Der deutsche Gattungsname Gänsefuß ist eine Übersetzung
des wissenschaftlichen Gattungsnamens Chenopodium (griechisch
chen [χήν] „Gans“
und pous [πούς] „Fuß“) und
bezieht sich auf die wie ein Vogelfuß gespaltenen Blätter vieler
Arten. Der mexicanische Ursprung der Pflanze und ihre Vermittlung durch
missionarisch tätige Orden spiegeln sich in einigen Volksnamen wider,
z.B. spanisch té de los jesuitas.
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Jesuitenteepflanzen
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Der Artname ambrosioides „ambrosia-artig“ ist wohl durch
den starken Geruch motiviert. Ambrosia [Ἀμβροσία] ist der griechische
Name für eine Speise, die als den Göttern vorbehalten angesehen
wurde: a- [ἀ-] (Verneinung, urverwandt mit deutsch un-) und
brotos [βρότος] „sterblich“ (ursprünglich
mrotos [μρότος], vergleiche deutsch Mord). Die griechische
ambrosia [ἀμβροσία] ist sowohl konzeptuell als auch etymologisch mit
der altindischen amrita [अमृता]
verwandt.
Das englische wormseed erinnert daran, daß die Samen
einer Unterart dieser Pflanze (var. anthelminticum) in den
Südstaaten der USA als Wurmmittel traditionelle Verwendung finden. Die
Bezeichnung epazote ist für die in der Küche
verwendete Unterart (var. ambrosioides) reserviert und stammt
aus dem Náhuatl, der vorkolumbianischen Sprache der Azteken. Im
Náhuatl heißt die Pflanze epazōtl,
was auf den intensiven Geruch der Pflanze anspielt, der offenbar nicht allen
angenehm erscheint (epatl „Stinktier“ und
tzotl „Schweiß, Schmutz“).
Einen anderen Eindruck vom Geruch dieser Pflanze bezeugen die skandinavischen
Namen: Finnisch saitruunasavikka, schwedisch citronmålla und norwegisch sitronmelde
enthalten in ihrem ersten Teil ein Element mit der Bedeutung „Zitrone“
(siehe auch Eberraute über ein ganz
ähnliches Phänomen). Der zweite Bestandteil des Namens ist im Fall
des Finnischen der Gattungsname „Gänsefuß“, im Fall des
Norwegischen und Schwedischen dagegen der Name des nahe verwandten Gattung
Atriplex, auf deutsch ebenfalls „Melde“; dieses Wort ist
mit „Mehl“ oder „Mühle“ verwandt und bezieht sich auf das matte,
bestäubte Aussehen vieler Meldenarten.
In vielen Sprachen wird dieses Gewürz als „Tee“ bezeichnet, was auf
die Verwendung als Tee-Ersatz für aromatische Aufgußgetränke
zurückgeht. Außer Deutsch Jesuitentee sind hier unter anderem
katalanisch te fals „falscher Tee“ oder französisch
thé du Mexique und türkisch Meksika çayı
„mexicanischer Tee“ zu nennen.
Tee ist das getrocknete Laub der Pflanze Camellia sinensis, die
in China zur Bereitung von Aufgußgetränken genutzt wird. Im
Chinesischen wird Tee seit mehr als einem Jahrtausend mit dem Zeichen
茶 geschrieben, das auch den Namen für
„Tee“ in fast allen Sprachen zugrundeliegt. Allerdings wird die Etymologie
von „Tee“ dadurch komplizierter, daß man in den modernen Sprachen
zwei Gruppen von Namen findet, die man beispielhaft mit Tee und
Tschai darstellen kann.
In Mandarin, dem Dialekt des nördlichen China, wird das Schriftzeichen 茶
als cha gesprochen und wurde in dieser Form in die Sprachen
jener Länder entlehnt, die Tee über den Landweg importierten, da die
Seidenstraße ihren Beginn in Nordchina nimmt. Beispiele dafür sind
Hindi und Urdu cha [चा, چاء]
oder chay [चाय, چاۓ],
Farsi chay [چای],
arabisch shay [شاي],
Dhivehi sai [ސައި],
amharisch shayi [ሻይ],
Tigrinya shahi [ሻሂ],
russisch und makedonisch chaj [чай, чај],
georgisch chai [ჩაი],
griechisch tsai [τσάι],
türkisch çay, rumänisch ceai
oder tschechisch čaj.
In einigen Nachbarländern Chinas gibt es ähnliche Namen für „Tee“:
Sowohl im Thai [ชา],
im Koreanischen [차] als auch im
Japanischen [茶, ちゃ]
heißt Tee cha.
Diese Namen gehen entweder ebenfalls auf die Mandarin-Form zurück oder
wurden durch einen anderen chinesischen Dialekt mit ähnlicher
Aussprache vermittelt, z.B. kantonesisch. Im Kantonesischen wird
das Zeichen 茶 ähnlich
wie im Mandarin als chah gesprochen.
Jene Länder, in die der Tee durch Seehandel gelangte, übernahmen das
Wort 茶 jedoch in der Form te, die durch den
Amoy-Dialekt (Minnan) der Küstenprovinz Fujian und Taiwans im Osten Chinas
bestimmt war: Beispiele dafür sind indonesisch teh,
niederländisch thee und englisch tea
(ursprünglich mit einer Aussprache des Vokals wie in englisch
lay). Die niederländischen und englischen Namen bildeten
dann die Vorläufer für die meisten Bezeichnungen von Tee in
westeuropäischen Sprachen, z.B. estnisch tee,
französisch thé, italienisch tè,
norwegisch, schwedisch und walisisch te,
lettisch tēja, finnisch und estnisch
tee und auch hebräisch teh [תה].
Vgl. auch Telugu teyaku [తేయాకు] „Tee“.
In manchen Sprachen existieren Formen von beiderlei Typus nebeneinander,
z.B. Kannada chaha [ಚಹಾ]
und te [ಟೇ] „Tee“ oder
Tamil chaya [சாய] „Tee“
und teyilai [தேயிலை] „Teeblatt“.
Auf Vietnamesisch heißt die Teepflanze che [chè]
und das Teegetränk tra [trà], was man zumindest
im Süden ungefähr wie tscha ausspricht.
Einige wenige Sprachen haben unabhängige Bezeichnungen für Tee,
z.B. litauisch arbata und polnisch herbata,
die sich auf Umwegen vom lateinischen herba „Kraut, Heilkraut“
herleiten.