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| Lorbeer (steriler Zweig) |
Viel später bedienten sich auch die römischen Kaiser dieses apollinischen Symbols; darüber hinaus waren Lorbeerblätter in der altrömischen Kochkunst auch ein gefragtes Gewürz (siehe dazu auch Silphion).
Lorbeerblätter sind ein beliebtes Gewürz in allen westlichen
Ländern. Man verwendet sie für Suppen, Eintöpfe, Eingelegtes,
Kräuteressig (siehe dazu Dill) und auch
Würste; sie werden besonders zu Fisch empfohlen. Zum Unterschied von
vielen anderen Blattgewürzen kann man Lorbeerblätter ohne weiteres
eine Zeitlang mitkochen lassen. Frische oder getrocknete Blätter findet
man oft in bouquet garni (siehe Petersilie)
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| Steriler Azorenlorbeer, L. azorica |
Frische Blätter sind sehr stark aromatisch, aber auch sehr bitter; beim Trocknen sollte sich die Bitterkeit vermindern, das Aroma kann sich allerdings sogar noch steigern (vgl. Gagelblätter, die Lorbeerblättern in mancherlei Hinsicht ähneln). Dazu müssen die Blätter sorgfältig von Hand gepflückt und im Schatten getrocknet werden. Lorbeerblätter guter Qualität erkennt man außer am starken Geruch auch an der leuchtend grünen Farbe. Als Faustregel gilt: Je grüner die Farbe, desto besser ist die Qualität. Lorbeerblätter sind nicht so lange haltbar, wie ihre harte Konsistenz es vielleicht suggeriert; man sollte sie nicht länger als ein Jahr nach dem Pflücken verwenden. Überalterte Blätter sehen braun aus, riechen fast nicht mehr und schmecken hauptsächlich bitter.
Lorbeerfrüchte sind im Haushalt weniger bekannt, allerdings tauchen sie oft als Bestandteil kommerzieller Gewürzmischungen auf. Wegen ihres robusten Geschmackes passen sie gut zu würzigen Saucen und auch Kartoffelgerichte profitieren sehr davon. Sie schmecken besonders gut in Wildgerichten (zusammen mit Wacholder).
Wegen der hohen Bekanntheit der Lorbeerblätter werden auch einige exotische Blattgewürze oft als „Lorbeerblätter“ bezeichnet, auch wenn sie botanisch nicht verwandt sind und ganz anders schmecken. In Asien kennt man die Indischen Lorbeerblätter, die von einem mit Zimt verwandten Baum aus dem Himalaya stammen. Weiters gibt es die Indonesischen Lorbeerblätter aus der Familie der Myrtengewächse. Weitere „Lorbeerblätter“ kommen aus Amerika: Die hocharomatischen „Californischen Lorbeerblätter“ (Umbellularia californica) stammen von einem Baum aus den westlichen Vereinigten Staaten und werden heute wegen angeblicher Giftigkeit nur noch wenig gehandelt. Auch die sogenannten „Mexicanischen Lorbeerblätter“ (von Litsea glaucescens) haben nur geringe kommerzielle Bedeutung. Anders liegen die Dinge bei den „Westindischen Lorbeerblättern“, die von einem engen Verwandten des Pimentbaums (Pimenta racemosa) kommen und bei der Destillation das westindische Bay-Öl liefern. Nach manchen Quellen heißen auch die Pimentblätter selbst „Westindische Lorbeerblätter“.
Weiters gibt es noch Blattgewürze mit ähnlichen Eigenschaften wie
Lorbeerblätter; abenteuerlustige Köche sollten diese einmal
ausprobieren. Boldoblätter sind
weitläufig mit Lorbeer verwandt sind und schmecken auch entfernt
ähnlich, wenngleich stärker.
Gagelblätter
sind ein altertümliches europäisches Gewürz, das man oft als
Alternative zu Lorbeerblättern benutzen kann, obwohl Gagel und Lorbeer
botanisch nicht verwandt sind.


