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Langer Koriander (Eryngium foetidum L.)

Synonyme

Eryngium foetidum: Langer (mexicanischer, javanischer) Koriander (Koreander)
Blatt des langen Korianders
Chinesisch
(Kantonesisch)
刺芫荽 [chi yùhn sèui], 洋芫荽 [yèuhng yùhn sèui]
Chi yuhn seui, Yeuhng yuhn seui
Chinesisch
(Mandarin)
刺芫荽 [cì yuán suī], 洋芫荽 [yáng yuán suī]
Ci yuan sui, Yang yuan sui
DeutschMexicanischer Koriander
EnglischPuerto Rican coriander, Black Benny, Long coriander, Saw leaf herb, Mexican coriander, Saw tooth coriander, Spiny coriander, Fitweed
EsperantoEringio
FranzösischChardon étoile fétide, Panicaut fétide, Herbe puante, Coriandre mexicain; Coulante (Haïti)
HindiBhandhania, Bhandhanya (Trinidad und Tobago)
IndonesischWalangan
Japanischペレニアルコリアンダー, ペレニアルコリアンダー
Pereniaru-korianda, Nokogiri-korianda
KhmerChi baraing, Chi banla, Chi sangkaech, Chi pa-la, Chi parang
LaotischPhak hom thet
LitauischKvapioji zunda
MalaysischKetumbar Jawa
PortugiesischChicória-de-caboclo, Coentro-bravo, Coentro-de-Caboclo
SchwedischMexikansk koriander
SlowakischKoriander dlhý
SpanischCulantro (Haïti); Recao, Racao (Puerto Rico); Shado beni (Trinidad); Chadron benee (Dominica), Alcapate (El Salvador), cilantro habanero, Cilantro extranjero (México)
Thaiผักชีฝรั่ง
Pak chi farang, Phakchi farang, Hom-pomkula, Mae-lae-doe
UngarischPuerto Ricó-i koriander, Mexikói koriander, Hosszú koriander
VietnamesischMùi tầu, Ngò gai, Ngò tây, Ngò tầu
Mui tau, Ngo gai, Ngo tay, Ngo tau

Verwendeter Pflanzenteil

Frische Blätter

Pflanzenfamilie

Apiaceae (Doldenblütengewächse)

Geruch und Geschmack

Geruch sehr intensiv nach frischen Korianderblättern, Geschmack ähnlich, stark.

Inhaltsstoffe

Das ätherische Ö aus den Blättern des langen Korianders ist reich an aliphatischen, zumeist α,β-ungesättigten, Aldehyden. Die Hauptverbindung ist E-2-Dodecenal (60%), weiters 2,3,6-Trimethylbenzaldehyd (10%), Dodecanal (7%) und E-2-Tridecenal (5%). Ähnliche aliphatische Aldehyde tauchen auch in anderen Gewürzen mit einem korianderartigen Geschmack auf, z.B. im vietnamesischen Koriander.

Ein anderes ätherisches Öl gewinnt man aus der Wurzel; hier dominieren aromatische oder ungesättigte alicyclische Aldehyde (2,3,6-Trimethylbenzaldehyd 40%, 2-Formyl-1,1,5-trimethylcyclohexa-2,5-dien-4-ol 10%, 2-formyl-1,1,5-trimethyl cyclohexa-2,4-dien-6-ol 20%, 2,3,4-trimethylbenzaldehyd).

Im Samenöl findet man dagegen vor allem Sesquiterpene (Carotol 20% und β-Farnesen 10%), weiters Phenylpropane (Anethol) und Monoterpene (α-Pinen), aber keine Aldehyde.

Herkunft

Die Pflanze ist auf den karibischen Inseln heimisch. Sie wird auch in weiten Teilen von Südostasien angebaut (Indochina, Malaysia, Indonesien).

Etymologie

Die mittelamerikanischen Namen culantro und racao sind von (mir) unbekannter Herkunft; bei culantro handelt es sich aber möglicherweise nur um eine Variante von cilantro (siehe Koriander).
Eryngium foetidum: Javanischer Koriander, Spross
Sproß des langen Korianders

Viele Namen in Sprachen, die außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes der Pflanze gesprochen werden, spielen auf die außerordentliche Ähnlichkeit mit dem Aroma von Korianderblättern an: So Thai pakchi farang [ผักชีฝรั่ง] „fremder Koriander“, chinesisch ci yuan sui [刺芫荽] „stacheliger Koriander“, Hindi bhandhania „breiter Koriander“ oder Malaysisch ketumbar Jawa „Jawanischer Koriander“ (allerdings habe ich die Pflanze in Jawa nie gesehen). Der Thai-Name pak chi farang kann allerdings auch Petersilie bedeuten, die in einem anderen Sinne ein „ausländischer Koriander“ ist, mit eher äußerlicher als olfaktorischer Ähnlichkeit.

Das thailändische farang [ฝรั่ง] „ausländisch, westlich, europäisch“ leitet sich tatsächlich vom germanischen Stamm der Franken ab! Die Machtstellung der Franken seit Karl dem Großen (siehe auch Liebstöckel über dessen Kräuteredikt) führte zur Entlehnung des Ethnonyms ins Arabische (als ifranji [إفرنجي] „Europäer“ oder faranj [فرنجى] „europäisch“), von wo sich es weiter nach Osten verbreitete. Beispiele sind Sanskrit phiranga [फिरंग] und Kannada paramgi [ಪರಂಗಿ] „Europa“ sowie Kurdisch farangi [فةرةنگی], Dhivehi faranjee [ފަރަންޖީ], Thai farang und Khmer barang „Ausländer“.

Das englische saw leaf herb „Sägeblattkraut“ bezieht sich auf den etwas gezackten Blattrand.

Der botanische Gattungsname geht auf den griechischen Pflanzennamen eryngion [ἠρύγγιον] für einen im Mittelmeergebiet verbreiteten Verwandten des langen Korianders (Stranddistel, Eryngium vulgare) zurück; er ist möglicherweise mit griechisch er [ἦρ] „Frühling“ (lateinisch ver) verwandt. Der Artname foetidus ist lateinisch und bedeutet „häßlich“.

Ausgewählte Links

Culantro: A Much Utilized, Little Understood Herb Recipe: Salsa Mexicana (www.salsa-recipes.com) Recipe: Salsa Cruda Norteno (www.salsa-recipes.com) Recipe: Salsa Roja (www.salsa-recipes.com) Recipe: Salsa Verde (www.salsa-recipes.com) Recipe: Salsa Almendra Roja (recipes.chef2chef.net) Recipe: Salsa de Chile Güero (recipes.chef2chef.net)


Eryngium foetidum: Langer (mexikanischer, javanischer) cilantro (Koreander)
Langer Koriander (blühende Pflanze)
Der lange Koriander gehört in die gleiche Pflanzenfamilie wie Koriander, ist diesem aber äußerlich nicht besonders ähnlich. Die länglichen, etwas zähen Blätter der Pflanze strömen aber ein so intensives Korianderaroma aus, daß sie sich als Ersatz oder Alternative zu diesem von selbst anbieten.

Die Verwendung des langen Korianders konzentriert sich auf den Fernen Osten und Mittelamerika. In Asien schätzt man den langen Koriander vor allem auf der südostasiatischen Halbinsel. In Thailand, Malaysia und Singapore wird er gerne zusammen mit oder anstelle von Koriander gebraucht und vor dem Servieren über Suppen, Nudelgerichte und Curries gestreut. Er kann auch für thailändische Currypasten (siehe Kokos) verwendet werden, besonders, wenn keine Korianderwurzeln zur Verfügung stehen.

Auch in der vietnamesischen Küche mit ihrer Liebe zu den Aromen frischer Kräuter (siehe vietnamesischer Koriander) spielt der lange Koriander eine Rolle. Man verwendet ihn als gleichwertigen Ersatz für die überaus beliebten Korianderblätter zum Garnieren von Suppen und stir-fries; gelegentlich benutzt man die größten Blätter auch als Verpackung und wickelt in ihnen irgendwelche Speisen bissenweise ein.

In Mittelamerika wird der lange Koriander vor allem mit dem Kochstil von Puerto Rico assoziiert. Er ist zwar auch auf anderen karibischen Inseln und an der Ostküste Méxicos bekannt, aber es ist Puerto Rico, wo man Speisen, die in ganz Mittelamerika zubereitet werden, häufig durch Verwendung von langem Koriander abwandelt. An erster Stelle zu nennen ist hier wohl salsa, eine pikante Sauce stark wechselnder Zusammensetzung, die als Tischwürze andere Speisen begleitet oder einfach als Dip, z.B. für knusprige frittierte Maisfladen (Tortilla-Chips, tostadas), dient.
Eryngium foetidum: Blüten des langen Korianders
Detailaufnahme der Blütenstände von langem Koriander

Salsa kann man mehr oder minder aus allem machen, aber den meisten Rezepten liegen entweder Tomaten (auch tomatillos) oder milde Paprika (z.B. chile güero in México) zugrunde. Fast immer sind auch noch Knoblauch, Zwiebel und mehr oder minder scharfe Chilies dabei. Die salsa kann nur aus den rohen, gehackten Zutaten bestehen oder kurz gekocht oder auch länger gedünstet werden. Manchmal sind auch reife tropische Früchte (z.B. Mango, Papaya) enthalten. Frische Kräuter (Oregano, Koriander, Jesuitentee, Petersilie und andere) sowie Limettensaft und vielleicht ein Hauch Zucker geben der Salsa dann den letzten Schliff.

Einige beliebte mexicanische Rezepte sind salsa cruda aus rohen Tomaten (jitomate); weiters gibt es salsa de chile rojo aus reifen Tomaten und getrocknetem ancho-Paprika, salsa verde aus tomatillos (tomates verdes) und die salsa de chile güero für die man einen speziellen Typ von mildem frischem gelbgrünen Paprika benötigt. Es gibt auch salsas, die aus trockenen Mandeln zusammen mit fruchtigen Zutaten und milden oder scharfen Chilies bestehen (salsa di almendra). Ganz generell bevorzugt man grüne Chilies (serrano, jalapeño) in Zusammenhang mit den tomatillos, um die Farbe zu erhalten; dagegen können für tomatenhaltige Rezepte sowohl grüne als auch rote (pequín) Chilies genommen werden. Rezepte mit reifen, getrockneten Chilies (ancho, poblano) enthalten oft auch Tomaten oder Tomatenpaste.

Eine andere zentralamerikanische Spezialität, die gelegentlich mit langem Koriander gewürzt wird, ist ceviche, eine lateinamerikanische Spezialität aus rohem Fisch (siehe dazu unter Limette).



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Zuletzt modifiziert am 2 Sep 2001
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