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Paradieskörner (Aframomum melegueta [Roskoe] K. Schum.)

Synonyme

botAmomum melegueta, Amomum grana paradisi
pharmGrana paradisi
Amharischኮረሪማ
Kewrerima, Korarima
ArabischGawz as-Sudan, Jawz as-Sirk, Tin al-Fil
Arabischجوزة السودان
جَوْزَة السُّودَان
Jouz as-Sudan, Jouz al-Sudan, Gawz al-Sudan, Jawz as-Sirk, Tin al-Fil
Chinesisch
(Mandarin)
天國穀粒 [tiān guó gǔ lì]
Tian guo gu li
DagbanliUotipisi
DeutschGuineapfeffer, Meleguetapfeffer, Malagettapfeffer
EnglischGrains of paradise, Guinea grains, Melegueta pepper, Alligator pepper
EstnischMelegeti aframon
EweAwusa, Awisa, Dzekuli, Megbedogboe, Dzekuli, Atakui
FanteSensam, Wisa, Wusa
FranzösischGraines de paradis, Malaguette, Poivre de Guinée, Maniguette
Ga-DangmeAnai wie, Anairo wie, Wie
GriechischΠιπέρι μελεγκέτα
Piperi melenketa
HausaChitta
ItalienischGrani de Meleguetta, Grani paradisi, Mani guetta
Japanischマニゲット
Manigetto
Koreanisch기니아생강, 멜리구에타 후추
Kinia-saenggang, Melligueta huchu
LitauischMalageta, Rojinis imbierpipiri
NiederländischParadijskorrels
NzemaEzakpa, Eza
PolnischPieprz malagetta
PortugiesischSementes-do-paraíso, Grãos-do-paraíso, Pimenta Guiné
RumänischGrăunțele paradisuluiGrăunţele paradisului, Piper de Guineea
RussischРайские зёрна, Малагвет, Райские зерна, Малагвет
Rajskie zyorna, Rajskie zerna, Malagvet
SlovenischMalguetta poper, Rajsko zrnje
SlowakischAframon Rajské zrno, Guinejský kardamon
SpanischMalagueta
TschechischAframon rajské zrno, Pepř malaguetský, Guinejská zrna
Türkischİdrifil, Itrıfil, Itrifil-i sagir†
TwiWisa, Fam wisa, Wisa pa Opokuo
UngarischParadicsommag

Hinweis

Aframomum melegueta: Paradieskoerner
Getrocknete Paradieskörner
Kochbücher aus Kamerun (Westafrika) erwähnen die atzoh-Pflanze, deren Samen als Gewürz verwendet werden (mbongo). Dabei handelt es sich um Aframomum citratum, einen nahen Verwandten der Paradieskörner.

Verwendeter Pflanzenteil

Samen. Die Samen sind in Größe und Gestalt den Kardamomsamen sehr ähnlich, aber rötlich-braun gefärbt. Im gemahlenen Zustand sind sie blaß grau. Gute Abbildung bei Norman.

Pflanzenfamilie

Zingiberaceae (Ingwergewächse).
Aframomum melegueta: Paradieskoerner-Kapsel
Getrocknete Kapsel des Paradieskörnerstrauches

Geruch und Geschmack

Gewürzhaft, scharf und warm mit herben Nachgeschmack.

Inhaltsstoffe

Das ätherische Öl der Paradieskörner besteht überwiegend aus den Sesquiterpenkohlenwasserstoffe Humulen, α- und β-Caryophyllen (zusammen 83%) und deren Oxiden (zusammen 9%). (Flavour and Fragrance Journal, 14, 109, 1999)

Für den scharfen Geschmack der Paradieskörner sind Hydroxyarylketone verantwortlich, die strukturell eng mit den Scharfstoffen des verwandten Ingwers verwandt sind. In einem Aceton-Extrakt von Paradieskörnern aus Ghana wurden die folgenden Hydroxyarylketone identifiziert: 1-(4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)-decan-3-on (Trivialname (6)-Paradol), 1-(4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)-3-hendecan-3-on (Trivialname (7)-Paradol) und 1-(4-Hydroxy-3-methoxyphenyl)-3-dec-4-ene-3-on (Trivialname (6)-Shoagol), und zwar zu etwa gleichen Teilen. (Phytochemistry, 14, 853, 1975)
Aframomum melegueta: Karibische Paradiskörnerkapsel
Frucht einer Paradieskörnerpflanze aus der Karibik

In anderen Quellen werden (6)-Paradol, (6)-Shoagol und (6)-Gingerol (5-Hydroxy-(6)-paradol) als die Hauptketone der Paradieskörner genannt. Beim längeren Lagern wandeln sich Gingerole in Shoagole um, wobei ein Verlust an Schärfe eintritt (siehe auch Ingwer). (Phytochemistry, 40, 1097, 1995)

Herkunft

Paradieskörner sind entlang der Westküste Afrikas heimisch; ihr Verbreitungsgebiet umfaßt Liberia, Ghana, die Elfenbeinküste, Togo und Nigeria, wo sie seit langem angebaut werden. Ghana ist der Hauptexporteur. Die Samen werden in den Herkunftsländern nicht nur zum Kochen verwendet, sondern auch als wärmendes Mittel gekaut.

Etymologie

Im Mittelalter wurde das Gewürz wegen seines hohen Wertes Paradieskörner genannt. Darin spiegelt sich auch die mittelalterliche Vorstellung von einem irdischen Paradies wider, in dem Gewürze einen paradiesischen Duft verbreiten. Viele moderne Sprachen haben entsprechende Lehnübersetzungen, z.B. englisch grains of paradise, portugiesisch grãos-do-paraíso, rumänisch grăunțele paradisului und ungarisch paradicsommag „Paradiessamen“.

In den meisten Sprachen heißen Paradieskörner jedoch „Pfeffer von Guinea“ oder „Pfeffer von Melegueta“ nach den westafrikanischen Regionen, in denen Paradieskörner heimisch sind. Beispiele sind französisch poivre de Guinée, tschechisch pepř malaguetský und griechisch piperi melenketa [πιπέρι μελεγκέτα] „Melegueta-Pfeffer“ oder italienisch grani de Meleguetta „Melegueta-Körner“. In manchen Sprachen gibt es auch sprachliche Ableitungen von dem botanisch verwandten Ingwer: litauisch imbierpipiri „Ingwerpfeffer“ und koreanisch kinia senggang [기니아생강] „Guinea-Ingwer“.

Für das Element amomum im botanischen Gattungsnamen siehe Cardamom.

Ausgewählte Links

The Epicentre: Melegueta Pepper Francesco Sirene: Spices & Herbs (Catalogue) The Spice House: Grains of Paradise World Merchants: Grains of Paradise Sorting Aframomum names (www.plantnames.unimelb.edu.au) American Spice Company: Grains of Paradise Herbie's Spices: Grains of Paradise Olivers and Co: Grains of Paradise Gewürzkontor Condimento: Paradieskörner Aromates, épices et condiments du monde entier Gewürzamt: Paradieskörner The History of Grains of Paradise


Aframomum melegueta: Paradieskorn-Blüte
Blühende Paradieskörnerpflanze

www.ruehlemanns.de

Paradieskörner waren ein wichtiges Gewürz im Europa des 15. Jahrhunderts, als Gewürze am europäischen Markt sehr gefragt waren, als aber der Seeweg nach Indien noch nicht gefunden war. Unter diesen Bedingungen standen Gewürze aus Afrika in Europa hoch im Kurs, und besonders Paradieskörner wurden sehr häufig als Ersatz für schwarzen Pfeffer verwendet – in der Tat waren sie so wichtig, daß die westafrikanische Küste auch heute noch als „Pfefferküste“ bekannt ist. In der Renaissance wurden die Paradieskörner vom Pfeffer verdrängt; wegen ihres geringeren Preises dienten sie allerdings oft zum Würzen von Bier (siehe Gagel).

Seit dem Mittelalter hat die Bedeutung der Paradieskörner stetig abgenommen, und heute kennt man sie außer in den Herkunftsländern nur noch in Nordafrika, wo sie z.B. als Bestandteil marokkanischer Gewürzmischungen auftreten können (siehe Kubebenpfeffer). Siehe auch Mohrenpfeffer für eine zusammenfassende Diskussion scharfer Gewürze.
Aframomum melegueta: Paradierkörnerblüte
Blühende Paradieskörnerpflanze

perso.wanadoo.fr

Außer in der marokkanischen Küche spielen Paradieskörner auch im benachbarten Tunesien eine Rolle. Tunesische Eintopfgerichte würzt man oft mit einer aromatischen Gewürzmischung namens gâlat dagga, die außer Paradieskörnern noch schwarzen Pfeffer und die süßen Gewürze Gewürznelken, Muskat und Zimt enthalten. Der Charakter dieser Mischung– gleichzeitig pfefferscharf und hocharomatisch – ist typisch arabisch.

In westlichen Ländern sind Paradieskörner oft schwer zu bekommen; man braucht sie für alte Rezepte, und sie tauchen gelegentlich in kommerziellen Mischungen für Würste oder Glühwein auf. Sie können jedoch auch viele alltägliche Gerichte verfeinern. Die Schärfe ist nicht so stark wie beim Pfeffer und verträgt sich besonders gut mit Gemüse (Kartoffeln, Kürbis und Auberginen) oder Fisch. Paradieskörner sind erst vor der Verwendung zu mahlen; man sollte sie nicht mitkochen. Obwohl sie beim Kosten ziemlich scharf schmecken, muß man sie beim Kochen großzügig dosieren.



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Zuletzt modifiziert am 15 Oct 1998
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