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Sternanis (Illicium verum Hooker fil.)

Synonyme

pharmFructus Anisi stellati
BulgarischАнасон звездовиден
Anason zvezdoviden
Chinesisch
(Kantonesisch)
八角 [baat gok]
Baat gok
Chinesisch
(Mandarin)
八角 [bā jiǎo]
Ba jiao
DänischStjerne Anis, Stjerneanis
DeutschBadian
EnglischStar anise, Indian anise, Chinese anise, Badian anise
EsperantoIlicio, Stelanizo
EstnischHarilik tähtaniisipuu
Farsiبادیان
Badiyan
FinnischTähtianis
FranzösischAnis étoilé, Anis de la Chine, Badiane
GalizischAnis Estrelado
GriechischΆνισον αστεροειδές, Γλυκάνισο αστεροειδές
Anison asteroeides, Glikaniso asteroeides
HindiBadayan, Anasphal
IndonesischBunga lawang, Adas cina, Pe ka
IsländischStjörnuanís
ItalienischAnice stellato
Japanisch大茴香
だいういきょう, とうしきみ
ダイウイキョウ, ハッカク, スターアニス, トウシキミ
Daiuikyō, Daiuikyo, Hakkaku, Suta-anisu, Tōshikimi, Toshikimi
KasachischБәден
Bäden
KatalanischAnís estrellat
KhmerPhka cann, Poch kak lavhak
Koreanisch아니스스타, 대회향, 에니스타, 오향, 스타아니스, 스타아니씨드
Anisu-suta, Tae-hoehyang, Eni-suta, Ohyang, Suta-anusu, Suta-anissidu
KroatischZvjezdasti anis
LettischBadjans
LitauischŽvaigždanyžiai, Badijonas, Kinijos anyžius, Tikrasis žvaigždanyžis
MalaysischBunga lawang, Adas china
NiederländischSteranijs
NorwegischStjerneanis
PolnischAnyż gwiazdkowaty, Badian
PortugiesischAnis estrelado
RumänischAnason stelat, Badian
RussischБадьян, Звездчатый анис
Badyan, Zvezdchatyj anis
SchwedischStjärnanis
SlovenischZvezdasti janež
SlowakischBadián, Hviezdicový aníz, Anízovec pravý, Bedrovník anízový, Badyán
SpanischBadián, Badiana, Anís estrella
TagalogSanque, Anis, Sanke
Tamilஅனீசு
Anisu
Thaiจันทน์แปดกลีบ, โป๊ยกั๊ก
Chan tanat paetklip, Poy kak bua, Dok chan, Chinpaetklip, Poikak
TschechischBadyán, Badyáník, Hvězdicový anýz, Čínský anýz
TürkischÇin anasonu, Yıldız anasonu
UngarischKínai ánizs, Csillagánizs
VietnamesischBát giác hương, Cái hồi, Hồi, Hồi hương
Bat giac huong, Cai hoi, Hoi, Hoi huong
Illicium verum: Getrocknete Sternanisfrüchte
Sternanis (getrocknete Früchte)
Illicium verum: Zwölfzählige Sternanisfrucht
Zwölfeckiger Sternanis

Verwendeter Pflanzenteil

Als Gewürz dienen die charakteristisch geformten Balgfrüchte in getrocknetem Zustand. Neben den normalen achtzackigen Formen treten selten auch einzelne Früchte mit mehr als acht Carpellen auf.

Das ätherische Öl befindet sich in der Fruchtwand, nicht im Samen.

Pflanzenfamilie

Illiciaceae. Diese Familie ist sehr eng mit den Magnoliengewächsen (Magnoliaceae) verwandt.

Geruch und Geschmack

Wie Anis, aber stärker: Warm, süß und aromatisch. Ein Überblick über anisartiges Aroma wird bei der Süßdolde gegeben.
Für eine Zusammenstellung süßer Gewürze siehe Süßholz.
Illicium verum: Sternanisblüte
Sternanisblüte

www.botany.hawaii.edu   © Gerald Carr

Inhaltsstoffe

Die getrockneten Früchte enthalten 5 bis 8% ätherisches Öl, das von Anethol (85 bis 90%) klar dominiert wird. Die anderen Komponenten, Phellandren, Safrol und Terpineol, haben nur geringen Einfluß auf das Aroma. Zur Unterscheidung von Anis kann das Spurenvorkommen von 1,4-Cineol dienen, das im Anis (und in den meisten anderen Gewürzen) völlig fehlt.

Herkunft

Südchina und Vietnam. Die Pflanze ist nur aus der Kultur bekannt.

Die meisten Importe stammen aus China, aber das Gewürz wird auch in Laos, auf den Philippinen und sogar auf Jamaica angepflanzt.

Etymologie

Die chinesischen Namen von Sternanis sind im Kantonesischen bat gok und im Mandarin ba jiao [八角]; beides bedeutet „acht Ecken“ und spielt auf die Form der Früchte an. In der chinesischen Kräuterheilkunde ist Sternanis auch als ba jiao hui xiang [八角茴香] „achteckiger Fenchel“ bekannt.

Das chinesische 大茴香 „großer Fenchel“ (ausgesprochen daai wuih heong im Kantonesischen und da hui xiang im Mandarin) bedeutet Anis, nicht Sternanis. Im Japanischen stehen dieselben Kanji (ausgesprochen daiuikyō [だいういきょう]) jedoch für Sternanis! Der entsprechende koreanische Name taehoihyang [대회향] wiederum bedeutet gewöhnlich Sternanis, kann aber auch für Nigella stehen.

Deutsch Badian und verwandte Namen in anderen europäischen Sprachen (spanisch badián, lettisch badjans, russisch badyan [бадьян]) leiten sich vom persischen Namen des Sternanis, badiyan [بادیان], ab; dessen Ursprung ist mir nicht sicher bekannt, es könnte sich aber um eine Adaption des chinesischen ba jiao handeln. Im Deutschen ist „Badian“ veraltet und taucht eigentlich nur noch in historischen Rezepten, nicht aber in neueren Kochbüchern auf.

Der dem Anis täuschend ähnliche Geruch von Sternanis motiviert zahlreiche europäische Namen, die die landessprachliche Bezeichnung für Anis mit einem Epithet kombinieren, das auf die asiatische Herkunft oder die sternartige Gestalt anspielt, z.B. türkisch çin anason oder französisch anis de la Chine „China-Anis“ bzw. estnisch tähtaniis, polnisch anyż gwiazdkowaty und italienisch anice stellato, alle mit der Bedeutung „Stern-Anis“. Umgekehrt ist der mediterrane Anis in Vietnam als hat hoi [hạt hồi] „körnerförmiger Sternanis“ und im Iran als badiyan romi [بادیان رومی] „römischer Sternanis“ bekannt.

Der Gattungsname Illicium ist vom lateinischen illicere „anlocken“ abgeleitet, wahrscheinlich wegen des süßen und angenehmen Geruches.

Ausgewählte Links

The Epicentre: Star Anise chemikalienlexikon.de: Anethol Transport Information Service: Star anise Floridata.com: Anise Tree (False Star Anise, Shikimi, Illicium anisatum) Recipe: wu hua rou [五花肉] (Five-Flower Meat) (www.asiafood.org) Rezept: Pekingente (beijing kao ya [北京烤鸭]) (groups.google.com) About Beijing Roast Duck (beijingservice.com) Recipe: Peking duck (beijing kao ya [北京烤鸭]) (recipezaar.com) Recipe: Cha dam yen [ชาดำเย็น] (Thai Iced Tea) (blueray.com)


Illicium verum: Sternanisblüten
Zweig mit Blüten

www.botany.hawaii.edu   © Gerald Carr

Die achtzackigen und sternförmigen Kapseln sind ein beliebtes Gewürz in China. Die chinesische Küche ist eine sehr komplexe und vielschichtige Materie und darüberhinaus eine der ältesten Kochtraditionen der Welt.

In dem heterogenen Riesenstaat China hat sich eine Vielzahl verschiedener Gar-, Schneide- und Würztechniken etabliert; allerdings spielen in der chinesischen Küche Gewürze eine geringere Rolle als in den Küchen seiner südlichen Nachbarländer. Allen Kochstilen Chinas gemeinsam ist, daß in allen Speisen ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den vier Geschmacksempfindungen (süß, sauer, salzig, scharf) herrschen muß. Abgesehen von dieser Gemeinsamkeit unterscheiden sich die einzelnen Stile sehr voneinander.

Die in chinesischen Restaurants der westlichen Hemisphäre so dominierende Technik des stir fry (chao oder chow []: unter heftigem Rühren bei hoher Hitze im Wok zubereiten, siehe Ingwer für ein Beispiel) ist nur eine unter vielen Gartechniken der chinesischen Küche, und sie spielt besonders in der mildgewürzten Küche der Provinz Guangzhou (Kanton) eine große Rolle. Die etwas süßliche Shanghai-Küche ist unter anderem für die Technik des Rotschmorens bekannt; Sternanis ist dabei ein unentbehrliches Gewürz (siehe Kassie für Details). In der Beijing-Küche (Peking) werden oft trockene Speisen ohne Sauce zubereitet; außerdem verdrängt Weizen zum Teil den Reis. Das bekannteste Beispiel ist die Peking-Ente (beijing kao ya [北京烤鸭]). Die beiden zuletzt genannten Küchen sind in chinesischen Restaurants in Europa sehr unterrepräsentiert. Zuletzt bleibt noch die scharfe Sichuan-Küche zu erwähnen: Im kalten Bergland der Provinz Szechuan würzt man kräftig mit Chili (oft in Form von scharfer Bohnenpaste) und dem einheimischen Szechuanpfeffer; doch verwenden Szechuan-Köche auch oft Orangenschalen, Süßholz, schwarzen Cardamom oder sogar lokale Heilkräuter.

In ganz China kennt und schätzt man das Fünf-Gewürze-Pulvers (wu xiang fen, ng geung fun, ngung heung fun, hung-liu [五香粉]). Diese Mischung enthält Sternanis, Kassie (oder stattdessen Zimt), Gewürznelken, Fenchel und Szechuanpfeffer, üblicherweise zu gleichen Teilen. Weitere, optionale Zutaten sind Ingwer, Galgant, Schwarzer Cardamom oder sogar Süßholz. Am besten hält man die Gewürze ganz vorrätig und mahlt sie vor Gebrauch miteinander.
Illicium verum: Sternanisblüte
Detailaufnahme einer Blüte von Sternanis

www.boga.ruhr-uni-bochum.de         © Thomas Stützel

Fünf-Gewürze-Pulver wird oft Marinaden für Fleisch hinzugefügt, oder man würzt damit einen dünnen Teig aus Stärke und Eiklar, mit dem man Fleisch oder Gemüse vor dem Ausbacken überzieht. Weiters wälzt man auch oft Fleischstücke in einer Mischung aus Reis- oder Maisstärke und Fünf-Gewürze-Pulver und fritiert sie dann knusprig. Da das Fünf-Gewürze-Pulver sehr stark und aromatisch ist, muß es mit Bedacht verwendet werden.

Der Geschmack von Fünfgewürzepulver kommt besonders bei gedämpften Speisen gut zum Tragen. Gedämpfter Schweinebauch kann köstlich schmecken, auch, wenn er niemals ganz mager sein wird: Bauchfleisch vom Schwein (im Englischen als five-flower cut bezeichnet, weil er zwei magere und drei fette Schichten aufweist) wird mit Sojasauce und Knoblauch mariniert, in einer Mischung aus Fünfgewürzepulver und trocken geröstetem, gemahlenem Reis gerollt und ganz weich gedämpft (wu hua rou [五花肉]). Das Resultat schmeckt sehr ungewöhnlich, aromatisch-mild. Für weitere Rezepte mit Sternanis aus der chinesischen Küche siehe Orange (der Rindfleischeintopf au larm) und chinesischen Zimt (über master sauce).

Außerhalb Chinas schätzt man den Sternanis nicht so sehr. Im Norden Vietnams ist er zum Aromatisieren von Rindsuppen sehr beliebt (siehe vietnamesischer Zimt). Von gewisser Bedeutung ist seine Verwendung in Thailand: Man setzt ihn manchmal nordthailändischen Schmorgerichten zu, und vor allem im Süden dient er zum Aromatisieren von Eistee. Thailändischer Eistee (cha dam yen [ชาดำเย็น]) wird aus Schwarztee zubereitet und mit gepulvertem Sternanis, manchmal auch Orangenblüten, Süßholz, Vanille und Zimt, gewürzt; man trinkt ihn mit Zucker, Kondensmilch und gestoßenem Eis. Zur Erzielung einer leuchtend-orangen Farbe werden oft Azofarbstoffe zugesetzt, typischerweise Tartrazin.

Sternanis spielt weiters eine Rolle in der persischen und pakistanischen (daher auch nordindischen) Küche und wurde von dort auch nach Indonesien eingeführt. In Indonesien ist seine Bedeutung allerdings sehr gering, außer in den Küchen traditionsbewußter Sultane, die noch einen feudalen indischen Kochstil pflegen (etwa in Medan im Nordosten Sumatras). Auch die arabisch beeinflußte Küche Malaysias und Südthailands benutzt ihn gelegentlich (siehe Kokos für ein Beispiel).

Sternanis hat es auch in der westlichen Küche zu einer gewissen Bekanntheit gebracht; man verwendet ihn gerne für Glühwein und als billigeren Ersatz für Anis in verschiedenen Süßspeisen und ganz besonders Likören. Die meisten Anisliköre (Pernod, Anisette, Pastis) haben heute ihren Anis wenigstens zum Teil durch Sternanis ersetzt (siehe auch Beifuß).



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Zuletzt modifiziert am 6 May 2004
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