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Zitwer (Curcuma zedoaria [Christm.] Rosc.)

Synonyme

pharmRhizoma Zedoariae
Chinesisch
(Kantonesisch)
莪朮 [ngoh seuht], 鬱金 [wāt gām]
Ngoh seuht, Wat gam
Chinesisch
(Mandarin)
莪朮 [é zhú], 鬱金 [yù jīn]
E zhu, Yu jin ???
EstnischTsitverijuur
EnglischZedoary, White turmeric
FranzösischZédoaire, Rhizome de Zédoaire
HindiKachur, Amb halad, Gandhmul
IndonesischKunir putih
ItalienischZedoaria
Japanisch莪朮
ガジュツ
Gajutsu
Kannadaಕಚೋರ
Kachora
Koreanisch아출, 봉출, 가쥬츠, 커큐머 제도
Achul, Pongchul, Kajyuchu, Keokyumeo jedo, Kokyumo jedo
KroatischBijeli isiot, Sekvar
LaotischKhi min khay
NiederländischMaagwortel, Zedoarwortel
PortugiesischZedoária
RussischЗедоарий
Zedoari
SchwedischZittverrot
SlovenischIsiot
SlowakischZedoár
SpanischCedoaria
SanskritShati
Thaiขมิ้นหัวขึ้น, ขมิ้นอ้อย
Kha min khao, Khamin khun, Kha min hawkuen, Kha min io
TschechischZedoár, Kurkumovník zedoárový, Zedoárie, Zedoárové koření
TürkischCedvar
UkrainianКуркума зедоарская
Kurkuma zedoarskaya
UngarischCitvor, Zedoária-gyökér, Fehér kurkuma
VietnamesischNga truật, Nghệ đen
Nga truat, Nghe den

Verwendeter Pflanzenteil

Rhizom.
Curcuma zedoaria: Blüte (Ziersorte)
Zitwer-Blüten (Ziersorte)

www.rose.net

Pflanzenfamilie

Zingiberaceae (Ingwergewächse).

Geruch und Geschmack

Das Rhizom riecht aromatisch, medizinisch, aber eher streng und nicht besonders angenehm. Der Geschmack ist aromatisch und bitter (siehe unten).

Inhaltsstoffe

Wie die eng verwandte Curcuma enthält auch Zitwer einige spezifische Sesquiterpene; unter den bislang identifizierten Inhaltsstoffen befinden sich Germacron-4,5-epoxid, Germanon, Furodienon, Curzerenon, Zederon, Dehydrocurdion, Curcumenol, Isocurcumenol, Curcumenon sowie Curmanolid A und B. (Phytochemistry, 24, 2629, 1985)

Herkunft

Die Pflanze scheint aus Nord-Indien zu stammen, wird aber heute in Indien, Südostasien und China vielfach angebaut.

Etymologie

Die europäischen Namen gehen auf arabisch jadwaar [جدوار] und persisch zedwaar zurück.

Für den slovenischen und kroatischen Namen isiot (auch serbisch [исиот]) siehe bei Ingwer.

Ausgewählte Links

Gewürzamt: Zitwerwurzel The Epicentre: Zedoary Nature One Health: Zedoary Sorting Curcuma names (www.plantnames.unimelb.edu.au)


Curcuma zedoaria: Zitwerblüte
Zitwerblüte (Ziersorte)

www.fazendacitra.com.br

Zitwer wird in China und Japan als Arznei benutzt; das ätherische Öl hat gewisse Bedeutung in der Parfum- und besonders in der Likörindustrie. Als Gewürz spielt Zitwer heute jedoch keine bedeutende Rolle.

In Thailand ißt man die jungen Rhizome als sehr geschmackvolles Gemüse, und vielleicht kommen sie auch mitunter in eine Currypaste (siehe Kokosnuß). In Indien verwendet man Zitwer gelegentlich für würzig eingelegtes Gemüse und Obst (engl. pickle, Hindi achar), wofür die indische Küche besonders bekannt ist: Man fügt der Pickle-Masse einfach etwas geschabten frischen Zitwerwurzelstock als Würze bei.

Wegen seines bitteren Geschmackes hat das getrocknete Rhizom kaum Verwendung gefunden, aber manche Bücher listen es als Bestandteil von Gewürzmischungen (z.B. Currypulver, siehe Curryblätter) auf; in sehr kleinen Mengen mag es einen Versuch wert sein. Interessanterweise gibt es viele europäische Quellen aus dem Mittelalter bis ins 16.te Jahrhundert, die Zitwer als Gewürz nennen – wenn das nicht auf einer Verwechslung mit einem anderen Wurzelstock beruht, dann kann man das geradezu als Beispiel für den Wandel im Geschmack ganzer Völker auffassen, der sich in wenigen Jahrhunderten ergeben hat.

Auch wenn der bitter-aromatische Zitwer heute in den meisten Küchen bestenfalls einen Randplatz einnimmt, so haben doch anderer bittere Gewürze ihre Position als beliebte Würzen behalten können. Zu den in Europa beliebten Bitteraromen gehören Orangenschalen (etwa in englischer marmalade) und Beifuß sowie dessen nahe Verwandte, die Eberraute; die alten Römer liebten bittere Sellerie-Sorten und die nicht minder herbe Weinraute. Ein weiteres bitteres Gewürz, Bockshornklee, ist vom Mittelmeer bis nach Indien beliebt. Zuletzt werden auch bittere Kräuterliköre (z.B. Angostura) zum Würzen empfohlen, etwa für Gemüse mit wenig Eigengeschmack oder auch Fruchtsalate. Es darf nicht vergessen werden, daß bitterer Geschmack den Appetit anregt und daher unzweifelhaft kulinarische Meriten aufweist.

Ein leicht bitterer Nebengeschmack ist vielen Blatt- oder Krautgewürzen eigen: Hier sind neben Lorbeer und Myrte vor allem viele Vertreter aus der Familie der Lippenblütengewächse (Lamiaceae) zu nennen: Ysop, Rosmarin, Salbei und Lavendel. Alle diese bitteren Kräuter sind in der Küche nützlich und wirken tatsächlich geschmacksverbessernd; außerdem besitzen sie galletreibende und damit verdauungsfördernde Eigenschaften, was besonders bei fetten Speisen von großem Vorteil ist.

Bitterer Geschmack ist auch für viele glycosidhaltigen Gewürze typisch. Wie ich anderswo bereits erklärt habe, sind aber nicht die bitter schmeckenden Glycoside selbst, sondern die leicht daraus entstehenden, oft aber instabilen, Aglyca für den kulinarischen Wert verantwortlich. So weicht der bittere Geschmack von Bittermandeln beim längeren Kauen dem typischen „Bittermandelaroma“, und ähnliches gilt auch für die Kerne der Felsenkirsche. Letztlich schmeckt eine Mischung aus Wasabipulver und Wasser zuerst nur unangenehm bitter, bis sich die typische krenartige Schärfe entwickelt.

Neben Zitwer gibt es auch andere tropische Gewürze mit mehr oder minder starker Bitterkeit; die meisten davon sind im Westen nicht allzu beliebt. Die herbe Kassie, (chinesischer Zimt), der bitterscharfe Mohrenpfeffer oder gleichzeitig scharfe, terpenduftende und bittere Kubebenpfeffer hatten früher als Ersatz für Zimt bzw. schwarzen Pfeffer eine wesentlich größere Bedeutung, sind aber heute in Europa wenig beliebt; interessanterweise spielt Kassie jedoch in den USA eine bedeutendere Rolle als echter Zimt.



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Zuletzt modifiziert am 5 Aug 2003
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