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Chinesischer Zimt (Cinnamomum cassia [L.] Presl)

Synonyme

botCinnamomum aromaticum Nees
Arabischدارسين
Darseen, Kerfee
Chinesisch
(Kantonesisch)
官桂 [gùn gwai], 桂心 [gwai sàm], 牡桂 [máuh gwai], 肉桂 [yuhk gwai], 玉桂 [yúk gwai], 紫桂 [jih gwai]
Gun gwai, Gwai sam, Mauh gwai, Yuhk gwai, Yuk gwai, Jih gwai
Chinesisch
(Mandarin)
官桂 [guān guì], 桂心 [guì xīn], 牡桂 [mǔ guì], 肉桂 [ròu guì], 玉桂 [yù guì], 紫桂 [zǐ guì], 桂皮 [guì pí], [guì]
Guan gui, Gui xin, Kuei tsin, Mu gui, Rou gui pi, Rougui, Yu gui, Zi gui, Gui pi, Gui
DänischKinesisk Kanel
DeutschChina-Zimt, Kassie
EnglischCassia, Chinese cassia, Bastard cinnamon, Chinese cinnamon
EsperantoĈina cinamomo, Aroma cinamomo
EstnischHiina kaneelipuu
FinnischTalouskaneli, Kassia
FranzösischCasse, Canéfice, Cannelle de Chine
GriechischΚάσια
Kasia
Hebräischקסיה
Kasia, Kassia, Qasia, Qassia
IndonesischKayu manis cina
IsländischKassía
ItalienischCassia
ItalienischCassia, Canella della Cina
Japanisch桂皮
けいひ
ケイシ, カシア, シナモンカッシア, トウニッケイ, ケイヒ
Keishi, Keihi, Kashia, Kasia, Tō-nikkei, To-nikkei, Shinamonkassia
Koreanisch캐시어, 카시아
Kaeseo, Kaeso, Kasia
KroatischKineski cimet
LaotischSa chouang, Sa chwang
LitauischKininis cinamonas
NiederländischKassia, Kassie, Bastaardkaneel, Valse kaneel
NorwegischKassia
PolnischKasja, Cynamon chiński; Cynamonowiec chiński, Cynamonowiec wonny (Baum)
PortugiesischCássia-aromática, Canela-da-china
RumänischScorțișoară CassiaScorţişoară Cassia, Scorțișoară chinezeascăScorţişoară chinezească
RussischКоричное дерево
Korichnoje derevo
SchwedischKassia
SlovenischKasija
SlowakischŠkorica cassia, Škorica čínská, Škoricovník čínsky
SpanischCasia, Canela de la China
Thaiอบเชยจีน, เทพธาโร
Ob choey chin, Thephatharo
TschechischSkořice čínská
TürkischÇin tarçını
UngarischKínai fahéj, Fahéjkasszia, Kasszia
VietnamesischQuế dơn, Quế quảng, Quế thanh
Que don, Que quang, Que thanh
Cinnamomum cassia: Chinesische Zimtrinde
Chinesische Zimtrinde

Verwendeter Pflanzenteil

Rinde junger Zweige. Betreffend Kassienblüten oder Zimtblüten siehe ceylonesischer Zimt.

Pflanzenfamilie

Lauraceae (Lorbeergewächse).

Geruch und Geschmack

Stark aromatisch, süß und warm, aber auch etwas bitter und schleimig. Im Vergleich zu Ceylon-Zimt fehlt der chinesischen Art auch die „Lebendigkeit“ des Zimtgeschmackes. Zum Thema Bitterkeit siehe auch Zitwer.

Inhaltsstoffe

Ähnlich wie ceylonesischer Zimt enthält auch die chinesische Art max. 4% ätherisches Öl (Kassienöl), das zu 75 bis 90% aus Zimtaldehyd besteht. Eugenol kommt nicht vor, aber dafür kleine Anteile (ca. 7%) an Coumarin; daher kann man durch Analyse des Eugenol- bzw. Coumaringehaltes chinesischen und ceylonesischen Zimt analytisch unterscheiden. Weiters sind im Kassienöl Benzoesäure, Zimtsäure und Salicylsäure sowie entsprechende Ester und Aldehyde in Spuren enthalten. Chinesischer Zimt enthält deutlich mehr Schleim (11%) als ceylonesischer.

Das Blattöl ist sehr ähnlich wie das Rindenöl zusammengesetzt.

Herkunft

Südchina, Burma, Laos, Vietnam. Der kommerzielle Anbau ist auf China und Vietnam beschränkt.

Etymologie

Der Name Kassie geht auf griechisch kasia [κασία] zurück, das seinerseits wohl eine Entlehnung von semitisch sprechenden Händlern ist (vgl. althebräisch qetsiiah [קציעה]). Es ist anzunehmen, daß der Name wie das Gewürz selbst letztlich im weiteren Sinne aus China stammt. Vielleicht besteht ein Zusammenhang mit dem austroasiatischen Volksstamm der Khasi, der heute zwar nur ein enges Gebiet im Nordosten Indiens (Bundesstaat Meghalaya) und Bangladesh bewohnt, dessen früheres Siedlungsgebiet aber weit nach Assam und ins heutige Burma reichte. Möglicherweise hielten die Khasi in der Antike eine bedeutende Position im Kassia-Handel inne.

Die Länder Zentralasiens (bis nach Nordindien) bezogen ihren Zimt traditionell aus China; bis heute wird zwischen chinesischem und srilankanischem Zimt nur selten unterschieden. Stattdessen bezeichnet man beide Gewürze mit einem Ausdruck, der wörtlich „chinesisches Holz“ bedeutet, z.B. Bengalia darchini [দাড়চিনি], Hindi dal chini [दालचीनी], Punjabi dal chini [ਦਾਲ ਚਿਨੀ], Urdu dar chini [دار چینی] und Farsi darchin [دارچین]. Auch andere, damit nicht verwandte Sprachen übernahmen das Wort, z.B. kasachisch darshin [даршин], türkisch tarçını, aserbaidschanisch darçın, georgisch darichini [დარიჩინი], arabisch darsin [دارسين] und auch armenisch tarjin [դարչին]. Der erste Wortbestandteil tar/dar bedeutet dabei „Holz“; siehe Wacholder für weitere Erklärungen. Heute in Indien oder Zentralasien gehandelter Zimt kann trotz des nach China weisenden Namens chinesischer oder srilankanischer Herkunft sein, und auch Verfälschungen mit in Indien heimischen Cinnamomum-Spezies kommen vor, z.B. mit der Rinde des Baums, der die indischen Lorbeerblätter liefert.

Über die Herkunft von Zimt, cimet, cynamon und ähnlichen Formen siehe srilankanischen Zimt. Für Namen wie cannelle oder kaneel siehe indonesischen Zimt.

Ausgewählte Links

Gewürzamt: Zimtblüten The Epicentre: Cassia Chinese Herb Database: Cassia Twig Chinese Herb Database: Cassia Bark Medical Spice Exhibit: Cassia Nature One Health: Cinnamom Cassia chemikalienlexikon.de: Zimtaldehyd Transport Information Service: Cinnamon/Cassia Sorting Cinnamomum names (www.plantnames.unimelb.edu.au) The Mythic Chinese Unicorn zhi: The Cinnamon Route (via web.archive.org) Recipe: Slow-Braised Pork Belly (Hong-shao rou [红烧肉]) (ninemsn.com.au) Recipe: Red-braised Pork (Hong-shao rou [红烧肉]) (www.worldwideschool.org) Recipe: Hongshao wanyu (Red-cooked carp) (www.recipesource.com) Recipe: Hong-Shao Ji-Chi [红烧鸡翅] (Red-cooked chicken wings) (chinesefood.about.com) Rezept: Hongshao Jichi [红烧鸡翅] (Rotgeschmorte Hühnerflügel) (www.laohu.de) Rezept: Baxianglu tipang [八香鹵蹄膀] (Schweinshaxe in Spezialwürzbrühe) (www.laohu.de)


Cinnamomum cassia: Kassienblüten
Blühender Zweig des Chinesischen Zimts

pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de

Chinesischer Zimt gelangte als erste Zimtart nach Europa und war spätestens seit Alexander dem Großen im Westen bekannt. Noch früher war chinesischer Zimt nach Ägypten gelangt, wo es zur Mumifizierung verwendet wurde; es war auch in Israel erhältlich, da er wiederholt im Alten Testament genannt wird (siehe unter Granatapfel für Details).

Kassie ist heute von Festland-Südostasien bis Zentralasien die vorherrschende Zimtqualität. In westlichen Ländern (außer den USA) zieht man jedoch ceylonesischen Zimt wegen seines reineren und weniger strengen Geschmacks meist vor. Obwohl chinesischer Zimt in den Vereinigten Staaten ziemlich gebräuchlich ist, kann man ihn in Europa kaum bekommen, außer bei chinesischen Händlern; man kann ihn jedoch ohne Verlust der Authentizität in allen Fällen durch andere Zimtarten ersetzen. Umgekehrt eignet sich chinesischer Zimt zwar ganz gut, ceylonesischen Zimt in pikanten Speisen zu vertreten, bei Süßspeisen ist er ihm aber weit unterlegen.

In der chinesischen Küche wird Zimt für das bekannte Fünf-Gewürze-Pulver (siehe Sternanis) gebraucht und spielt als Gewürz für geschmorte Eintöpfe eine Rolle (siehe auch schwarzer Cardamom). Alleine oder zusammen mit den anderen Gewürzen verwendet man chinesischen Zimt auch für einige chinesische Kochtechniken, bei denen Fleisch oder Gemüse in einer großen Menge aromatischer Flüssigkeit gegart wird. Die beiden bedeutendsten Techniken dieser Art sind das Rotschmoren (englisch red cooking oder red braising, chinesisch hongshao [红烧]) und die „Meistersauce“ (englisch master sauce, chinesisch shui lu [水鹵]).

Unter Rotschmoren (hongshao [红烧]) versteht man die Methode, Speisen durch Kochen in einer Mischung aus Sojasauce und Gewürzen langsam weichzuschmoren. Die Garflüssigkeit besteht vor allem aus Sojasauce (jiang you [酱油]) und Sojapasten (oft süße Bohnenpaste hoisin [海鮮醬 oder 海鮮酱]), Zucker und Reiswein (liao jiu [料酒]), die nach Lust und Laune des Koches mit frischem Ingwer, Zwiebel, Knoblauch und getrockneten Gewürzen (allen voran Sternanis und Zimt, daneben eventuell auch schwarzer Pfeffer, Szechuanpfeffer und sogar Süßholz) gewürzt ist. Diese Sauce dient als Kochmedium für große Stücke von Fleisch oder Geflügel, das man zuvor auch kurz oberflächlich anbräunen kann und dann langsam in der Sauce weichkocht; typische Garzeiten sind eine halbe bis eine Stunde für Huhn und mehrere Stunden für Rindfleisch. Auch Schweinebauch kann man so zubereiten; richtig gemacht schmeckt er himmlisch, auch wenn er sehr fett ist (hong shao rou [红烧肉]). Durch diese Zubereitung nimmt das Gargut eine tief dunkelrote bis rotbraune Farbe an.

Obwohl das Rotschmoren ganz besonders mit der Kochkunst der Provinz Hunan und der Stadt Shanghai assoziiert wird, praktiziert man die Methode heute in ganz China. Oft wird das Rezept lokal abgewandelt: In Sichuan nimmt man beispielweise oft scharfe Bohnenpaste (doubanjiang [豆瓣酱]) und Brühe als Basis der Schmorflüssigkeit, und setzt noch reichlich getrocknete Chilies zu; das fertiggekochte Fleisch kann noch mit etwas aromatischem Sesamöl beträufelt werden.
Lu shui liao: Gewürz für chinesische Meistersoße (master sauce)
Gewürzmischung für master sauce (鹵水料) aus Orangenschale, Zimt, Fenchel, Sternanis, kleinem Galgant, Szechuanpfeffer und Süßholz.

Beim „Kochen in master sauce“ dient eine stark gesalzene und gewürzte Fleischbrühe (shui lu [水鹵], wörtlich „Salz-Wasser“) als Kochflüssigkeit. Sie kann auch kleinere Mengen Sojasauce enthalten; anders als beim Rotschmoren reicht der Sojaanteil jedoch nicht aus, um das Gargut rot zu färben. In einer solchen Gewürzbrühe kocht man Fleisch, Doufu oder Gemüse. Fleisch wird üblicherweise mit etwas Ingwer und Frühlingszwiebeln mariniert und oft auch kurz blanchiert, um die Brühe vor dem Eindringen von Trübestoffen, Schaum oder „rohem Geschmack“ zu bewahren.

Die wichtigsten Würzmittel für die master sauce sind Reiswein, Zucker, frischer Ingwer und im wesentlichen dieselben getrockneten Gewürze wie beim Rotschmoren: Kassie, Sternanis, Fenchel, Orangenschale, Szechuanpfeffer und Süßholz. Besonders in Sichuan nimmt man noch gerne schwarzen Cardamom und kleinen Galgant dazu. Mischungen ganzer getrockneter Gewürze für die master sauce werden oft als lu shui liao [鹵水料] „Körner für Meistersauce“ gehandelt.

Die Gewürzbrühe selbst wird nicht mitgegessen, sondern mit Sojasauce, Reiswein und frischer Brühe gestreckt und wiederverwendet. Nach der Tradition muß die master sauce jeden Tag einmal zumindest kurz aufkochen, um nicht zu verderben; in westlichen Haushalten kann man sie aber auch gut tiefgekühlt lagern. Je öfter sie verwendet wird, umso „meisterlicher“ schmeckt sie.

Diese beiden Kochtechniken sind simpel, aber effektiv. Eines ihrer Geheimnisse ist ihr Alkoholgehalt, denn Alkohol fördert das Vermischen der Aromen von Fleisch und Brühe. Um den Alkohol möglichst gut zu erhalten, ist es nötig, den Topf gut zu verschließen und auf kleinster Flamme zu kochen.

Für einen Vergleich verschiedener Zimtarten, siehe Indonesischer Zimt.



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Zuletzt modifiziert am 26 Feb 2005
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