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| Kümmelpflanzen mit Blüte und Früchten |
Kümmel ist das Gewürz, das süddeutschen und
österreichischen Gerichten (Fleisch, Gemüse, (Roggen)-Brot) ihren
charakteristischen Geschmack verleiht. Kümmel wird auch in Skandinavien
und besonders den baltischen Staaten gebraucht, ist jedoch in Südeuropa
kaum bekannt.
Echte Kümmelfreunde verwenden immer
die ganzen Früchte, aber auch das Pulver weist einen starken Geschmack
auf. Kümmelaroma paßt nicht besonders zu den meisten anderen
Gewürzen, lediglich die Kombination mit Knoblauch ist üblich; man verwendet Kümmel
sowohl für Fleisch (z.B. Schweinsbraten) als auch für
Gemüse, so wird Sauerkraut immer mit Kümmel (und auch Wacholder) gewürzt. Gekochter Kohl ohne
Kümmel und Knoblauch schmeckt geradezu
fade. Einige mitteleuropäischen Käsesorten enthalten
Kümmelkörner; siehe dazu auch Schabziegerklee.
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| Kümmelblüte |
Kümmel ist ein kontroversielles Gewürz; viele finden seinen Geschmack aufdringlich und unangenehm, besonders wenn sie nicht daran gewöhnt sind. Als Kompromiß empfiehlt es sich oft, nur gemahlenen (am besten natürlich frischgemahlenen) Kümmel zu verwenden oder die ganzen Früchte in ein Leinensäckchen oder notfalls einen Teebeutel zu verpacken, damit sie vor dem Servieren wieder entfernt werden können.
Kümmel spielt weiters eine gewisse Rolle in der Küche Nordafrikas, vor allem Tunesiens. Die bekannte tunesische Gewürzpaste harissa [هريسة] (siehe Chili) wird manchmal mit ihm zubereitet; dasselbe gilt auch für eine verwandte Zubereitung aus dem Yemen, zhoug (siehe Koriander).
In anderen Regionen ist Kümmel ziemlich ungebräuchlich. Findet man
ihn trotzdem einmal in Büchern über zentral-, süd- oder
südostasiatische Küche, so handelt es sich häufig um einen
Übersetzungsfehler für Kreuzkümmel.
Dasselbe gilt auch für das Auftreten des Kümmels in manchen
Bibelübersetzungen (siehe Granatapfel
für Details). Zuletzt gibt es auch noch indische Kochbücher, die
Kümmel für nordindische Speisen vorschreiben, aber ich vermute,
daß damit der schwarze Kreuzkümmel
gemeint ist.


