtigsten Aromakomponenten sind Cineol, Linalool, Citral, Methylchavicol (Estragol), Eugenol und Methylcinnamat, allerdings keineswegs immer in dieser Reihenfolge. Weiters enthält kaum ein Basilikum alle sechs dieser Inhaltsstoffe. In afrikanischen Arten wird auch oft Kampfer gefunden.

    Weitere Monoterpene (Ocimen, Geraniol, Kampfer), Sesquiterpene (Bisabolen, Caryophyllen) und Phenylpropane (Zimtsäureester, Methyleugenol) sind in wechselnder Menge enthalten und beeinflussen den Geschmack erheblich. Die große infraspezifische Variation eröffnet erfreuliche Perspektiven für zukünftige Zuchtversuche auf der Basis von Selektion.

    Die in Europa und im Nahen Osten übliche Qualität (Mittelmeer-Typ, auch als Französisches oder Europäisches Basilikum bezeichnet) enthält dominant Linalool und 1,8-Cineol, daneben nur wenig Estragol (Methylchavicol) bzw. Eugenol. Dieses Aromaprofil trifft gleichermaßen auf grün- und rotblättrige (anthocyanhaltige) Sorten zu. Osteuropäische Sorten enthalten generell etwas mehr Eugenol.
    Ocimum sanctum/tenuiflorum: Grapao, heiliges Thaibasilikum, กะเพรา
    Heiliges Thaibasilikum (krapao)
    Ocimum sanctum/tenuiflorum: Blüte von grapao/krapow, กะเพรา
    Blüte von heiligem Thaibasilikum

    Das „Heilige Basilikum“ Indiens (O. sanctum = O. tenuiflorum, tulsi [तुलसी]) verdankt seinen schärferen Geruch dem Sesquiterpen β-Caryophyllen und dem Phenylpropanoid Methyleugenol (beide ca. 30%), daneben Methylchavicol (10%). Im thailändischen „Heilige Basilikum“ (kra pao) wurde ebenfalls β-Caryophyllen gefunden, daneben das Phenylpropanoid Eugenol und das Sesquiterpen β-Elemen. Es gibt jedoch nur wenige Rassen, in deren ätherischem Öl Eugenol dominiert und die daher deutlich nach Gewürznelken oder Piment riechen (O. gratissimum, siehe auch weiter unten).

    Die Sorten, in denen Methylchavicol (Estragol) dominiert, haben einen süßen Geruch nach Anis oder Lakritze (Thaibasilikum, Anisbasilikum). Ebenfalls in diese Gruppe gehört das Neuguinea-Basilikum, eine attraktive mehrjährige Pflanze mit roten Blättern und intensivem Duft; seine botanische Zugehörigkeit ist unklar.
    Ocimum basilicum: Siam Queen Thai-Basilikum
    Thaibasilikum (horapha [โหระพา])

    Zitronenduftende Sorten (Ocimum americanum, O. citriodorum) enthalten vor allem Citral.

    Die afrikanische Art O. kilimandscharicum enthält neben wenig 1,8-Cineol noch viel Kampfer, den man auch in den Hybriden von O. kilimandscharicum mit O. basilicum (z.B. African Blue) als charakterbestimmenden Inhaltsstoff findet.

    Das Zimtbasilikum verdankt seinen Geruch dem auch in Zimt und Kassie vorkommenden Methylcinnamat (Zimtsäuremethylester). Im sehr angenehm duftenden Mexicanischen Gewürzbasilikum fand man als Hauptkomponenten Methylcinnamat, β-Bisabolen, 1,8-Cineol und Estragol.

    Die in den Tropen Afrikas und Asiens wildwachsende Art Ocimum gratissimum weist selbst einen recht komplizierten Chemismus auf. Nicht weniger als sechs verschiedene Chemotypen sind bekannt, die nach ihrem Hauptinhaltsstoff benannt sind: Eugenol, Thymol, Citral, Zimtsäureethylester, Geraniol und Linalool. Der in europäischen Gärtnereien verkaufte Typ enthält vor allem Eugenol, aber auch Thymol, das einen angenehm pikant-würzigen Geschmack gibt. Diese Pflanze wird kulinarisch vielfach unterschätzt.
    Ocimum basilicum: Siam Queen Horapha Basilikum Blüten, โหระพา
    Die kopfigen Blütenstände sind ein Kennzeichen der Sorte Siam Queen, eines auch für die gemäßigten Klimaten geeigneten Kultivars von Thai-Basilikum.
    Ocimum basilicum: Rotblättriges Basilikum 'Rubin'
    Anthocyanhaltige Basilikumsorte „Rubin“

    Diese Zusammenstellung zeigt sehr deutlich, daß Basilikum einen erstaunlich vielfältigen Sekundärstoffwechsel besitzt, wie er gerade in der Familie der Lippenblütengewächse nicht selten auftritt. Eine ähnliche genetische Variabilität zeigen etwa Perilla und Minze; auch bei Thymian, Oregano und Salbei unterliegt die Zusammensetzung des ätherischen Öls klimatisch, genetisch, jahreszeitlich oder standörtlich bedingten Schwankungen.

    Die dunkelrote Blattfarbe mancher Arten und Kultivare geht auf Farbstoffe vom Anthocyanin-Typ zurück, wie man sie oft in rotgefärbten Pflanzenorganen findet. Der Anthocyaningehalt von Basilikumblättern kann bis zu 200 ppm betragen. Siehe Annatto über Pflanzenfarbstoffe.

    Herkunft

    Die Gattung Ocimum ist über Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika verbreitet, scheint aber in Afrika ihr Diversitätszentrum zu haben. Basilikum wurde wahrscheinlich zuerst in Indien in Kultur genommen.

    Heute wird Basilikum in vielen asiatischen Ländern und im ganzen Mittelmeergebiet angebaut; Hauptexporteure für den europäischen Markt sind Frankreich, Italien, Marokko und Ägypten. Auch in Californien werden erhebliche Mengen produziert.

    Etymologie

    Der Name Basilikum leitet sich vom griechischen basileus [βασιλεύς] „König“ ab, wohl wegen des königlichen Geruches. Die meisten europäischen Sprachen haben verwandte Namen, oft mit Vokalvariation: isländisch basilíka, russisch vasilki [васильки], albanisch bozilok, ungarisch bazsalikom, tschechisch bazalka, rumänisch busuioc, provençalisch baseli, baskisch brasilla und neugriechisch vasilikos [βασιλικός]. Durch den Kolonialismus verbreitete sich dieser Name auch in einige Sprachen Afrikas, z.B. Ewe bebusui und amharisch besobila [በሶቢለ].

    Das griechische Wort basileus [βασιλεύς] „König“ bedeutet dabei etwa „Volksführer“ (bainein [βαίνειν] „gehen“ und laos [λαός] „Volk“); so unwahrscheinlich es klingen mag, das erstere Element ist dabei sowohl mit deutsch kommen als auch gleichbedeutendem lateinischen venire urverwandt (indoeuropäische Verbalwurzel GWEM-); das zweite Element leitet sich von einer indoeuropäischen Wurzel LEUDH „heraufwachsen“ ab, die auch dem deutschen Leute zugrundeliegt; weitere Verwandte sind altenglisch leod und litauisch liaudis „Volk“ sowie lateinisch liber „freier Mann“.

    Deutsch Königskraut, niederländisch koningskruid, französisch herbe royal und erba reale sind wahrscheinlich Lehnübersetzungen des griechischen Namens. Eine unabhängige aber ähnliche Assoziation liegt auch dem Namen in Quenya, asea aranion, zugrunde: aran „König“.
    Ocimum canum: Wildes Basilikum
    Wildes Basilikum (Ocimum canum)

    pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

    Die iberischen Namen des Basilikums (Spanisch albahaca, portugiesisch alfavaca und Katalanisch alfàbrega, auch baskisch albaraka) sind, wie bereits das Präfix al- erraten läßt, dem Arabischen entlehnt: Arabisch al-habaqa [الحبق] „das Basilikum“; vgl. auch Maltesisch ħabaq und siehe auch Kaper für weitere arabische Fremdwörter im Spanischen und Portugiesischen.

    Im heutigen Arabisch des östlichen Mittelmeerraums und Westasiens ist habaq [حبق] eher ungebräuchlich; das Gewürz wird häufiger als raihan [ريحان] bezeichnet; zu diesem Namen gibt es zahllose Verwandte in Sprachen West- und Zentralasiens, z.B. Hebräisch rehan [ריחן], türkisch reyhan, georgisch rehani [რეჰანი], kurdisch dhaihan [ذةیحان] und Farsi rihan [ریحان].

    Raihan leitet sich vom arabischen Substantiv rih [ريح] oder riha [ريحة] „Geruch“ her und bezeichnete ursprünglich nicht Basilikum sondern eine andere aromatische Pflanze, die Myrte. Im nordafrikanischen Spanish hat raihan jedoch die alte Bedeutung erhalten; auch spanisch arrayán „Myrte“ geht auf eine mittelalterliche Entlehnung aus dem Arabischen zurück.

    Der Gattungsname Ocimum ist eine latinisierte Version des griechischen Pflanzennamens okimon [ὤκιμον], mit dem Basilikum bei Dioskurides bezeichnet wird. Man leitet es vom griechischen Verb ozein [ὄζειν] „riechen“ ab, vergleiche Ozon „das Riechende“ und lateinisch odor „Geruch“.

    Die indischen Namen für heiliges Basilikum, z.B. Telugu tulsichettu [తుళసిచెట్టు], Tamil tulasi [துளசி] und Hindi tulsi [तुलसी], leiten sich vom Sanskrit-Namen des rituell wichtigen Krautes, tulasi [तुलसी], ab; für diesen ist aber keine plausible Etymologie bekannt. Um heiliges Basilikum vom eingeführten europäischen Basilikum zu unterscheiden, kommen häufig verdeutlichende Zusammensetzungen zum Einsatz, z.B. Hindi janglitulsi [जंगलितुलसी] „Wald-Basilikum“ oder Urdu kali tulsi [کالی تلسی] „dunkles Basilikum“, mit Bezug auf die rotgetönten Blätter.

    Der vietnamesische Name rau que [rau quế] „Zimt-Pflanze“ (auch verstärkend hung que [húng quế] „Zimt-Basilikum“) bezieht sich auf süß-aromatischen Geruch, besonders von Sorten wie dem thailändischen horapha, auch wenn dieses mehr an Anis als an Zimt erinnert. Es gibt zwar wirklich zimtartig riechende Basilikumsorten, aber die sind meines Wissens in Vietnam nicht verbreitet.

    Ausgewählte Links

    Plant Cultures: Holy Basil A Pinch of Basil (www.apinchof.com) Nature One Health: Sweet Basil Nature One Health: Bush Basil Saskatchewan Herb and Spice Association: Basil chemikalienlexikon.de: Methylcinnamat chemikalienlexikon.de: Linalool chemikalienlexikon.de: Citral Pacific Islands Ecosystems at Risk: Tree Basil Floridata.com: Basil Alles over Basilicum (natuurlijkerwijs.com) Herbs by Linda Gilbert: Basil Desirable Herb and Spice Varieties: Basil Basil: A Source of Essential Oils (purdue.edu) Basil: A Source of Aroma Compounds and a Popular Culinary and Ornamental Herb (purdue.edu) Factsheet (purdue.edu) Ohio State University: Growing, Selecting And Using Basil Sorting Ocimum names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Basil Linklist at growinglifestyle.com Recipe: Khai pad gaprao [ไก่ผัดกะเพรา] (bigpond.com) Recipe: Insalata Caprese (www.capriflavors.com) Recipe: Pesto Genovese (waitrose.com) Recipe: Trenette al pesto (www.e-rcps.com) Recipe: Pesto Rosso (colba.net)


    Ocimum basilicum: Basilikum (blühende Pflanze)
    Basilikum (Mittelmeertyp, blühende Pflanze)
    Basilikum ist eines der am angenehmsten riechenden Gewürzkräuter und unerläßlich für einige Mittelmeerküchen. Der süße und aromatische Geruch ist besonders in Italien beliebt. Da das empfindliche Aroma beim Kochen rasch zerstört wird, streut man gehackte Basilikumblätter oft über kalte oder warme Speisen. Ein typisches und bekanntes Beispiel ist insalata caprese (Capri-Salat) aus Tomatenscheiben, die mit mozzarella und Basilikum belegt und mit bestem Olivenöl abgeschmeckt werden. Weiter nördlich aromatisiert man diesen Salat (wahrscheinlich wegen der weniger geschmackvollen Tomaten) auch noch zusätzlich mit dem exclusiven aceto balsamico (Balsam-Essig). Insalata caprese ist auch außerhalb Italiens beliebt und ergibt mit frischem Weißbrot ein perfektes sommerlich-leichtes Zwischenessen – manchmal findet man sogar eine sushi-Variation davon (siehe Wasabi).

    Das berühmte pesto alla Genovese ist eine Spezialität der nordwestitalienischen Region Ligurien, nach der der Liebstöckel benannt ist. Pesto ist eine Paste aus frischem Basilikum, kaltgepreßtem (extra vergine) Olivenöl, Pinienkernen, Parmesan-Käse und Knoblauch, die alle zusammen verrieben und mit Nudeln (pasta) serviert werden; eine Spur Nelkenpulver intensiviert das Aroma, was bei nicht im sonnigen Italien gewachsenen Basilikum leider oft nötig ist. Pesto ist nicht nur eine hervorragend schmeckende Gewürzzubereitung, sondern auch eine effiziente Konservierungsmethode für Basilikum; allerdings erhält es seinen Geschmack besser in der Tiefkühltruhe als bei Raumtemperatur.

    Pesto ist sehr sauerstoffempfindlich: Durch Oxidation der phenolischen Tannine zu chinoiden Polymeren färbt es sich an der Luft rasch braun und erleidet dabei große Geschmackseinbußen. Die Oxidationsempfindlichkeit ist besonders groß, wenn das Basilikum zu fein püriert wurde oder wenn das Pesto zuvor tiefgefroren war. Leider gibt es keine einfache Möglichkeit, die Oxidation zu verhindern: Blanchieren der Basilikumblätter führt zwar zur Inaktivierung der für das Dilemma verantwortlichen Phenoloxidasen, schädigt den Geschmack aber enorm; Antioxidantien und Säuren helfen ebenfalls, bringen aber Fremdgeschmack ins Spiel. Somit bleibt nur übrig, einmal hergestelltes Pesto so rasch als möglich zu verbrauchen und das Serviergefäß während der Mahlzeit gut zu verschließen und nur bei Entnahme zu öffnen.
    Ocimum basilicum: Italienisches Basilikum
    Italienisches Basilikum in Blüte

    In Süditalien bereitet man „rotes Pesto“ (pesto rosso) aus sonnengetrockneten Tomaten, Chilies, Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen, Parmesan und natürlich Basilikum zu. Wegen seiner natürlichen Säure ist es weit weniger oxidationsempfindlich als grünes Pesto.

    Auch andere Kräuter können nach diesem Rezept verarbeitet werden; sehr gut schmeckt es z.B. mit Bärlauch, den man sonst nur schlecht haltbar machen kann. Aus Kerbel und Zitronenmelisse lassen sich extravagante pesti bereiten. Die Frankfurter Grüne Sauce ist ein vergleichbares Rezept, das jedoch eine Mischung aus mehreren Kräutern verwendet (siehe Borretsch). Die große Beliebtheit von pesto führt zur Entwicklung immer neuer Varianten auf der ganzen Welt, sogar in Australien (siehe tasmanischer Pfeffer über das australische „bush food“).

    In der italienischen Küche kombiniert man Basilikum gerne mit Tomatensaucen, oft zusammen mit eingelegten Oliven, Kapern und Knoblauch. Auch Salate aus Tomaten, kaltgepreßtem Olivenöl, Rotweinessig und Basilikum schmecken köstlich (siehe Dill über Kräuteressig). Für Fleischgerichte eignet es sich dagegen weniger; hier zieht man Oregano vor.

    Frisches Basilikum taucht auch oft in Gewürzsträußen (französisch bouquet garni, siehe Petersilie) auf, besonders in Mittelmeerländern.

    Im Fernen Osten wird Basilikum zu ähnlichen Zwecken herangezogen; besonders beliebt ist es in Vietnam und Thailand. Jedem Besucher Bangkoks, der sich an die authentische Küche wagt, wird das unbeschreibliche Aroma des thailändischen Basilikums, das fast jedem Kochtopf entströmt, unvergeßlich bleiben. Die Philosophie der thailändischen Küche offenbart sich in gai pad krapao [ไก่ผัดกะเพรา], Huhn mit Chili, Fischsauce und Basilikum: Dieses Gericht ist zwar höllisch scharf, gleichzeitig aber durch das feine Basilikumaroma ein himmlischer Genuß.
    Ocimum gratissimum: Nelkenbasilikum, Baumbasilikum
    Baumbasilikum

    Wer selbst gerne südostasiatisch kocht, sollte unbedingt bedenken, daß die thailändischen Basilikumkultivare ganz anders schmecken als der bei uns hauptsächlich erhältliche Mittelmeertyp. Außerdem ist es wichtig, das richtige Basilikum zu verwenden: Die Thai-Küche ist wahrscheinlich die einzige, die streng zwischen drei verschiedenen Basilikum-Sorten unterscheidet und sie zu unterschiedlichen Zwecken einsetzt. Alle drei sollten in thailändischen Lebensmittelläden erhältlich sein.

    Das thailändische süße Basilikum (horapha [โหระพา]) schmeckt lieblich anisartig und läßt sich notfalls am besten durch Estragon ersetzen. Der Geschmack verträgt kein längeres Kochen. Man streut es oft vor dem Servieren über thailändische Speisen, und es paßt sehr gut zu scharf-sauren Suppen (tom yam [ต้มยำ], siehe Kaffernlimette) oder Curries (gaeng [แกง], siehe dazu Kokos). Man läßt es dabei nicht mitkochen, sondern rührt es unter die fertige Speise und läßt es eine oder zwei Minuten ziehen.

    Das thailändische heilige Basilikum (krapao [กะเพรา]) hat einen ziemlich brennenden, scharfen Geschmack, der oft als pfefferig bezeichnet wird; mich erinnert er eher an Piment. Es wird häufig zum Würzen von Rührgebratenem (stir-fry, z.B. das oben erwähnte gai pad bai krapao) verwendet, da es erst beim kurzen Kochen seinen Geschmack richtig entwickelt. Ich habe oft festgestellt, daß das in asiatischen Lebensmittelgeschäften erhältliche krapao ziemlich hohl schmeckt; offenbar verträgt es den Transport nur schlecht. Nicht zuletzt deshalb ersetzen manche Köche das krapao gewohnheitsmäßig durch horapha und ändern die Kochzeit entsprechend ab.

    Die dritte thailändische Basilikumart ist das thailändische Zitronenbasilikum (manglak [แมงลัก]). Es hat einen angenehmen Geruch nach Limetten und wird meist roh als Garnierung mitgegessen. Mit seinem frischen Citrusaroma paßt es am besten zu Fisch.

    Eine recht interessante Basilikumart ist das Baumbasilikum (Nelkenbasilikum, Ostasiatisches Baumbasilikum) O. gratissimum, ein wildes Basilikum aus den Tropen Afrikas und Asiens. Es weist ein sehr intensives und dominantes Nelkenaroma auf, schmeckt aber noch brennender. Trotz seiner exotischen Herkunft eignet es sich ausgesprochen gut für die westliche, besonders die französische Küche. Ein oder zwei von seinen großen, haarigen Blättern reichen zum Würzen einer typischen Kochportion. Dieses wilde Basilikum eignet sich zur geschmacklichen Bereicherung von fast jeder Art würzigem Essen, von Brathuhn bis zu geschmortem Rindfleisch, es verträgt sich aber besonders gut mit Rotwein.



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    Zuletzt modifiziert am 5 Sep 2001
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