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Cardamom (Elettaria cardamomum White et Mason)

Synonyme

pharmFructus Cardamomi
botAmomum cardamomum
Amharischሔል, ክርዳሞን
Hel, Krdamon
Arabischحب الهال, حب الهان, حبهان, هال, هيل
حَبَّهَان, حَبُّ الهال, حَبُّ الهان, هَال, هَيل
Habbu al-hal, Habbu al-han, Habbahan, Hal, Hail, Hayl
ArmenischՇուշմիր
Shooshmir, Shushmir
BengaliElaichi
BulgarischКардамон
Kardamon
BurmesischPhalazee, Bala, Pala, Panlat
ChinesischSha jen, Wok lok uvat?
Chinesisch
(Kantonesisch)
白豆蔻 [baahk dáu kau], 小豆蔻 [síu dáu kau]
Baahk dau kau; Siu dau kau (Amomum krervanh)
Chinesisch
(Mandarin)
白豆蔻 [bái dòu kòu], 小豆蔻 [xiǎo dòu kòu], 小荳寇 [xiǎo dòu kòu], 豆蔻 [dòu kòu], 小荳蔻 [xiǎo dòu kòu]
Baidoukou, Pai tou k'ou; Xiao dou kou, Dou kou (Amomum krervanh)
DänischKardemomme
DeutschKardamom, Grüner Cardamom
Dhivehiކާފޫރު ތޮޅި
Kaafooru tholhi
EnglischCardamom, Green Cardamom
EsperantoKardamomo
EstnischKardemon
Farsiهل
Hel
FinnischKardemumma
FranzösischCardamome (vert)
GalizischCardamomo
GriechischΚάρδαμο, Κακουλές
Kakoules, Kardamo
GujaratiLila Alchi, Elaychi
Hebräischהל
Hel
HindiElaichi, Choti elaichi
HmongKau Blong, Qhaus rau quiab
IndonesischKapulaga, Kepillaga (Amomum kepulaga)
IsländischKardimomma
ItalienischCardamomo (verde)
Japanischカルダモン, ショウズク
Karudamon, Shōzuku, Shozuku
Kannadaಏಲಕ್ಕಿ, ಯಾಲಕ್ಕಿ
Elakki, Yalakki
KatalanischCardamom
KhmerKrako sbat; Kreko krervanh, Kravan, Karvanh, Krewanh (Amomum krervanh)
Koreanisch카다몬, 카도몬, 소두구, 백두구
Kadamom, Kadomom, Sodugu; Paektugu (Amomum krervanh)
KroatischGrbat, Kardamon, Srdiš
LaotischHmak Hneng
LettischĪstais kardamons
LitauischKardamonas, Tikrasis kardamonas
MalayalamYelakkai, Elathari
MalaysischKa tepus (Amomum krervanh); Buah pelaga, Kepulaga, Pelaga, Puar (Amomum kepulaga); Tepus batu (Amomum ochreum)
Marathiहिरव्यी वेलची, वेलदोड
Velchi, Hirvi velchi, Veldoda, Veldola, Wailchi
Nepaliसुकमेल
Sukmel
NiederländischKardemom
NorwegischKardemomme
PashtoHale
PolnischKardamon
PortugiesischCardamomo
Punjabiਹਰੀ ਇਲੈਚੀ
Hari ilaichi
RumänischCardamom
RussischКардамон
Kardamon
Tamilஏலக்காய்
Elakkai
Teluguయేలకులు
Yelakulu
Thaiกระวาน, เร่ว, หมากแน่ง, เร่วใหญ่
Luke krawan, Luk krava, Krawan khaao, Krawan-thet; Pla ko, Kravan, Grawan (Amomum krervanh); Rewa, Hamakaenang, Rewa-hayiy (Amomum xanthioides)
UrduElichi
SchwedischKardemumma
SanskritEli
SinghalesischEnasal
SlovenischKardamom
SlowakischKardamón malabarský, Kardamón, Kardamon pravý
SpanischCardamomo
TibetischSugmel, Sug smel
TschechischKardamom
TürkischKakule tohomu, Hamame†, Hamama†, Kakule meyvesi
Ungarisch(Zöld) kardámom
VietnamesischTrúc sa, Bạch đậu khấu, Mè trè, Sẹ, Sa nhân
Truc sa; Bach dau khau (Amomum testaceum); Me tre, Se (Alpinia globosa); Sa nhan (Amomum krervanh)
Elettaria cardamomum: Grüner Kardamom
Cardamomkapseln und -samen

Verwendeter Pflanzenteil

Samen. Da sie sonst ihren Geruch ziemlich rasch verlieren, werden meist die ganzen Früchte (Kapseln) verkauft.

Pflanzenfamilie

Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Geruch und Geschmack

Süß und aromatisch, sehr angenehm.

Inhaltsstoffe

Der Gehalt an ätherischem Öl in den Samen hängt sehr von der Lagerung ab, kann aber bis zu 8% betragen. Im Öl wurden unter anderem α-Terpineol (45%), Myrcen (27%), Limonen (8%), Menthon (6%), β-Phellandren (3%), 1,8-Cineol (2%), Sabinen (2%) und Heptan (2%) identifiziert. (Phytochemistry, 26, 207, 1987)
Andere Quellen geben 1,8-Cineol (20 bis 50%), α-Terpenylacetat (30%), Sabinen, Limonen (2 bis 14%) und Borneol an.
Elettaria cardamomum: Kardamompflanze
Sterile Cardamompflanze

Für den jawanischen runden Cardamom, A. kepulaga = A. compactum wird ein Gehalt an ätherischem Öl von ca. 2 bis 4% (in den Samen) angegeben. Die Hauptbestandteile sind 1,8-Cineol (bis zu 70%) und β-Pinen (16%), daneben treten noch α-Pinen, α-Terpineol und Humulen auf.

Herkunft

Südindien und Sri Lanka. Der indische Cardamom ist etwas kleiner, aber aromatischer.

Das wichtigste Cardamom-Produktionsland ist heute Indien; wegen des hohen Inlandsverbrauchs gelangt jedoch relativ wenig von der indischen Ware in den Export. Der mengenmäßig bedeutendste Exporteur ist Guatemala, wo Cardamom seit knapp 100 Jahren ausschließlich für den Export angebaut wird.

Es gibt zahlreiche verwandte Pflanzen in den Gattungen Amomum, Aframomum und Alpinia, von denen viele aromatische Samen aufweisen und gelegentlich als Ersatz oder Verfälschung von Cardamomsaat auftauchen. Die Aromanoten unterscheiden sich bei den meisten dieser Arten allerdings erheblich von echtem Cardamom: Manche weisen ein durchaus interessantes, eucalyptusartiges Aroma auf (siehe auch Schwarzer Cardamom), andere schmecken dagegen scharf und pfefferig (siehe Paradieskörner); viele sind allerdings auch eher penetrant und unangenehm. Als wirklicher Ersatz für den echten Cardamom kommen die meisten nicht in Frage.
Amomum krervanh: Thai-Kardamom
Thailändischer Cardamom, Amomum krervanh

kanchanapisek.or.th       © Thai Junior Encyclopedia

Zwei südostasiatische Arten verdienen jedoch wegen ihres sehr guten, an echten Cardamom erinnernden Aromas Beachtung: Der in Festland-Südostasien vorkommende Siam-Cardamom Amomum krervanh Pierre ex Gagnep. = A. testaceum Ridley (oft falsch geschrieben als A. krevanh) wird in Thailand und Kambodscha zum Kochen verwendet; die fast kugeligen Früchte imitieren das Aroma des echten Cardamoms ziemlich gut. In Indonesien wächst der jawanische oder runde Cardamom, Amomum compactum Soland. ex Maton (syn. A. kepulaga Sprague & Burkill), der ebenfalls ein authentisches Cardamom-Aroma aufweist. Ist in Rezepten aus diesen Regionen Cardamom vorgeschrieben, so sind damit immer diese lokalen Ersatz-Arten gemeint; man kann sie aber bedenkenlos durch echten Cardamom ersetzen.

Etymologie

Das Gewürz hat in praktisch allen Sprachen Europas phonetisch gleichlautende oder zumindest sehr ähnliche Namen: Cardamom (deutsch, englisch), kardemomme (norwegisch, dänisch), cardamomo (italienisch, portugiesisch, spanisch), kardamon (polnisch, kroatisch, bulgarisch, russisch [кардамон]) und kardemumma (finnisch). Trotzdem gibt es keine vollkommen schlüssige Erklärung dieses Namens.

Der griechische Name kardamon [κάρδαμον] ist für eine Pflanze von wahrscheinlich persischem Ursprung verbürgt, aber es scheint sich dabei eher um eine Art Kresse gehandelt zu haben; auf neugriechisch kann der Name kardamo [κάρδαμο] für beide Gewürze stehen! In römischen Quellen tauchen zwei Namen auf: amomum und cardamomum, die zwei ähnliche Gewürze östlicher Herkunft bezeichnen. Manchmal wird vermutet, die beiden seien identisch; wahrscheinlich ist jedoch, daß es sich um zwei verschiedene Varianten von Cardamom handelt. Die teurere Sorte, cardamomum, entspricht ziemlich sicher unserem heutigen Cardamom; bei dem billigeren amomum handelte es sich dagegen vielleicht um einen Typ ähnlich dem schwarzen Cardamom. Der Ursprung dieser beiden Namen ist jedoch nicht klar.

Im Neuen Testament, das ja auf Griechisch abgefaßt wurde, taucht der Name amomon [ἄμωμον] im Zusammenhang mit einer aromatischen Pflanze auf. Er könnte nun (wie manche Bücher sagen) vom Adjektiv amomos [ἄμωμος] „tadellos“ abgeleitet sein; bedenkt man aber, daß amomos [ἄμωμος] eine regionale und dichterische Form ist, so scheint diese Erklärung weniger glaubhaft als die Ableitung (wie andere Bücher empfehlen) von Aramäisch hemama, von dessen Herkunft ich jedoch nichts weiß.

Der moderne Gattungsname Elettaria ist einer südostasiatischen Sprache entnommen; vgl. Hindi elaichi [एलैची] und Punjabi ilaichi [ਇਲੈਚੀ] „grüner Cardamom“ oder Nepali alaichi [अलैची] „schwarzer Cardamom“. Zugrunde liegt Sanskrit ela [एला] oder ellka [एल्ल्का], was selbst aus einer dravidischen Sprache entlehnt ist. Die zugrundeliegende dravidische Wurzel lautet ĒL und ist in heutigen davidischen Sprachen weitverbreitet: Tamil elakkai [ஏலக்காய்], Kannada elakki [ಏಲಕ್ಕಿ] und Telugu yelakulu [యేలకులు].

Ausgewählte Links

Plant Cultures: Cardamomhttp://www.plantcultures.org.uk/plants/cardamom A Pinch of Cardamom (www.apinchof.com) The Epicentre: Cardamom Medical Spice Exhibit: Cardamom Floridata.com: Cardamom Cardamom Product Information (spizes.com) Transport Information Service: Cardamom Sorting Elettaria names (www.plantnames.unimelb.edu.au) Jan & Gary Routh: Chai Recipes


Elettaria cardamomum: Kardamom-Pflanze
Cardamom (steriler Trieb).
Elettaria cardamomum: Cardamomblütenstand
Cardamom, Blüte und unreife Früchte

www.pioneerherbs.com

Cardamom, manchmal auch Kardamon geschrieben, wird oft (nach Safran und Vanille) als das „dritteuerste“ Gewürz bezeichnet, und der hohe Preis spiegelt die Beliebtheit dieses äußerst wohlriechenden Gewürzes wider. Trotz vieler Anwendungen in den Küchen von Sri Lanka, Indien und Iran sind die arabischen Länder (Südwestasien, Nordafrika) mit ca. 60% doch die Hauptverbraucher. In Arabien braucht man Cardamom vor allem zum Würzen von Kaffee: Der cardamomduftende qahwa al-arabiya [قهوة العربية] ist fast ein Symbol arabischer Gastfreundlichkeit. Man kann frischgemahlene Cardamomsamen einfach unter das Kaffeepulver mischen oder einige Kapseln im heißen Kaffee ziehen lassen. Bei arabischen Beduinen findet man auch Kaffeekannen, in deren Ausguß einige Cardamomkapseln Platz finden; die heiße Flüssigkeit kommt dann beim Einschenken mit dem Gewürz in Berührung und nimmt dessen Aroma an.

In Äthiopien spielt Kaffee eine besondere Rolle. Die Kaffeebohnen werden stets frisch geröstet („Kaffeezeremonie“), oft zusammen mit Gewürzen wie Nelken oder Cardamom. Nach dem Abkühlen werden sie sofort vermahlen und aufgebrüht. Beim Servieren können noch weitere Geschmacksmittel eingesetzt werden, z.B. frische Blätter der Weinraute.

In arabischen Ländern wird nicht aller Cardamom für Kaffee verbraucht; man benutzt ihn auch zum Kochen. Die pikante Gewürzmischung baharat (siehe Paprika) aus Saudiarabien enthält Cardamom ebenso wie die Gewürzpaste zhoug aus dem Yemen (siehe Koriander).

In vielen orientalischen Ländern verwendet man Cardamom für Fleisch-und-Reis-Gerichte, z.B. arabisches kabsah [كبسة] oder machboos [مجبوس] (siehe auch Rose). Für diese Speisen wird Fleisch oder Gemüse in einer würzigen Sauce geschmort; danach fügt man ungekochten Reis hinzu und läßt ihn ausdämpfen, wobei er die Schmorflüssigkeit und deren Geschmack absorbiert. Für indischen biriyani (siehe auch Safran) dagegen schichtet man abwechselnd gekochten Reis und feinwürzige Fleisch- oder Gemüsegerichte in eine große Kasserolle, aromatisiert noch zusätzlich mit getrockneten Früchten (z.B. Rosinen oder frischen oder getrockneten Granatapfelkernen) und Nüssen (z.B. gehobelten Mandeln) sowie eventuell mit Safran-Wasser und erhitzt im Backrohr, bis die Aromen sich vermengen.
Elettaria cardamomum: Kardamom-Blütenstand
Cardamom-Blüten

perso.wanadoo.fr

Weiters ist Cardamom in im arabisch beeinflußten Teil Afrikas („Weißafrika“ im Norden und Osten des Kontinents) sehr populär und findet sich in der marokkanischen Mischung ras el hanout (siehe Kubebenpfeffer) und der äthiopischen Würze berbere (siehe langer Pfeffer). In Europa ist Cardamom eher unbekannt, aber er wird gelegentlich für Kekse verwendet (z.B. Lebkuchen). Allerdings ist der Verbrauch des Cardamoms in Europa ziemlich gering, außer in skandinavischen Ländern: Dort verwendet man ihn nicht nur für Kekse und süße Brote, sondern auch für Pasteten und Würste; siehe auch Piment.

In der mogulischen Küche Nordindiens (siehe darüber auch schwarzer Kreuzkümmel) werden Cardamomkapseln in großer Menge für köstlichen Reisgerichte (biriyani), aber auch für feinwürziges geschmortes Fleisch (korma) verwendet; typischerweise werden die leicht zerdrückten Kapseln zusammen mit Zwiebel, indischen Lorbeerblättern und anderen süßen Gewürzen gebraten, um ihr Aroma zu verstärken. Ein südindisches Reisgericht ist unter Kokos behandelt.

In Sri Lanka würzt man feurig-scharfe Rinder- oder Hühnercurries gerne mit Cardamom und Zimt. Auf dem ganzen indischen Subkontinent findet man auch mit Cardamom verfeinerte Süßspeisen, z.B. gajar halva, ein puddingähnliches Dessert aus Milch, geriebenen Karotten, Palmzucker und Cardamompulver.
Elettaria major: Großer Kardamom
Sterile Pflanze des Großen Cardamoms, E. major

Manchmal enthält auch Currypulver (siehe Curryblätter) kleine Cardamommengen, und letztlich ist Cardamom auch noch sehr häufig in der nordindischen Gewürzmischung garam masala (siehe Kreuzkümmel) enthalten, besonders in der stark mogulisch beeinflußten Küche Kashmirs. Ein sehr beliebtes kashmirisches Genußmittel ist übrigens süßer grüner Tee, der mit ganzen Cardamomkapseln aromatisiert ist. Wer Kashmir einmal besucht hat und auf den berühmten Hausbooten von Srinagar gelebt hat, der wird wohl lebenslang den Geschmack dieses Tees mit kashmirischem Familienleben und endlosen Gesprächen vor der qualmenden Wasserpfeife (hookah) assoziieren.

Im Rest Indiens ist gewürzter Tee nicht so häufig, wie seine Beliebtheit in indischen Restaurants es vermuten ließe. Gewürztee (chai masala [चाय मसाला]) ist eher ein Luxus, den man sich nur selten gönnen kann; am häufigsten aromatisiert man den Tee mit Cardamom, Zimt, Gewürznelken und sogar schwarzem Pfeffer. Man kocht Wasser, Milch, Zucker, Teeblätter und Gewürze gemeinsam für einige Minuten; nach dem Abseihen ist der Tee trinkfertig. Siehe auch Sternanis für gewürzten thailändischen Eistee (cha dam yen) und Jesuitentee für die Herkunft des Wortes „Tee“.

Cardamomsamen verlieren allen Geruch sehr rasch, wenn sie gemahlen werden; sogar ungemahlen büßen sie etwa 40% der ätherischen Öls pro Jahr ein. Daher sollte man nur ganze Cardamomkapseln kaufen; vor dem Gebrauch wird die Kapsel etwas gequetscht oder zerstoßen. Die sattgrünen Kapseln sind wesentlich hochwertiger als die blaßgrünen oder gar weißlich-gelben, die durch Sonnenlicht nach der Ernte gebleicht werden.

Schwarzer Cardamom (auch Brauner Cardamom genannt) ist ein Sammelname für etliche cardamomverwandte Pflanzen, die man in Gebirgslagen von Zentralafrika bis Nordvietnam findet. Der Geschmack dieses Gewürzes unterscheidet sich drastisch von dem des grünen Cardamoms; daher kann keine dieser beiden Pflanzen die andere ersetzen.



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Zuletzt modifiziert am 11 Oct 1999
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